| Ernests Laumanis | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 8. Mai 1908 | |
| Geburtsort | Liepāja, Gouvernement Kurland | |
| Sterbedatum | 13. Dezember 1968 | |
| Sterbeort | Ozolnieki, Lettische SSR | |
| Position | Stürmer | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1926 | Olimpija Liepāja | |
| 1928 | LNJS Liepāja | |
| 1929–1931 | ASK Riga | |
| 1932–1934 | Olimpija Liepāja | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Ernests Laumanis (deutsch: Ernst Laumann, * 25. Apriljul. / 8. Mai 1908greg. in Liepāja; † 13. Dezember 1968 in Ozolnieki) war ein lettischer Fußballspieler und Offizier deutsch-baltischer Herkunft.
Ernests Laumanis wurde im Jahr 1908 in Liepāja als Sohn des Schmieds Krist Laumanis (1877–?) und seiner Ehefrau Minna (geb. Runge, 1875–?) geboren. Sein Bruder Fricis Laumanis (Fritz Laumann, 1910–1981) war lettischer Fußballnationalspieler. Laumanis besuchte die 5. Grundschule der Stadt Liepāja und schloss 1927 die mechanische Abteilung der Staatlichen Technischen Schule Liepāja ab. In seiner Jugend wollte Laumanis Theologie studieren. Die finanziellen Möglichkeiten seiner Familie reichten dafür jedoch nicht aus. Nachdem er ein Jahr in den Eisenbahnwerkstätten von Liepāja gearbeitet hatte, trat er 1928 in die Lettische Kriegsschule in Riga ein und begann damit seine militärische Laufbahn. Zwei Jahre später schloss er die Kriegsschule ab und diente als Leutnant und Zugführer im 2. Infanterieregiment von Ventspils. 1933 wurde er zum Oberleutnant befördert. Anschließend diente er zeitweise auch im 3. Infanterieregiment von Jelgava. Ende der 1930er Jahre schied Laumanis freiwillig aus dem Militärdienst und übernahm mit Unterstützung seines ehemaligen Schulkameraden Alfreds Valdmanis, dem lettischen Finanzminister, die Leitung eines Kalkofens in Nīgrande. Während der Sowjetischen Besetzung Lettlands 1940 im Zweiten Weltkrieg kehrte er jedoch zur lettischen Armee zurück und trat dem 24. Territorialen Schützenkorps bei, aus dem er im Februar 1941 erneut entlassen wurde. Nach dem Wechsel der Besatzungsmacht meldete er sich zu den lettischen Selbstverteidigungskräften und wurde Kommandeur einer Einheit. Zahlreiche Arbeiter der Drahtfabrik – des späteren Unternehmens Liepājas Metalurgs – schlossen sich ebenfalls an. Später gehörte Laumanis als Kompaniechef dem 21. Liepāja-Polizeibataillon an der Leningrader Front an. Nach der Aufstellung der Lettischen Legion wurde er in das 1. Grenadierregiment eingegliedert, das später als 39. Grenadierregiment bezeichnet wurde. Darüber hinaus veröffentlichte er mehrere Artikel in der Presse des deutschen Besatzungsgebiets Ostland, in denen er die Letten dazu aufrief, sich freiwillig zum Fronteinsatz zu melden. Im April 1943 wurde das 21. Liepāja-Polizeibataillon in die Lettische Brigade eingegliedert und an die Wolchow-Front verlegt. Später wurde das Bataillon der 19. Waffen-Grenadier-Division der SS unterstellt. Im August 1943 erhielt Laumanis das Eiserne Kreuz II. Klasse, im August 1944 folgte die Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse. Später übernahm er das Kommando über das 19. Füsilierbataillon der 19. Division. Laumanis wurde für mehrere gewagte Unternehmungen im rückwärtigen Gebiet der Roten Armee bekannt. Er führte sein Bataillon, das auch als „Laumanis-Männer“ (Laumanieši) bekannt war, während der Kämpfe im Kurland-Kessel. Am 5. März 1945 wurde Laumanis mit der Ehrenblattspange ausgezeichnet. Er beendete den Krieg im Dienstgrad eines Sturmbannführer.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hielt Laumanis sich eine Zeit lang in den Wäldern von Kurland versteckt. Schließlich wurde er im Frühjahr 1946 in Liepāja vor Gericht gestellt und zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit im Arbeitslager Workuta verurteilt. Im Jahr 1955 oder 1956 wurde er begnadigt, wegen „antisowjetischer Äußerungen“ jedoch 1957 erneut verurteilt und in das Lager Potma nach Mordwinien deportiert. 1966 wurde er freigelassen und litt an Magengeschwüren und Herzschwäche. Wegen einer chronischen Dysenterie trank Laumanis meist starken Tee, den sogenannten Tschifir. Zunächst ließ Laumanis sich in Ozolnieki nieder und arbeite als Förster. In seinen letzten beiden Lebensjahren arbeitete Laumanis in der Zuckerfabrik von Jelgava. Laumanis starb 1968 im Alter von 60 Jahren und wurde auf dem Waldfriedhof Riga beerdigt. Bei seiner Beerdigung waren Angehörige der sowjetischen Staatssicherheit anwesend.
Ernests Laumanis spielte in seiner Fußballkarriere als Stürmer. In der höchsten lettischen Fußballliga spielte er für Olimpija Liepāja, LNJS Liepāja und ASK Riga. Im Jahr 1926 spielte Laumanis bei Olimpija. In der Saison 1928 spielte er für den Virslīga-Aufsteiger LNJS Liepāja. Nachdem der Verein am Ende der Saison abgestiegen war, wechselte Laumanis zum Armeesportverein ASK Riga. Nach drei Spielzeiten in Riga wechselte Laumanis 1932 zurück zu Olimpija Liepāja. In der Saison 1933 wurde Laumanis mit dem Verein lettischer Meister.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Laumanis, Ernests |
| KURZBESCHREIBUNG | lettischer Fußballspieler und Offizier |
| GEBURTSDATUM | 8. Mai 1908 |
| GEBURTSORT | Liepāja, Gouvernement Kurland |
| STERBEDATUM | 13. Dezember 1968 |
| STERBEORT | Ozolnieki, Lettische Sozialistische Sowjetrepublik, Sowjetunion |