Emmerich Smola (* 8. Juli 1922 in Bergreichenstein, Tschechoslowakei; † 16. August 2011 in Kaiserslautern) war ein deutscher Dirigent.
Emmerich Smola wurde am 8. Juli 1922 in Bergreichenstein im Böhmerwald geboren. Sein Vater, Emmerich Smola sen., wirkte dort als Chordirigent und Musiklehrer an der Oberrealschule. Der begabte Junge besuchte in seiner Geburtsstadt die Volksschule und die Oberrealschule, die er mit der Matura abschloss. Seine musikalische Entwicklung begann schon im frühen Kindesalter, bis zum 9. Lebensjahr bekam er bereits Violin-, Klavier- und Orgelunterricht. Zwölfjährig vertiefte er sich in Harmonielehre, und im Selbststudium befasste er sich mit Kontrapunkt und Instrumentation. Nach der Matura schrieb er sich an der Musikakademie und dem musikwissenschaftlichen Institut der Universität Wien ein. Im Februar 1941 wurde er zum Arbeitsdienst einberufen, und im Oktober des gleichen Jahres kam er zur Kriegsmarine. Während der Militärzeit wurde er zur Musik eingeteilt und spielte dort vor allem Oboe.
Nach der Entlassung aus der Marine nahm er im August 1945 die Stelle eines Chorleiters und Organisten an der St. Wilihardskirche in Wilhelmshafen an. Bald aber bewarb er sich um die Stelle eines Regieassistenten beim Südwestfunk. Dort wirkte er als Bearbeiter und Arrangeur im Orchesterbereich, in der Hörspielabteilung und als Kontrabassist.
Im Februar 1947 gab Emmerich Smola die Stelle des Kontrabassisten auf, kehrte aber im Januar 1948 wieder zum Orchester zurück, diesmal als Dirigent. Das Orchester hatte ihn dazu gewählt. Als die Orchester Koblenz und Kaiserslautern zusammengelegt wurden, erfolgte die Berufung Smolas auch zum Leiter dieser neuen Formation. Ab dem Jahr 1951 war Emmerich Smola mit der Betreuung der Musikabteilung des Studios Mainz beauftragt. In den Jahren 1974 bis 1978 arbeitete er als Abteilungsleiter von Musik II in der Stellung des Programmchefs Musik.
Seit 1978 wirkte er wieder in Kaiserslautern beim Rundfunkorchester. In dieser Stellung dirigierte Emmerich Smola 13 000 Stücke für den Rundfunk und leitete über 1000 öffentliche Konzerte. Er bearbeitete viele Hörspielmusiken und über 300 vorklassische Symphonien und Konzerte. Für den Bereich der Semiklassik instrumentierte er hunderte Werke. Außerdem gründete er zwei Musikschulen und wirkte in verschiedenen Fachausschüssen und als Berater von kulturellen Aufsichtsbehörden.
Obwohl Emmerich Smola am liebsten mit seinem Rundfunkorchester arbeitete, folgte er auch Einladungen als Gastdirigent. So wirkte er in Brüssel, London, Dublin, Stockholm, Paris, Rom, Athen, Wien, Prag, Amsterdam und Basel. Auf großes Interesse stießen seine musikalischen Vorlesungen an der Universität Kaiserslautern. Emerich Smola förderte außerdem junge Musiker, so bedeutende Talente wie Erika Köth und Fritz Wunderlich. Auf Grund seines verdienstvollen Wirkens und seines hervorragenden Künstlertums wurde Emmerich Smola mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Böhmerwäldler Patenstadt Passau verlieh ihm 1985 ihren Kulturpreis.
Emmerich Smola studierte bereits mit 12 Jahren am Prager Konservatorium. 1946 begann er seine Karriere als Kontrabassist beim unter der französischen Militärregierung neu gegründeten Funkorchesters Kaiserslautern, dessen Chefdirigent er 1948 wurde. Nach dessen Fusion mit dem Unterhaltungsorchester Koblenz 1951 im Rahmen einer Senderumstrukturierung war er bis 1987 Chefdirigent des Rundfunkorchesters Kaiserslautern des Südwestfunks, daneben Abteilungsleiter für Musik und Leiter des Studios Kaiserslautern des Südwestfunks.
Nach Angaben des SWR dürfte Smola den Weltrekord halten, was Anzahl und Bandbreite der von ihm eingespielten Musik angeht: über 18.000 verschiedene Titel finden sich im Archiv des SWR – von der Barockmusik zur Neuen Musik, von Oper und Operette bis zu Jazz und Musical.
Nach ihm benannt ist die Emmerich-Smola-Musikschule der Stadt Kaiserslautern, die Emmerich-Smola-Musikhalle in Kaiserslautern, der Emmerich-Smola-Platz in Kaiserslautern und ein Emmerich-Smola-Preis zur Förderung von Nachwuchsmusikern.
Harold Woetzel: Smola – ein Mythos (SWR-Fernsehfilm)
Heiko Plank: „Heiko Plank im Gespräch mit Emmerich Smola“ (Aufzeichnung eines 45 Minuten langen Interviews, Kopie im Stadtarchiv Kaiserslautern)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Smola, Emmerich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 8. Juli 1922 |
| GEBURTSORT | Bergreichenstein, Tschechoslowakei |
| STERBEDATUM | 16. August 2011 |
| STERBEORT | Kaiserslautern |