| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 35′ N, 13° 14′ O | |
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Elbe-Elster | |
| Verbandsgemeinde: | Liebenwerda | |
| Höhe: | 86 m ü. NHN | |
| Fläche: | 82,16 km² | |
| Einwohner: | 6036 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 73 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04895 | |
| Vorwahl: | 035365 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EE, FI, LIB | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 62 128 | |
| Stadtgliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 3 04895 Falkenberg/Elster | |
| Website: | www.falkenberg-elster.de | |
| Bürgermeister: | Matthias Loske | |
| Lage der Stadt Falkenberg/Elster im Landkreis Elbe-Elster | ||
Falkenberg/Elster ist eine Stadt im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg, etwa 90 Kilometer südlich von Berlin, 65 Kilometer nordöstlich von Leipzig und 80 Kilometer westlich von Cottbus. Falkenberg erlangte erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts größere Bedeutung mit der Entwicklung des Bahnhofs Falkenberg (Elster) zum Eisenbahnknotenpunkt an drei Hauptbahnen und der Ort wurde zur Eisenbahnerstadt.
Zu Falkenberg gehören folgende Ortsteile:
Hinzu kommen die Wohnplätze Forsthaus Görnewitz, Kiebitz, Kleinrössen, Kölsa-Siedlung und Neuhof.
Falkenberg/Elster wurde 1251 erstmals urkundlich als Valkenberch in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Nimbschen bei Grimma durch den Markgrafen Heinrich von Meißen erwähnt. Ein Ritter von Rostoc ist 1345 als Besitzer des Gutes belegt. Dessen zwei Söhne erschlugen ihn und teilten das Rittergut in einen oberen und unteren Hof auf. Spätere Besitzer waren die Gebrüder von Köckeritz und die von Störe. Von 1409 bis 1662 hatte die Familie Hohndorf den oberen Hof in Besitz, danach Georg Dietrich Truchsess. Der Herzberger Bürgermeister Huth kaufte 1684 den oberen Hof für 4342 Gulden. Er hatte vorher schon zwei wüste Bauernhöfe in Kiebitz übernommen, die zum unteren Hof gehörten.
Mit dem unteren Hof wurden 1419 die Gebrüder Schaffe belehnt. Nach deren Tod übernahm das Amt Liebenwerda den unteren Hof, bis dieser 1539 dem kurfürstlichen Hofmarschall Heinrich von Schönberg übergeben wurde, dessen Sohn Johann Friedrich von Schönberg 1576 den Hof übernahm. Bürgermeister Huth übernahm 1691 den überschuldeten unteren Hof, womit das Rittergut Falkenberg und der Ort Kiebitz in einen Wirtschaftshof überführt waren. Huths Schwiegersohn Grauschütz verkaufte das Rittergut Falkenberg 1722 mit einem Erlös von 35.000 Talern an den Herrn von Zaschnitz, der seit 1719 Besitzer von Schmerkendorf war. Wirtschaftlicher Misserfolg führte dann 1748 zum Verkauf an den kursächsischen Kreishauptmann Peter von Hohenthal, der auch Schmerkendorf übernahm.
Hohenthal, der die Funktion des Oberkonsistorialvizepräsidenten ausübte und später zum Grafen erhoben wurde, organisierte die Land- und Forstwirtschaft nach modernen, strengen Regeln. Ernteergebnisse und Viehbestände wurden in Listen registriert. Er veröffentlichte Abhandlungen über die Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft sowie über die Probleme der Flussregulierung. Er befasste sich progressiv mit dem Schul- und Armenwesen. Der spätere Generalleutnant Heinrich Samuel Gottlieb von Schaper kaufte das Rittergut 1834. Ihm folgte sein Sohn, der Landrat Carl Heinrich von Schaper, und ab 1886 war wiederum dessen Sohn Rittmeister Arthur von Schaper (1844–1911) der Gutsbesitzer in Falkenberg. Rittergutsbesitzer von Schaper fungierte auch seit 1873 als Deichhauptmann und als örtlicher Amtsvorsteher. Die Gemeindeverwaltung Falkenberg kaufte 1911 der Familie von Schaper das Rittergut für einen Preis von 1,3 Millionen Mark ab.


Während des Schmalkaldischen Krieges kam es hier am 24. April 1547 zur entscheidenden Wende der Schlacht bei Mühlberg. In einem Wäldchen bei Falkenberg/Elster umzingelten spanische und ungarische Husaren zusammen mit neapolitanischen schweren Reitern den sächsischen Kurfürsten. Er wehrte sich, kämpfte tapfer und wurde durch einen Säbelhieb im Gesicht verletzt, dann gefangen genommen und zunächst vor den Herzog von Alba, schließlich vor den Kaiser selbst geführt.
Falkenberg war bis zur Entstehung des Eisenbahnknotens ein unbedeutendes Straßendorf. Der Ort bekam 1848 eine Station an der Bahnstrecke Jüterbog–Riesa. Als 1872 das Schienenkreuz mit der Strecke Leipzig/Halle (Saale)–Eilenburg–Falkenberg–Cottbus in Betrieb ging, führte das zu einem starken Wachstum.
Durch die Eisenbahn siedelten sich viele andere Unternehmen an, auch die etlichen Nebengewerke der Bahn und die Reichspost. Die private Kleinbahnstrecke Falkenberg–Uckro der Niederlausitzer Eisenbahn wurde 1898 eröffnet und 1901 bis Beeskow verlängert (Niederlausitzer Eisenbahn-Gesellschaft). Die neue Schule wurde 1910 fertiggestellt, 1913 folgte die Weihe der neuen evangelischen Kirche. Im Liebenwerdaer Gasthof Zum Weißen Roß fand 1908 die Gründung der Überlandzentrale Liebenwerda mit Sitz (ab 1911) in Falkenberg statt. Weitere Firmen siedelten sich an oder gründeten sich neu, wie 1914 das Imprägnierwerk Kupsch und Seidel GmbH Berlin oder das Kalksandsteinwerk Hartsteinwerk GmbH 1922. Der Baggerteich, heutiges Erholungsgebiet Kiebitz, entstand. Der Wasserturm und eine Wasserversorgung wurden 1928 gebaut. Am 9. Dezember 1936 wurde der Fliegerhorst Alt-Lönnewitz eingeweiht, welcher nach dem Krieg von der Roten Armee weiter ausgebaut und genutzt wurde.
In den 1930er Jahren gab es im Deutschen Reich 36 Orte, die den Namen Falkenberg trugen. Falkenberg bei Torgau, Falkenberg, Bezirk Halle, Falkenberg, Kreis Liebenwerda lautete für verschiedene Verwendungszwecke die Unterscheidung des damaligen Dorfes von den anderen gleichnamigen Orten. Der Gemeinderat wählte 1937 den heutigen Ortsnamen Falkenberg/Elster aus, der im Januar 1938 vom Präsidenten der Provinz Sachsen bestätigt wurde, obwohl der Ort nicht an der Schwarzen Elster lag.
Aufgrund der strategischen Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt wurde der Ort im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe stark zerstört. Der Krieg war mit Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung von Millionen Menschen in den überfallenen Ländern verbunden. Als der Krieg nach Deutschland zurückkehrte, setzte eine Fluchtwelle von Millionen Deutschen aus dem Osten ein. Da der Bahnhof Falkenberg ein Umsteigebahnhof und Verkehrsknotenpunkt war, spielten sich hier ungezählte Menschenschicksale ab. An das Schicksal dieser Menschen und derer, die nach dem Krieg ihre Heimat verlassen mussten, erinnert ein auf dem Bahnhofsvorplatz am 5. Oktober 2021 errichtetes Denkmal.
Das Denkmal wurde im September 2022 von Unbekannten zerstört. Es wurde wiedergestellt und im April 2023 zum 78. Jahrestag der Bombardierung des Bahnhofs erneut eingeweiht.
Am 17. Oktober 1962 erhielt Falkenberg/Elster das Stadtrecht. Mit der Eingliederung von Beyern, Großrössen, Kölsa und Rehfeld in die Stadt Falkenberg/Elster am 31. Dezember 2001 bekam der vergrößerte Ort dann erstmals Kontakt zu seinem namensgebenden Fluss.
Im März 2019 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass sich Falkenberg/Elster zum 1. Januar 2020 mit Bad Liebenwerda, Mühlberg/Elbe und Uebigau-Wahrenbrück (alle Landkreis Elbe-Elster) zur Verbandsgemeinde Liebenwerda zusammenschließt.
Seit dem 25. Mai 2009 führt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.
Falkenberg gehörte 1817–1952 zum Landkreis Liebenwerda (bis 1947 in der preußischen Provinz Sachsen, 1947–1952 im Land Sachsen-Anhalt). Von 1952 bis 1993 war die Stadt Teil des Kreises Herzberg (bis 1990 im DDR-Bezirk Cottbus, seit 1990 im Land Brandenburg). Seit der Kreisreform 1993 liegt Falkenberg im Landkreis Elbe-Elster.
Am 25. Juli 2022 brach in der Nähe von Falkenberg ein großer Waldbrand aus, der sich auf mehr als 800 Hektar Fläche ausbreitete. Die Löscharbeiten dauerten bis zum 2. August 2022 an. Neben Feuerwehren aus diversen Landkreisen in Brandenburg kamen auch Bundeswehr, Polizei, THW und Feuerwehrleute aus vier weiteren Bundesländern zum Einsatz.
Am 31. Dezember 2001 wurden die bisher selbstständigen Ortschaften Beyern, Großrössen, Kölsa und Rehfeld eingemeindet. Schmerkendorf kam am 26. Oktober 2003 hinzu.
|
|
|
|
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf die Eingliederung mehrerer Gemeinden in den Jahren 2001 und 2003 zurückzuführen.
Die Stadtverordnetenversammlung von Falkenberg/Elster besteht aus 18 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019 |
Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Unabhängige Verantwortungsbewusste Kommunalpolitik | 24,9 % | 4 | 48,5 % | 9 | |
| SPD | 26,2 % | 5 | 18,8 % | 3 | |
| CDU | 20,8 % | 4 | 16,5 % | 3 | |
| FDP | 9,1 % | 2 | 9,6 % | 2 | |
| Die Linke | 9,3 % | 2 | 6,6 % | 1 | |
| Landwirtschaft, Umwelt und Natur | 5,1 % | 1 | – | – | |
| Bündnis 90/Die Grünen | 2,9 % | – | – | – | |
| Einzelbewerber Philipp Nagl | 1,7 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 18 | 100 % | 18 |
Herold Quick wurde in der Bürgermeisterwahl am 24. September 2017 ohne Gegenkandidat mit 83,3 % der gültigen Stimmen wiedergewählt. Er wechselte 2020 als Bürgermeister in die neu gegründete Verbandsgemeinde Liebenwerda.
Am 23. Januar 2020 wählten die Stadtverordneten Stephan Bawey zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister. Am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 88,7 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre. Im Juli 2025 erklärte Bawey seinen Rücktritt als Bürgermeister im Dezember 2025.
Am 27. November 2025 wurde Matthias Loske von der Stadtverordnetenversammlung zum neuen Bürgermeister gewählt. Er ist seit dem 1. Dezember 2025 im Amt.
Das Wappen wurde am 28. Februar 1994 genehmigt.
Blasonierung: „In Grün über rotem Rad mit goldenen Flügeln ein silberner Hochspannungsmast beseitet von goldenen Ähren.“

Nach Erlangung des Stadtrechts 1962 wurde ein Gestaltungswettbewerb für das Wappen von Falkenberg/Elster ausgeschrieben. Diesen gewann der Entwurf des damaligen Berufsschullehrers Willy Heidemann, der dafür eine Prämie von 50 Mark erhielt. Das Falkenberger Stadtwappen wurde 1963 bestätigt.
Das Wappen enthielt die Symbole der drei wirtschaftlichen Hauptträger der Stadt, einen Hochspannungs-Stahlgittermast für den Standort eines Energieversorgungs-Betriebes, rechts und links zwei stilisierte Ähren für die Bedeutung der Landwirtschaft und im unteren Bereich das Flügelrad der Deutschen Reichsbahn, die damals mit bis zu 2.500 Beschäftigten in sieben Dienststellen einer der wichtigsten Arbeitgeber Falkenbergs war.

Mit der Hansestadt Warburg in Nordrhein-Westfalen besteht seit 1991 eine Städtepartnerschaft. Als Ausdruck dessen gibt es in Warburg eine Falkenbergstraße, in Falkenberg einen Warburger Platz.
Im März 2019 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, dass sich Falkenberg/Elster zum 1. Januar 2020 mit Bad Liebenwerda, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg/Elbe (alle Landkreis Elbe-Elster) zur Verbandsgemeinde Liebenwerda zusammenschließt.
In der Liste der Baudenkmale in Falkenberg/Elster und in Liste der Bodendenkmale in Falkenberg/Elster stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Der Stadtpark inmitten der Stadt ist von sehr alten Eichen geprägt.

Zu den bedeutenden Unternehmen in Falkenberg zählen die HELLER Elektro-Hausgeräte GmbH und die Bon Pastaio GmbH, Hersteller von tiefgekühlten Pasta-Spezialitäten.

Der Bahnhof Falkenberg (Elster) ist Knotenpunkt von vier Bahnstrecken. Im Turmbahnhof kreuzt sich die Bahnstrecke Halle–Cottbus auf der oberen Ebene mit den Bahnstrecken Węgliniec–Roßlau und Jüterbog–Röderau auf der unteren Ebene. Daneben zweigte die Nebenbahnstrecke der Niederlausitzer Eisenbahn in den Spreewald vom unteren Bahnhofsteil ab.
Ein repräsentatives Empfangsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Aufgrund des schlechten baulichen Zustands der Bahnhofsanlagen erfolgte bis 2009 eine grundhafte Erneuerung des Kreuzungsbauwerks, der oberen Seitenbahnsteige sowie der Bahnsteigzugänge. Drei Aufzüge ermöglichen einen barrierefreien Zugang zu den fünf Bahnsteigen.
Die oberen Bahnsteige werden von den Regional-Express-Linien RE 10 Leipzig–Cottbus–Frankfurt (Oder) und RE 11 Leipzig–Hoyerswerda sowie den Regionalbahnlinien RB 43 Falkenberg–Cottbus–Frankfurt (Oder), RB 49 Falkenberg–Ruhland–Cottbus und der S-Bahnlinie S 4 Markkleeberg–Leipzig–Falkenberg bedient.
An den unteren Bahnsteigen halten Züge der Regionalexpresslinien RE 4 Stendal–Rathenow–Berlin–Jüterbog und RE 14 Falkenberg–Dessau sowie die Regionalbahnlinie RB 51 Falkenberg–Dessau.
Auf der Niederlausitzer Eisenbahn wurde der Personenverkehr 1998 eingestellt. Von 2006 bis 2008 war Falkenberg im Sommerhalbjahr am Wochenende mit Riesa und Mühlberg/Elbe über Schlieben mit Groß Leuthen-Gröditsch durch den Elbe-Spreewald-Kurier und den Elbe-Elster-Express der Nichtbundeseigenen Eisenbahn Deutsche Regionaleisenbahn verbunden.
Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch den PlusBus des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg erbracht. Folgende Verbindung führt, betrieben von der VerkehrsManagement Elbe-Elster, ab Falkenberg:
Falkenberg liegt an den Landesstraßen L 60 zwischen Döbrichau in Sachsen und Uebigau, L 67 nach Herzberg und L 672 nach Marxdorf.
