Fatima Gallaire

Fatima Gallaire (geboren als Fatima Bourega am 7. August 1944 in El Harrouch, Algerien; gestorben 15. September 2020 in Paris) war eine französische Dramatikerin und Schriftstellerin, die sich in ihren Texten intensiv mit ihrem Geburtsland Algerien und der Rolle der Frauen in der arabischen Kultur beschäftigt hat.

Leben

Bourega war 18 Jahre alt, als Algerien am 5. Juli 1962 seine Unabhängigkeit erklärte. Von 1963 bis 1967 studierte sie Französische Literatur an der Universität Algier und schloss mit dem Bachelor ab. Von 1967 bis 1970 nutzte sie einen Aufenthalt in Paris, um sich mit Kino und Film zu beschäftigen. Zurück in Algier arbeitete sie als Kulturreferentin an der Cinémathèque in Algier. 1975 zog sie wieder nach Paris, studierte Filmwissenschaft an der Universität Vincennes in Paris und machte 1980 ihren Abschluss. 1980 heiratete sie und nahm den Namen ihres Mannes Gallaire an. 1981 bekam sie Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen.

1985 begann sie für das Theater zu schreiben. Ihr erstes Stück war Haou Jitiou, das 1988 als Ah ! vous êtes venus là où il y a quelques tombes (Ah! Du bist dorthin gekommen, wo die Gräber sind) veröffentlicht wurde und später nur noch unter dem Kurztitel Princesses bekannt war. Die englische Übersetzung hat den Titel You have come back. Gallaire schrieb mehr als zwanzig Stücke in Französisch, die in zahlreiche Sprachen (Englisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Usbekisch usw.) übersetzt und aufgeführt wurden, darunter Les Coépouses.

1991 schrieb sie ihren ersten Prosatext, den Jugendroman Le Mendigot. Dies ist einer der wenigen Texte, die unter dem Titel Der Herumtreiber auf Deutsch veröffentlicht wurden. Außerdem wurde die Erzählung Jessie ou l’appel du désert (deutsch: Jessie oder der Ruf aus der Wüste) in dem deutsch-französischen Sammelband Neuf nouvelles nouvelles – Neue französische Erzählungen veröffentlicht.

Auszeichnungen

1987 erhielt sie einen Preis für neue Talente: den Prix SACD Nouveau Talent. 1990 erhielt sie den Prix Arletty, 1993 den Prix Malek Haddad der Fondation Nourredine Aba und 1994 den Prix Amic der Académie française für ihr gesamtes Theaterwerk.

Die Uraufführung von Princesses am Théâtre des Amandiers in Nanterre unter der Regie von Jean-Pierre Vincent wurde vom Syndicat de la critique 1990–1991 mit dem Preis für die beste Uraufführung eines Stücks in französischer Sprache ausgezeichnet.

Gallaire war eines von zehn Mitgliedern der Académie internationale des auteurs dramatiques de Châtillon-sur-Chalaronne. 2005 erhielt sie die Stipendien Bourse Beaumarchais und Bourse du Centre National du Livre.

Werke (Auswahl)

Die Werke wurden unter dem Namen Fatima Gallaire veröffentlicht, den sie nach ihrer Heirat angenommen hatte. Gallaire begann ihre schriftstellerische Arbeit damit, Kurzgeschichten zu schreiben. Aus der Tradition des oralen Erzählens wurden daraus immer mehr Theaterstücke. Sie verfasste Erzählungen und Romane und veröffentlichte einen Gedichtband.

Literatur (Auswahl)

Monografien

Artikel in der Reihenfolge des Erscheinens:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Curriculum vitae. In: gallaire.com. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  2. ↑ Siehe auch Diskussionsseite unter dem Abschnitt „Geburtsdatum“.
  3. ↑ Bourega Fatima. In: fichier des décès (Todesfalldatei). (matchid.io).
  4. ↑ Todesanzeige von der Tochter Fabienne Gallaire - mit Bild. twitter, 20. September 2020, abgerufen am 6. Dezember 2023 (französisch).
  5. ↑ Christiane P. Makward, Madeleine Cottenet-Hage: Dictionnaire littéraire des femmes de langue française: de Marie de France à Marie NDiaye. Karthala Editions, 1996, ISBN 978-2-86537-676-6, S. 256 f.
  6. ↑ Colette Scherer: Catalogue des pièces de théâtre africain en langue française conservées à la Bibliotheque Gaston Baty. Presses Sorbonne Nouvelle, 1995, ISBN 978-2-87854-105-2, S. 34 ff.
  7. ↑ Jean Déjeux, La littérature féminine de langue française au Maghreb, Karthala, 1994 (lire en ligne [archive]), p. 226.
  8. ↑ Gallaire.com (Hrsg.): Curriculum vitae.
  9. ↑ Oeuvres traduites. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  10. ↑ Fatima et son double Jean-Pierre Vincent met en scène une oeuvre majeure de l'Algérienne Fatima Gallaire. In: Le Monde. 29. Mai 1991 (lemonde.fr).
  11. ↑ Biographie. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
  12. ↑ Christina Oikonomopoulou: Gallaire, Fatima (née Bourega). In: Béatrice Didier, Antoinette Fouque, Mireille Calle-Gruber (Hrsg.): Le Dictionnaire universel des créatrices. Éditions des femmes, 2013, S. 1676 (dictionnaire-creatrices.com).
  13. ↑ Théâtre de Fatima Gallaire. Abgerufen am 6. Dezember 2023.
Personendaten
NAME Gallaire, Fatima
ALTERNATIVNAMEN Bourega, Fatima; Bourega-Gallaire, Fatima
KURZBESCHREIBUNG französische Dramatikerin und Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 7. August 1944
GEBURTSORT El Harrouch, Algerien
STERBEDATUM 15. September 2020
STERBEORT Paris, Frankreich