| Elizabethkingia | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Elizabethkingia | ||||||||||||
| Kim et al. 2005 |
Elizabethkingia ist eine Gattung von Bakterien in der Abteilung Bacteroidota [Bacteroidetes]. Verschiedene Stämme von Elizabethkingia sind opportunistische Krankheitserreger von Menschen und verschiedenen Tieren. Bestimmte Stämme sind der Erreger einer ansteckenden Krankheit bei Zuchtfröschen; Elizabethkingia meningoseptica kann auch Hirnhautentzündungen (Meningitis) beim Menschen hervorrufen. Die Arten sind resistent gegen eine Vielzahl von Antibiotika.
Die Zellen sind stäbchenförmig mit abgerundeten Enden und typischerweise 0,5 μm breit und variabel in der Länge. Sie bilden oft Filamente. Endosporen werden nicht gebildet.
Die Arten sind nicht beweglich, Flagellen (Geißeln) sind nicht vorhanden, auch eine gleitende Bewegung (gliding motility) wurde nicht beobachtet – diese Art der Bewegung kommt sonst häufig bei verwandten Gattungen vor.
Die Kolonien sind typischerweise nicht pigmentiert oder schwach gelb pigmentiert, kreisförmig, konvex, glatt und glänzend, mit ganzen Rändern und bis zu 2 mm im Durchmesser.
Es wird ein starker aromatischer Geruch erzeugt.
Die Arten sind obligat aerob, also auf Sauerstoff angewiesen. Der Stoffwechsel ist die Atmung mit Sauerstoff als terminalem Elektronenakzeptor, wie es auch bei den höheren Organismen der Fall ist. Eine Photosynthese wurde nicht beobachtet, der Stoffwechsel ist chemoorganotroph. Wachstum erfolgt in der Regel bei 22–37 °C. Die Enzyme Katalase, Phosphatase und β-Galactosidase sind bei den meisten Stämmen vorhanden. Der Oxidase-Test verläuft bei der großen Mehrheit der Stämme positiv. Menachinon 6 ist das wichtigste respiratorische Chinon. Der Gram-Test fällt negativ aus.
Elizabethkingia gehört zur Familie der Weeksellaceae und somit zum Phylum der Bacteroidota [Bacteroidetes]. Andere zu der Familie Weeksellaceae zählende Gattungen sind z. B. Chryseobacterium, Riemerella, Cloacibacterium und Weeksella. Diese Gattungen wurden früher zur Familie Flavobacteriaceae gezählt, 2019 aber neu klassifiziert und in die damals neue Familie Weeksellaceae überführt. Elizabethkingia teilt eine Reihe signifikanter Merkmale mit den anderen Weeksellaceae-Gattungen, wie z. B. Halophilie (hohe Salzwerte tolerierend), Psychrophilie („kälteliebend“) und das Fehlen einer gleitenden Motilität („gliding motility“).
Die Typusart Elizabethkingia meningoseptica wurde 1959 entdeckt, aber damals noch der Gattung noch Flavobacterium zugeordnet (als Spezies Flavobacterium meningosepticum). Weitere Untersuchungen führten dazu, diese Spezies zunächst zur 1994 neu aufgestellten Gattung Chryseobacterium als Chryseobacterium meningosepticum zu stellen. Nach weiteren phylogenetischen Untersuchungen wurde erkannt, dass diese Art auch nur entfernt mit den anderen Chryseobacterium-Arten verwandt ist. Mit der darauf folgenden Beschreibung weiterer Chryseobacterium-Arten wurde immer deutlicher, dass die beiden damals so bezeichneten Arten Chryseobacterium meningosepticum und auch die Art Chryseobacterium miricola nicht gut in die Gattung Chryseobacterium passten, so dass beide im Jahr 2005 in die neue Gattung Elizabethkingia überführt wurden.
Es folgt eine Liste der Arten gemäß LPSN (Stand 1. November 2026):
Der Gattungsname Elizabethkingia wurde zu Ehren der US-amerikanischen Bakteriologin Elizabeth O. King gewählt.
Die Arten dieser Gattung sind von Natur aus resistent gegen viele Antibiotika. So sind Elizabethkingia-Stämme von Natur aus resistent gegen Polymyxine, Aminoglykoside (z. B. Gentamicin und Streptomycin), Chloramphenicol und die meisten β-Laktam-Antibiotika, einschließlich Penicillin und Ampicillin.
Die früher zur Gattung Chryseobacteria gestellte Arten Elizabethkingia meningoseptica, E. anophelis und E. miricola sind opportunistische Krankheitserreger des Menschen. Da Elizabethkingia meningoseptica und E. anophelis phänotypisch schwer zu unterscheiden sind, ist es möglich, dass viele Ausbrüche, die E. meningoseptinca zugeschrieben werden, stattdessen auf E. anophelis zurückzuführen sind. Unter den früheren und heutigen Chryseobacterium-Arten gilt E. meningoseptica als die wichtigste Art, die bei Infektionen des Menschen gefunden wird. Sie kann Meningitis bei Neugeborenen hervorrufen. Bei immungeschwächten Patienten können Sepsis und Pneumonie auftreten. Die Art Elisabethkingia miricola wurde u. a. als Ursache von Sepsis und Harnwegsinfektionen beschrieben. Lebensbedrohliche Infektionen durch E. anophelis wurden u. a. in Afrika, Singapur, Hongkong, den USA und Taiwan beschrieben.
Arten von Elizabethkingia können auch bei Tieren pathogen wirken. Stämme von Elizabethkingia-Arten können z. B. Vögel infizieren. So können u. a. Perikarditis oder Gelenkinfektionen bei Hühnern und Leberinfektionen bei Zebrafinken auftreten. Bestimmte Stämme sind Erreger einer ansteckenden Krankheit bei Zuchtfröschen wie dem Nordamerikanischen Ochsenfrosch. Stämme von Elizabethkingia können auch pathogen bei Fischen auftreten, so wurden infizierte Koi-Karpfen (Cyprinus carpio), Schlangenfische (Erpetoichthys calabaricus) und Zwergfadenfische (Colisia lalia) beobachtet. Alle Fische litten an hämorrhagischer Septikämie, die Karpfen zeigten auch Hautläsionen.
Stämme von Elizabethkingia wurden z. B. im Boden und im Süßwasser (Flusswasser und Wasserreservoirs) gefunden. Die meisten Arten tolerieren hohen Salzgehalt (halotolerant) und können bei relativ niedrigen Temperaturen (psychrophil) wachsen. In Krankenhäusern stammen Funde u. a. aus Beatmungsgeräten, Kathetern, Waschbecken und Leitungswasser. Der Typstamm von E. miricola wurde aus dem Kondensationswasser der Raumstation Mir gewonnen (Li et al., 2003). Ein Elizabethkingia-Stamm wurde im Wasser eines Beckens mit abgebrannten Brennelementen eines Kernkraftwerkes gefunden.
Elizabethkingia-Isolate wurden auch bei Pferden und Insekten gefunden. E. anophelis wurde erstmals aus der Malariamücke Anopheles gambiae isoliert und wurde anschließend auch in Anopheles stephensi und Anopheles sinensis gefunden. Nicht identifizierte Elizabethkingia-Stämme wurden auch von holzfressenden Termiten und Stechmücken der Gattung Culicoidea isoliert.