| Feilo Sylvania | |
|---|---|
| Rechtsform | Unternehmensgruppe |
| Gründung | 1993 als Sylvania Lighting International |
| Sitz | Budapest, Ungarn |
| Leitung | Tom Qi (Global CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 1.270 (2024/25) |
| Branche | Beleuchtungsindustrie |
| Website | sylvania-group.com |
| Stand: 8. Oktober 2026 | |
Feilo Sylvania, im Außenauftritt Sylvania Group, ist eine Unternehmensgruppe der Beleuchtungsindustrie. Sie gehört zum chinesischen INESA-Konzern. Die Gruppe geht auf die 1993 aus dem internationalen Beleuchtungsgeschäft von GTE hervorgegangene Sylvania Lighting International zurück.
Die Wurzeln von Sylvania lassen sich bis in die frühen 1900er Jahre zurückverfolgen. Die Vorgängerunternehmen (Merritt Manufacturing Company in Middleton, Massachusetts und Bay State Lamp Co in Danvers, Massachusetts) waren zunächst darauf spezialisiert, ausgebrannte Glühfäden in Lampen zu erneuern. Später wurden unter den Firmenbezeichnungen Hygrade Incandescent Lamp Company, Novelty Incandescent Lamp Company, Inc. und Nilco Lamp Works auch neue Lampen produziert. 1924 wurde von der Nilco schließlich die Sylvania Products Company in Emporium, Pennsylvania gegründet. Diese entwickelte Radioröhren und stellte sie her.
1931 fusionierte die Sylvania Products Company mit der Hygrade Incandescent Lamp Company zur Hygrade Sylvania Corporation. Nur wenige Monate nach dem Angriff auf Pearl Harbor stellte das Unternehmen fast komplett auf Kriegsproduktion um und nannte sich nun Sylvania Electric Products, Inc. Zu dieser Zeit gelang Sylvania die Produktion eines voll funktionsfähigen Abstandszünders. Infolge seines rasanten Wachstums weitete das Unternehmen sein Portfolio auf viele Bereiche aus und fertigte neben Lampen und Radioröhren nun auch Leuchten, Radarsichtgeräte und Unterhaltungselektronik wie Fernseher und Radios.
1959 fusionierte Sylvania Electric Products Fusion mit General Telephone und wurde Hersteller von Elektronik, Beleuchtung, TV, Radio und Chemie und Metallurgie. Der neue Konzern nannte sich General Telephone & Electric Corporation. Sylvania wurde als separate Geschäftseinheit weiterbetrieben und produzierte Kameras, Fotoblitzlampen, allgemeine Beleuchtung, Fernsehgeräte und Anti-Raketenabwehrsysteme. 1981 verkaufte GTE seine Unterhaltungselektronikfirma an Philips Nord Amerika.
GTE kündigte 1991 an, sich künftig auf das Telekommunikationsgeschäft zu konzentrieren und sein Beleuchtungsgeschäft zu veräußern. 1992 vereinbarte der Konzern den Verkauf der nordamerikanischen Beleuchtungssparte an Osram und der internationalen Beleuchtungsaktivitäten an eine von Citicorp kontrollierte Erwerbsgesellschaft. Die internationale Sparte umfasste das Geschäft außerhalb Nordamerikas und wurde als Sylvania Lighting International (SLI) fortgeführt. Die Transaktionen wurden 1993 abgeschlossen.
Im Jahr 2000 übernahm SLI für 81 Millionen Pfund von der britischen Emess plc die Unternehmen Brilliant, Marlin, Eclatec sowie den US-amerikanischen Geschäftsbereich Emess Lighting. Teil der Transaktion war die vollständige Übernahme der deutschen Brilliant Holding GmbH. Diese hielt zu diesem Zeitpunkt 78 % der Anteile an der Brilliant AG. Der Erwerb erfolgte über die SLI-Konzerngesellschaft Chicago Miniature Lamps Sylvania 1 B.V. in Amsterdam.
Am 9. September 2002 beantragten SLI und sämtliche US-amerikanischen Tochtergesellschaften ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts. Der Reorganisationsplan wurde am 19. Juni 2003 bestätigt und trat am 30. Juni 2003 in Kraft. Mit Abschluss des Verfahrens wurde SLI in eine Limited Liability Company nach dem Recht des US-Bundesstaates Delaware umgewandelt und firmierte fortan als SLI Holdings International, LLC. Sämtliche bisherigen Aktien wurden annulliert und neue Unternehmensanteile an die besicherten Kreditgeber ausgegeben.
Im April 2007 übernahm Havells India Ltd. SLI für 227,5 Millionen Euro. Die Gesellschaften der Gruppe firmierten anschließend als Havells Sylvania.
Zum Zeitpunkt der Übernahme war SLI etwa eineinhalbmal so groß wie Havells. Infolge der ab 2008 einsetzenden Finanz- und Wirtschaftskrise gingen Umsatz und Ergebnis von Havells Sylvania deutlich zurück; die kreditfinanzierte Übernahme belastete dadurch auch Havells. Nach einer Restrukturierung kehrte Havells Sylvania 2010/11 in die Gewinnzone zurück.
Im Januar 2016 übernahm Shanghai Feilo Acoustics Co., Ltd. 80 % der bisherigen Holdinggesellschaft Havells Malta Limited. Havells behielt zunächst 20 % der Anteile. Die Unternehmensgruppe trat anschließend unter dem Namen Feilo Sylvania auf. 2017 erwarb Shanghai Feilo Acoustics auch die verbliebenen 20 % an Feilo Malta Limited von Havells Holdings für 34,5 Millionen Euro. Damit endete die Beteiligung von Havells an Feilo Sylvania.
Anfang Februar 2020 beantragte die Feilo Sylvania Germany GmbH am Produktionsstandort Erlangen ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung. Andere Unternehmen der internationalen Feilo-Sylvania-Gruppe waren davon nicht betroffen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde im Mai 2020 eröffnet und am 12. Januar 2021 nach Abschluss der Restrukturierung aufgehoben.
Ende 2023 stellte Feilo Sylvania Germany die Produktion von Leuchtstofflampen in Erlangen ein. Davon waren zunächst rund 65 Arbeitsplätze betroffen; durch einen Sozialplan, ein Freiwilligenprogramm und Altersteilzeit wurde die Zahl der Kündigungen auf 17 reduziert. Der Standort blieb als Produktionsstätte für LED-Leuchten, LED-Röhren und UV-Photozellen erhalten.
Das Produktprogramm der Sylvania Group umfasst Leuchten und LED-Lampen sowie Systeme zur Lichtsteuerung und Notbeleuchtung. Daneben bietet die Gruppe Spezialbeleuchtung unter anderem für Pflanzenwachstum und industrielle Anwendungen an.
Die Sylvania Group unterhält Standorte in Europa, Asien und Lateinamerika. In Europa unterhält die Gruppe Produktionsstätten in Erlangen und Saint-Étienne sowie Entwicklungsstandorte in Erlangen, Sint-Truiden und Newhaven.