Ehrwald | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Reutte | |
| Kfz-Kennzeichen: | RE | |
| Fläche: | 49,44 km² | |
| Koordinaten: | 47° 24′ N, 10° 55′ O | |
| Höhe: | 994 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.625 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 53 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 6632 | |
| Vorwahl: | 05673 | |
| Gemeindekennziffer: | 7 08 07 | |
| NUTS-Region | AT331 | |
| UN/LOCODE | AT EH7 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Kirchplatz 1 6632 Ehrwald | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Markus Köck | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (15 Mitglieder) |
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| Lage von Ehrwald im Bezirk Reutte | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Ehrwald ist eine Gemeinde mit 2625 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Ehrwald liegt am Fuß des Wettersteingebirges mit der 2962 m hohen Zugspitze, am Becken des Lermooser Mooses, einer ehemaligen Moorlandschaft. Die Loisach fließt am Ort vorbei.
Ortsteile sind neben dem Hauptort Obermoos mit der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn und Ehrwald-Schanz an der ehemaligen Zollstation, Oberdorf, Unterdorf, Schmiede und Weidach.
Der Name leitet sich möglicherweise vom althochdeutschen êriro oder erro wald ab, was „Anfang des Waldes“ bedeutet. Einer anderen Ansicht zufolge bedeutet der Name „alter Wald“ oder aber „Erzwald“, was angesichts der nahe gelegenen Erzvorkommen nicht ausgeschlossen ist. 1299 erscheint der Ort als „im Erwalden“, 1400 „gegen dem Erwald“.
| Grainau (Bayern, Deutschland) |
Garmisch-Partenkirchen (Bayern, Deutschland) | |
| Lermoos | ||
| Biberwier | Mieming |
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Klimatabelle für Ehrwald 1991–2020
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Ehrwald (ID 20), Normalperiode 1991–2020, aufbereitet von Tauernwetter Forschung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Mesolithische Funde und Feuersteinabbau am Rothornjoch in Bach und neolithische, die vom 6. bis zum 3. Jahrtausend v. Chr. reichen, belegen menschliches Leben im Bezirk Reutte, also der Region Außerfern.
Siedlungstätigkeit setzte im Ehrwalder Becken spätestens in der mittleren, bzw. späten Bronzezeit ein. Zusammen mit der eisenzeitlichen, karrentauglichen Altwegtrasse im Gemeindegebiet, die im Jahr 2013 entdeckt wurde, gestattet dieser Nachweis eine menschliche Nutzung von cal BC 1410/1270 bis zur Hallstatt- und dann erst wieder in der Frühlatènezeit, also 770/420 v. Chr., bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Margarethe Kirchmayr leitet im Auftrag der Universität Innsbruck ein entsprechendes Forschungsprojekt. Unklar ist, ob das Gebiet eher von Süden beeinflusst wurde, und damit von der Fritzens-Sanzeno-Kultur, als deren Träger die Räter gelten, oder von den Kelten der nördlicheren Gebiete. In jedem Falle war der Außerfern eine wichtige Transitstrecke mit einem vergleichsweise breiten Handelspfad.
Ehrwald wurde erstmals 1274 urkundlich erwähnt. In einer weiteren Urkunde aus dem Jahr 1299 vergaben die Herren von Starkenberg dem bayrischen Kloster Steingaden das Recht, den Zehent in Ehrwald einzuheben. Ehrwald wurde 1423 eine Filiale der Kuratie Lermoos. 1475 konnte ein langwieriger Streit mit der Gemeinde Untermieming um Holz- und Weiderechte auf der Sigilse-Alm geschlichtet werden. Dies geschah auf Anordnung des Landesfürsten. Die Namen der sieben Zeugen aus Ehrwald sind in der Urkunde von 1475 überliefert. 1495 wurde eine Gemeindeordnung aufgestellt, die die Wahl der beiden Dorfmeister regelte, dass fremdes Vieh auf der „Gmain“ gepfändet werden sollte, sowie weitere Regelungen enthielt.
Am 22. Oktober 1577 baten die Ortsvertreter den Herzog schriftlich darum, durch den bereits vor Ort gewesenen Deichmeister keinen See aufstauen zu lassen, da dieser ihre wirtschaftlichen Grundlagen gefährdet, das Wetter feuchter und kälter gemacht hätte. Tatsächlich wurde ihrem Ersuchen nachgekommen. 1672 kam es zu einem Zehntstreit mit der Gemeinde Lermoos, bzw. dessen Kuraten Peter Götsch. 1673 ordnete der Fürstbischof von Brixen an, dass der Kurat keine Sakramente mehr schenken durfte, was einer Art Interdikt gleichkam. Nun intervenierte der Landesherr, der explizit um das Seelenheil seiner Untertanen fürchtete. Der Kurat und die Gemeinde einigten sich schließlich 1674 auf die Wiederherstellung des vorherigen Zustandes.
1688 wurde Ehrwald in kirchlicher Hinsicht selbstständig, und es erhielt einen eigenen Kuraten, eine eigene Kirche bestand bereits seit den 1640er Jahren, die 1648 geweiht wurde.
Die Besiedelung Ehrwalds erfolgte nicht wie im übrigen Außerfern vom Allgäu her, sondern von Imst. Einen Anreiz dazu bot sicher der Bergbau, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts betrieben wurde. Der Ort lag etwas abseits der wichtigen Hauptverkehrsroute über den Fernpass, hatte aber mit der Produktion von Fassdauben für die Saline Hall eine wichtige Einnahmequelle. Daneben spielte die Weidewirtschaft eine bedeutende Rolle. 1891 zählte man 156 Häuser. Zu dieser Zeit gehörte noch das nördlich gelegene Schanzl dazu, das aus einem „Zoll-, Wirths- und Wegmacherhause“ bestand. 1890 zählte man 1.309 Einwohner. Die Gemeinde gehörte zur Diözese Brixen.
Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Ehrwald von Touristen entdeckt und wuchs neben Lermoos zu einer zweisaisonalen Tourismusgemeinde im Zugspitzgebiet heran. Einen wichtigen Anteil daran hat der zweite Seilbahnbau Österreichs, die 1926 eröffnete Tiroler Zugspitzbahn, die 1991 neu gebaut wurde. 2003 erfolgte der Neuaufbau der Talstation nach einem Feuer.


Ehrwald besitzt – neben der Zugspitze – noch zwei weitere Ski- und Wandergebiete, die vom Ortszentrum abgehenden Wettersteinbahnen sowie das Skigebiet Ehrwalder Alm (1502 m). Letztere ist über die Ehrwalder Almbahn zu erreichen und Ausgangspunkt für verschiedene Skilifte. In einer Höhe zwischen 1.100 und 1.900 Metern gibt es rund 27,5 Kilometer Skipisten; davon eine schwarze Piste („Issentalkopf“). Für Wanderer ist die „Ehrwalder Alm“ Startpunkt für unterschiedliche Wanderungen, so z. B. zur Zugspitze (über das „Gatterl“) oder an den Seebensee und die Coburger Hütte.


Verkehrsmäßig hat Ehrwald Verbindung ins Inntal über den Fernpass, nach Reutte und nach Garmisch-Partenkirchen. An das Eisenbahnnetz ist Ehrwald über die Außerfernbahn angeschlossen.
Ehrwald liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.
In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt.
| Partei | 2022 | 2016 | 2010 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Prozent | Mandate | Prozent | Mandate | Prozent | Mandate | |
| Ehrwald EINS (EINS) | 51,15 | 8 | ||||
| Huamat und Grüne Liste Ehrwald (HUAMAT) | 18.09 | 3 | ||||
| Zukunft-Ehrwald (ZE) | 14,85 | 2 | ||||
| FREI.Li.Ehrwald (FLE) | 10,17 | 1 | ||||
| DORFLISTE FÜR EHRWALD (DFE) | 5,74 | 1 | ||||
| Ehrwald.komm | 100 | 15 | 59,33 | |||
| Miteinander für Ehrwald | 40,67 | |||||
Bürgermeister seit 1903 waren:
Blasonierung: Ein fünfreihig silbern-grün gespickelter Schild.
Der stilisierte Wald im 1978 verliehenen Gemeindewappen symbolisiert den Ortsnamen.
