Erich Wasicky (auch Wassitzky, Wasitzky oder Wasizky geschrieben, * 27. Mai 1911 in Wien; † 28. Mai 1947 in Landsberg am Lech) war ein österreichischer Pharmazeut, Nationalsozialist, Offizier der SS und verurteilter Kriegsverbrecher. Von Juli 1940 bis Februar 1944 war er der Lagerapotheker im KZ Mauthausen, und als solcher maßgeblich mitverantwortlich für den Massenmord an KZ-Häftlingen in der dortigen Gaskammer, im lagereigenen Vergasungswagen sowie im Rahmen von Menschenversuchen mit Giftspritzen.
Der aus einer Akademikerfamilie stammende Wasicky politisierte sich schon als Jugendlicher in deutschnationalen und deutschvölkischen Kreisen und gehörte zu den frühen überzeugten Anhängern des Nationalsozialismus in Österreich. Mit 19 Jahren trat er 1930 in die österreichische NSDAP ein, 1933 wurde er Mitglied der SS. Auch während der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur von 1933 bis 1938 engagierte er sich führend an illegalen Aktionen der nationalsozialistischen Untergrundbewegung. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland schloss Wasicky 1939 erfolgreich sein Pharmazie-Studium an der Universität Wien ab, von Jänner bis Juni 1940 folgte eine SS-Offiziersausbildung in Brünn und Berlin. Anschließend wurde Wasicky zum Lager-Apotheker des KZ Mauthausen bestellt, wo er etwa für die Selektion jener arbeitsunfähigen oder kränklichen KZ-Häftlinge zuständig war, die direkt ermordet werden sollten. Zusammen mit dem Lagerarzt Eduard Krebsbach gilt Wasicky als einer der Hauptverantwortlichen für die Errichtung der Gaskammer von Mauthausen und organisierte auf Befehl des Lagerkommandanten Franz Ziereis auch einen mobilen Gaswagen als zusätzliches Mordmittel. Darüber hinaus war er an Vergasungsmorden in der Tötungsanstalt Hartheim sowie zusammen mit dem Lagerarzt Aribert Heim an experimentellen Giftinjektionen im Hauptlager beteiligt.
Im Sommer 1945 stellte sich Wasicky freiwillig dem US-Geheimdienst. Er wurde 1946 im Rahmen des Dachauer Mauthausen-Hauptprozesses zum Tod verurteilt und 1947 mit 36 Jahren als NS-Kriegsverbrecher gehängt. Erich Wasickys Onkel war der bekannte Wiener Universitätsprofessor Richard Wasicky (1884–1970). Im Gegensatz zu seinem nationalsozialistisch orientierten Neffen Erich, war Richard vom NS-Regime aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Ehefrau ins Exil gedrängt worden, und engagierte sich dort auch aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Der österreichische Historiker Gregor Holzinger (2016), der die biographischen Daten des Lagerapotherkers in seiner Kurzbiographie mitberücksichtigt hat, sowie das Personenlexikon zum Dritten Reich von Ernst Klee (2005) geben dessen Nachnamen in der Form Wasicky an. Diese Namensform findet sich auch im Text des Gerichtsbeschlusses zum Prozess gegen den SS-Mann Martin Roth, das am 9. November 1972 im Landgericht Hagen gefällt wurde. In der Fachliteratur finden sich jedoch auch abweichende Schreibweisen von Wasickys Nachnamen: So verwendet Hans Maršálek (2006) auch in der vierten Auflage seines erstmals 1974 erschienenen Standardwerks zur Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen durchgehend die eingedeutschte Form Wassitzky, die sich auch in der verschriftlichten Form eines Interviews von 1965 mit dem ehemaligen Schreiber des Krankenreviers im KZ Mauthausen, František Poprawka, findet. Die österreichischen Historiker Bertrand Perz und Florian Freund (2011) erwähnen den Lager-Apotheker in einer jüngeren Studie hingegen als Wasizky erwähnen.
Erich Wasicky war das erstgeborene von insgesamt drei Kindern des Architekten Franz Johann Wasicky und dessen Frau Nina. Erichs Onkel väterlicherseits war der bekannte Pharmazeut und Professor der Universität Wien, Richard Wasicky. Nachdem Erich zunächst die Volks- und anschließend die Mittelschule besucht hatte, absolvierte er 1932 die Matura an einem Realgymnasium im 8. Wiener Gemeindebezirk. Danach schrieb er sich an der Universität Wien für das Studium der Pharmazie ein, wobei er zwischen 1934 und 1937 auch einige Lehrveranstaltungen seines Onkels Richard Wasicky besuchte. Im März 1939 schloss Erich sein Studium mit dem Grad eines Magisters erfolgreich ab. Anschließend absolvierte er ein Praktikum am pharmakologischen Institut in Wien und verfolgte das Ziel, „in der Industrie als Chemiker oder Pharmazeut eine geeignete Stelle zu finden“. Schließlich trat er eine Beschäftigung bei dem 1853 gegründeten und bis heute (Stand 2026) bestehenden Wiener Pharmahandelsunternehmen Kwizda an. Im Juni 1939 folgte Wasickys Heirat mit seiner Verlobten: der um sieben Jahre jüngeren Pharmazeutin Herta Kolb, die er während des gemeinsamen Studiums kennengelernt hatte. Vier Monate später wurde dem Ehepaar ein Sohn geboren, die Geburt des zweiten Sohnes folgte im Jahr 1942. Während des Kriegs zog die Familie dann von Wien nach Gosau im Salzkammergut.
Erich Wasicky wurde bereits früh einschlägig politisiert: 1923 trat er als Jugendlicher dem deutschnationalen Deutschen Turner-Bund bei und schloss sich danach dem völkisch-rechtsextremen „Deutschen Mittelschülerbund“ an (dem z. B. auch Otto Skorzeny angehörte). 1930 wurde er bereits mit 19 Jahren Parteimitglied der österreichischen NSDAP (Mitgliedsnummer 197.249), also einem Zeitpunkt, zu dem die Nationalsozialisten in Österreich höchstens 3000 Mitglieder hatten. Von 1931 bis März 1933 war Wasicky dann als „politische Leiter“ für die NSDAP tätig und wurde am 31. März 1933 auch in die SS aufgenommen (Mitgliedsnummer 298.370).
Als die Regierung Dollfuß im Juni 1933 die NSDAP verbot, betätigte sich Wasicky weiterhin als illegales Mitglied der Partei – zunächst als Teil der 11. SS-Standarte mit Sitz in Wien. Als aktivistische Tätigkeit für den nationalsozialistischen Untergrund gab er später „viele Aktionen (Böller, Propaganda usw.)“ an. Historiker halten dabei jedoch auch eine konkrete Verwicklung Wasickys in die ab Oktober 1933 in Österreich begonnene Sabotage- und Terrorwelle der illegalen Nationalsozialisten für möglich. Anschließend zog Wasicky 1935 in den Wiener Vorort Hinterbrühl, wo er 1937 zu 89. SS-Standarte wechselte. Die Angehörigen der 89. SS-Standarte waren 1934 führend beim nationalsozialistischen Juliputsch gegen die österreichische Dollfuß-Diktatur von beteiligt, in dessen Zuge der diktatorisch regierende Bundeskanzler Engelbert Dollfuß von österreichischen Nationalsozialisten ermordet wurde. Während Wasicky selbst beim Juliputsch keine führende Rolle einnahm, war er nach eigener Aussage am Anschluss Österreichs im März 1938 „aktiv beteiligt“.
Während Erich Wasicky und dessen Vater, der Architekt Franz Johann Wasicky, nun im NS-Regime Karriere machten bzw. von diesem profitierten (so „arisierte“ Erichs Vater ein Möbelgeschäft in Wien und erklärte in Zeitungsanzeigen, sich fortan um „Verlassenschaften“ kümmern zu wollen), ging Erichs Onkel und Franz Johanns Bruder, der Universitätsprofessor Richard Wasicky, den entgegengesetzten Weg. Aufgrund der jüdischen Herkunft seiner zweiten Ehefrau Marianne wurde er kurz nach dem „Anschluss“ 1938 von der Universität Wien entlassen und musste zuerst in die Schweiz und dann nach Paris flüchten. In Frankreich beteiligte sich Richard Wasicky dann aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, startete die nach ihm benannte „Aktion Wasicky“ und gründete die Exilzeitschrift Freies Österreich – La libre Autriche. Im Jahr 1941 nahm Richard nach dem Scheitern seiner Bemühungen eine Professur in Brasilien an.


Erich Wasicky wurde am 25. Jänner 1940 aus der Sanitätsstaffel der 89. Standarte der Allgemeinen SS zur Waffen-SS einberufen. Die militärische Grundausbildung absolvierte er in Brünn im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren. Im Mai 1940 erfolgte seine Versetzung in das SS-Hauptsanitätslager Berlin, wo er sich für einen Zeitraum von etwa zwei Monaten aufhielt. Nach eigenen Angaben erhielt er anschließend den Befehl, „im K.L. Mauthausen eine Apotheke einzurichten und diese zu leiten“.
Von Juli 1940 bis Anfang Februar 1944 war Wasicky als SS-Hauptsturmführer der Lagerapotheker des KZ Mauthausen tätig. Mit Blick auf die Sozialstruktur des SS-Kommandaturstabs im KZ Mauthausen gehörte Wasicky einer Minderheit an: zu denjenigen Österreichern, die bereits in der Verbotszeit während der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur (1933–1938) als illegale Nationalsozialisten aktiv waren. Der Großteil des SS-Personals österreichischer Herkunft wurde erst in Folge einer Kriegsverwundung zum Dienst nach Mauthausen versetzt.
Über seine Aufgaben im Konzentrationslager erklärte Wasicky 1946 gegenüber dem US-Militärgericht, dass er für die Verwaltung des gesamten Sanitätsmaterials zuständig gewesen sei. Einmal im Monat habe er dieses Material beim SS-Hauptsanitätslager in Berlin angefordert und erhalten, getrennt nach Bedarf für die Truppe und für die Häftlinge. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, Medikamente und andere medizinische Mittel an die verschiedenen Stationen und Außenlager auszugeben, jeweils auf Anordnung der Ärzte. Nach seinen Angaben sei die Ausgabe der Medikamente dabei so erfolgt, wie man es auch aus einer gewöhnlichen öffentlichen Apotheke kenne. Außerdem habe er Arzneimittel nach ärztlichen Rezepten hergestellt und dafür gesorgt, dass stets ausreichend Sanitätsmaterial vorhanden gewesen sei. Darüber hinaus gab Wasicky an, sich freiwillig um weitere gesundheitliche Aufgaben gekümmert zu haben. Er habe Gefahren für die Gesundheit der Soldaten, vor allem aber der Häftlinge gesehen und deshalb Wasser und Nahrungsmittel untersucht, Maßnahmen gegen ansteckende Krankheiten ergriffen sowie Desinfektionen, auch mittels Gas, von Unterkünften durchgeführt.

Tatsächlich wird die Rolle Wasickys im KZ Mauthausen von Historikern wie auch durch diverse belastende Zeugenaussagen seiner Lagerkollegen wie auch von KZ-Häftlingen wesentlich brutaler eingeschätzt. So gilt er als eine derjenigen Führungspersonen des Lagers, die auch persönlich die Vergasungen von KZ-Häftlingen in der Gaskammer leiteten. Zwar wurden die meisten dieser Mordaktionen vom Kommandoführer des Krematoriums, SS-Hauptscharführer Martin Roth (1914–2003) geleitet, jedoch nennen Zeugenaussagen auch Wasicky als Lagerapotheker sowie den Lagerarzt Eduard Krebsbach (1894–1947) als Durchführende von Gasmorden. Sowohl der Lagerarzt Krebsbach, als auch dessen ehemaliger Schreiber, Ernst Martin, gaben nach dem Zweiten Weltkrieg an, dass Wasicky entweder persönlich auf Befehl des Lagerkommandanten Franz Ziereis (1905–1945) die Gaskammer zur Vergasung von KZ-Häftlingen errichten ließ (Krebsbach), oder bezeichnen ihn zusammen mit dem Lagerarzt direkt als „den Schöpfer der Gaskammer“ (Martin). Als Lagerapotheker von Mauthausen war Wasicky jedenfalls mitverantwortlich für die Selektion jener frisch im Lager ankommenden Häftlinge, die sofort vergast werden sollten.


Eine konkrete Aussage zu Wasickys Beteiligung am Massenmord in der Gaskammer des KZ Mauthausen findet sich auch im Beschluss des Landgerichts Hagen von 1972 zum Prozess gegen Kommandoführer des Krematoriums in Mauthausen, Martin Roth. Darin heißt es:
Wasickys Wissen um die Vergasungen, und seine Teilnahme an solchen werden auch durch die Aussagen von Anton Streitwieser (1916–1972) bei der deutschen Justiz 1965 bestätigt. Als SS-Untersturmführer war Streitwieser der dritte Schutzhaftlagerführer des KZ Mauthausen:
Neben seiner Rolle bei der Errichtung der Gaskammer und seiner persönlichen Beteiligung an Massenmorden durch Giftgas Vorort, war Wasicky zwischen Oktober 1941 und Juni 1942 auch Teil der Mordaktionen an KZ-Häftlingen mittels des lagereigenen Vergasungswagens. Diese Lastkraftwagen fuhren in einem „Pendelverkehr“ vom Hauptlager in Mauthausen auf der fünf Kilometer langen Strecke über den kleinen Ort Langenstein in das große Zweiglager Gusen, und zurück. Dabei wurden Giftgasmorde an arbeitsunfähig gewordenen, körperschwachen oder kranken KZ-Häftlinge begangen. Der Vergasungswagen zwischen Mauthausen und Gusen wurde laut Hans Maršálek (2006) überwiegend von einem SS-Unterscharführer namens „F. Hartl“ gefahren, jedoch nach Eigenaussage des Lagerkommandanten auch von Franz Ziereis selbst, sowie vom Lagerarzt Krebsbach sowie auch vom Lagerapotheker Wasicky. Ebenso war Wasicky an der Vergasung von KZ-Häftlingen in der Tötungsanstalt Hartheim im Rahmen der Aktion 14f13 beteiligt. Wasicky selbst leugnete nach Kriegsende jegliche persönliche Anwesenheit während der Massenmorden durch Giftgas, insbesondere den Massenmord an rund 260 Tschechen im Jahr 1942. Vermutlich im Jahr 1943 fuhr Wasicky gemeinsam mit dem Firmenchef Anton Slupetzky mit einem Lastkraftwagen zum Giftgasproduzenten Kaliwerke Kolín, um dort 2000 bis 4000 kg Zyklon B zu beschlagnahmen.
Laut einer 1945 getätigten Aussage von Ernst Martin, dem ehemaligen Schreiber von Eduard Krebsbach als Standortarzt des KZ Mauthausen, habe Erich Wasicky an der Zusammenstellung von verschiedenen chemischen Giftmischungen für Todesspritzen gearbeitet, und diese auch persönlich KZ-Häftlinge verabreicht. Laut Ernst Klee (2008) und Edzard Ernst (2025) war Wasicky als Pharmazeut im KZ Mauthausen außerdem auch an experimentellen Tötungen von Häftlingen durch den berüchtigten Lagerarzt Aribert Heim (1914–1992) beteiligt. Der ehemalige Schreiber im Krankenrevier des KZ Mauthausen, František Poprawka warf Wasicky in einem Interview von 1965 vor, der Lagerapotheker habe in Eigenregie Tötungsmethoden mit Pillen an 30 bis 40 KZ-Häftlingen erprobt, von denen mehrere direkt an den Folgen gestorben seien.
Nach eigener Darstellung beantragte Wasicky im Februar 1944 eine Versetzung. Am 14. Februar meldete er sich bei der Amtsgruppe D des SS-Führungshauptamts, woraufhin ihm das SS-Lazarett in der französischen Stadtgemeinde Auxerre zugewiesen wurde; dort nahm er am 25. Februar 1944 seinen Dienst auf. Im Zeitraum vom 15. November 1944 bis zum 19. Jänner 1945 fungierte Wasicky als Divisionsapotheker der 20. Waffen-Grenadier-Division der SS, die an der Ostfront im Krieg gegen die Sowjetunion eingesetzt wurde. Mit Wirkung vom 1. Mai 1945 wurde er aus dem Dienst entlassen und begab sich anschließend zu seiner Familie nach Gosau im Salzkammergut.

Nachdem er im Sommer 1945 in einer Zeitung auf einen Bericht über das Geständnis des Mauthausener Lagerkommandanten Franz Ziereis gestoßen war, in dem auch sein Name erwähnt wurde, suchte Wasicky am 22. August 1945 das Büro des US-Geheimdienstes Counter Intelligence Corps (CIC) in Bad Ischl auf. Dort bat er um eine Klärung seiner Angelegenheit, da er nach eigener Darstellung „ein völlig reines Gewissen und nichts zu verheimlichen“ habe. Unmittelbar nach dieser Vorsprache wurde Wasicky festgenommen und in das Kriegsgefangenenlager bei Golling sowie das Camp Marcus W. Orr bei Glasenbach überstellt. Nach mehreren Verhören erfolgte im Februar 1946 seine Verlegung ins bayerische Dachau, wo er im Rahmen des Dachauer Mauthausen-Hauptprozesses angeklagt wurde. Am 13. Mai 1946 erging gegen ihn das Todesurteil durch ein US-Militärgericht.
Bis zuletzt bestritt Wasicky jegliche Schuld, was sich in seinen handschriftlichen, teilweise in englischer Sprache abgefassten Gnadengesuchen widerspiegelt. Darin erklärte er, der Anlass seiner Verurteilung sei ihm „bei bestem Willen unverständlich“, und ging so weit sich selbst „auf Grund meiner Tätigkeit und meines Verhaltens im K.L. unbedingt zur Widerstandsbewegung zu zählen“. Die Haftzeit zwischen der Urteilsverkündung und seiner Hinrichtung verbrachte Wasicky oft mit Zeichnen, darunter auch Cartoons, in denen er sich selbst als Opfer darstellte, und die er seinen Wachleuten als Geschenke überreichte. Das Todesurteil sollte ursprünglich an seinem 36. Geburtstag, dem 27. Mai 1947 erfolgen. Auf seine persönliche Bitte hin wurde die Vollstreckung jedoch um einen Tag verschoben, so dass Erich Wasicky schließlich am 28. Mai 1947 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg als Kriegsverbrecher gehängt wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Forschung zu den einzelnen Tätern des NS-Regimes von der NS-Forschung lange vernachlässigt, und später der Fokus zunächst nur auf die „erste Reihe“ der führenden Nationalsozialisten gelegt. Erst seit den 1990er Jahren kam es allmählich zu einem Paradigmenwechsel in Richtung „Täterforschung 2.0“, in dessen Zuge nun auch verstärkt die „zweite Reihe“ von NS-Tätern in den Blick der Geschichtswissenschaft gelangte. Unter der Leitung des österreichischen Historikers Gregor Holzinger veröffentlichte die Forschungsstelle der KZ-Gedenkstätte Mauthausen schließlich 2016 eine erste Publikation über die Täter des KZ Mauthausen. Darunter findet sich auch eine Kurzbiographie über Erich Wasicky als SS-Apotheker des Konzentrationslagers.
Bei der Beurteilung Wasickys hebt Gregor Holzinger (2016) in dessen Kurzbiographie die Tatsache hervor, dass Erich Wasicky mit seinem frühen NSDAP-Beitritt 1930 zu den rund 3000 ersten österreichischen Nationalsozialisten gehörte. Daher zählt Holzinger den Lagerapotheker von Mauthausen analog zur Analyse des österreichischen Historikers Gerhard Botz zu den „meist [...] überzeugte[n] und auch durch widrige Umstände nicht von ihrer Partei abzubringende[n] Nationalsozialisten“ in Österreich. Der deutsch-britische Mediziner und Professor für Alternativmedizin, Edzard Ernst, der auch Monographien über NS-Ärztinnen im Allgemeinen sowie über NS-Ärzte in Österreich verfasst hat, veröffentlichte anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Ernennung Richard Wasickys zum Dekan der Universität Wien 2025 beim Standard einen Artikel über dessen nationalsozialistisch orientierten Neffen Erich, den „mörderderische[n] Apotheker des KZ Mauthausen“. Dabei sieht Edzard Ernst in der unterschiedlichen Entwicklung der beiden Wasickys eine symbolische Gegenüberstellung von zwei diametral entgegengesetzten Facetten der jüngeren österreichischen Geschichte:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wasicky, Erich |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Nationalsozialist, Lager-Apotheker im KZ Mauthausen |
| GEBURTSDATUM | 27. Mai 1911 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 28. Mai 1947 |
| STERBEORT | Landsberg am Lech |