Eduard Deutsch (* 16. November 1865 in Mißlitz/Markgrafschaft Mähren; † 1941 in Minsk/Belarus) war ein mährisch-österreichischer Arzt, Dermatologe und Opfer des Holocaust.
Eduard Deutsch kam als Sohn von Salomon Leopold Deutsch (1826–1899) und Marie Mina Deutsch geborene Ehrenreich zur Welt. Er studierte Medizin an der Universität in Wien und promovierte daselbst am 19. Juli 1892. Bis 1899 war er Assistenzarzt von Eduard Lang an der II. Syphilisabteilung des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien. Hier erwarb er den Abschluss als Facharzt für Dermatologie. Nach seinem Ausscheiden aus der Klinik wirkte Deutsch noch an der dritten Auflage von Langs Arbeit „Therapeutik für venerische und Hautkrankheiten“ mit. Seit 1893 betrieb Deutsch zudem eine Arztpraxis in Wien 18, die später umzog nach Wien 20, Wien 9, Wien 7 und schließlich Wien 1, Gonzagasse 7. Seit 1895 war er, nach Ableistung des Militärdienstes, zudem Assistenzarzt der Reserve. In den Jahren 1904 und 1907 kandidierte er bei der Kammermitgliederwahl der Ärztekammer Wien. Im Ersten Weltkrieg war er Militärarzt im Reservespital Nr. 9 am Henriettenplatz, Wien 15. 1918 wurde ihm das Ehrenzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration verliehen. Seit 1900 war Deutsch Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien. 1922 trat er der Freimaurerloge B’nai B’rith bei.
Nach dem „Anschluss Österreichs“ im Jahr 1938 verlor Deutsch die Erlaubnis, seinen Beruf auszuüben. Der wirtschaftliche Druck der Arisierung zwang ihn, sein Mobiliar zu verkaufen. Sein Praxisinventar sowie seine Fachbibliothek schenkte er dem Rothschild Hospital. Zuletzt hielt er sich mit seiner Ehefrau in einer Sammelwohnung in Wien 1, Biberstrasse 6/8, auf. Das Ehepaar wurde am 28. November 1941 nach Minsk deportiert und dort umgebracht.
Eduard Deutsch war verheiratet mit Elsbeth Deutsch geborene Brauchbar (1877–1941). Den drei Kindern, Margarethe (* 1903), Johannes Leopold (* 1905) und Joseph (* 1909), gelang während des Dritten Reichs die Flucht in die USA ins Exil. Tochter Margarethe war bis 1938 Röntgenschwester am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien. 1938 wurde sie entlassen. Im Jahr 1948 leitete sie ein Verfahren zur Todeserklärung ihrer Eltern ein.
| Personendaten | |
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| NAME | Deutsch, Eduard |
| KURZBESCHREIBUNG | mährisch-österreichischer Dermatologe, Opfer des Holocaust |
| GEBURTSDATUM | 16. November 1865 |
| GEBURTSORT | Mißlitz, Markgrafschaft Mähren |
| STERBEDATUM | 1941 |
| STERBEORT | Minsk, Belarus |