Flecken Zechlin Stadt Rheinsberg | |
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| Koordinaten: | 53° 9′ N, 12° 46′ O |
| Höhe: | 70 m ü. NHN |
| Fläche: | 65,69 km² |
| Einwohner: | 855 (31. Aug. 2026) mit GTen |
| Bevölkerungsdichte: | 13 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 16837 |
Flecken Zechlin ist ein Ortsteil der Stadt Rheinsberg im nordbrandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Flecken Zechlin mit den bewohnten Gemeindeteilen Alt Lutterow, Neu Lutterow und Beckersmühle. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen Ortsbeirat und Ortsvorsteher.

Die Ortschaft liegt etwa 100 Kilometer nordwestlich von Berlin und rund 13 Kilometer vom Ortskern Rheinsbergs entfernt. Sie ist Teil der historischen Landschaft Prignitz. Die Gemarkung des Ortes grenzt im Norden an Mecklenburg. Der Flecken Zechlin liegt am westlichen und nördlichen Ufer des Schwarzen Sees, auch Kleiner Zechliner See genannt, der zur Rheinsberger Seenplatte gehört. Über den Zechliner Kanal ist der Schwarze See, an der dem Ort gegenüberliegenden Seite, mit dem Großen Zechliner See und damit mit der Rheinsberger Seenplatte verbunden. Am Großen Zechliner See befinden sich zwei Campingplätze. Weitere Seen in der Nähe der Ortschaft sind der Große und der Kleine Wummsee sowie der Kapellensee.
Westlich liegt der ehemalige Truppenübungsplatz Wittstock (Bombodrom). Die Straße nach Schweinrich verläuft über das Gelände und wurde erst am 10. November 1992 wieder zur Nutzung durch die Zivilbevölkerung freigegeben.
Die Gemarkung von Flecken Zechlin gehört zum Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Große Teile sind Landschaftsschutzgebiet.

Den Namen des Ortes Zechlin leiten Historiker vom slawischen Wort cêglu für einzig bzw. vom slawischen Lokator Cêgola ab.
Flecken Zechlin – oder auch nur Zechlin – wurde urkundlich erstmals im Jahr 1237 in einer Schenkungsurkunde des Fürsten Nikolaus I. von Werle an das Zisterzienserkloster Bad Doberan genannt. Seit dem Jahr 1304 gehörte der Ort zur Herrschaft Stargard. Als dieser nach dem Vertrag von Vietmannsdorf in mecklenburgischen Besitz überging, ließ dessen Fürst Heinrich II. eine Burganlage zum Schutz gegen die brandenburgischen Markgrafen bauen. Im Jahr 1320 verkaufte Heinrich II. die Anlage an das Bistum Havelberg.
Im Jahr 1548 starb der letzte Bischof von Havelberg, Busso X. von Alvensleben, und durch die Reformation fielen die Burg und das dazugehörige Land 1571 an den brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. Flecken Zechlin wurde ein kurfürstliches Amt, das Amt Zechlin.
Zwischen den Jahren 1548 und 1640 war die Burg eine der Residenzen der brandenburgischen Hohenzollern. Diese ließen die Burg zu einem Schloss umbauen und erweitern. Seit 1640 waren das Schloss und der Ort Amtssitz des Preußischen Domänenamtes Zechlin bis zu dessen Auflösung 1860. Danach war es nur noch Domänenpolizeiamt, das schließlich 1872/74 aufgelöst wurde. Im Jahr 1721 stürzte das Schloss nach einem Brand zusammen und ein neues Amtsgebäude wurde errichtet. Das Amt wurde danach als königliche Domäne an die Familie Stropp verpachtet.
Die klassizistische Kirche wurde im Jahr 1775 erbaut.
In der Endphase des Zweiten Weltkriegs wurden KZ-Häftlinge auf Todesmärsche gezwungen. Einer der Todesmärsche führte durch das Dorf Zechlin und den Flecken Zechlin. Den Todesmärschen durch Brandenburg wird in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald gedacht. Im Flecken Zechlin gibt es eine entsprechende Gedenktafel. In den vergangenen Jahren fanden verschiedene Gedenkveranstaltungen zu dem Todesmarsch statt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein sowjetischer Ehrenfriedhof am nordöstlichen Ortseingang für 17 gefallene Angehörige der Roten Armee errichtet. In der DDR-Zeit und noch bis 1991 befand sich in der Wittstock-Ruppiner Heide westlich von Flecken Zechlin ein Kernwaffenlager der Westgruppe der Truppen der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Dieses wurde samt der Militärtechnik im Zusammenhang mit dem Abzug der Sowjetarmee aus Deutschland aufgelöst/geräumt.
Die Deutsche Wiedervereinigung im Oktober 1990 führte zur Änderung aller vorherigen Verwaltungsstrukturen, Flecken Zechlin gehörte dann zum Land Brandenburg und darin zum Amt Wittstock. Am 26. Oktober 2003 wurde Flecken Zechlin nach Rheinsberg eingemeindet. – Etliche Jahre hing der Plan der Bundeswehr, in der Nähe ein Bombodrom (Kyritz-Ruppiner Heide) zu betreiben, wie ein Damoklesschwert über der Ortschaft. Erst als die Pläne wegen der massiven Proteste und einer Klage aufgegeben wurden, entwickelte sich ein touristisches Dorfleben.
Am 23. Juli 2011 erhielt das Dorf den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ als Erweiterung dieses Titels der Kernstadt Rheinsberg verliehen. Der Ort wird nicht gesondert in der Zählung des Landes Brandenburg gewertet.
Während früher harte körperliche Arbeit in der Natur und das Handwerk als Lebensgrundlage der Einwohner dominierten, entwickelte sich im 20. Jahrhundert langsam auch der Fremdenverkehr. Im 21. Jahrhundert leben die Menschen heute vor allem vom Tourismus, dem Dienstleistungssektor und dem Umland. Ab dem 13. Jahrhundert bestimmten die Mönchswirtschaft und der Weinbau an den Hängen des Schwarzen Sees lange Jahre das Tagwerk, auch der Fischfang war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor (was unter anderem auch im aktuellen Ortsteilwappen seinen Niederschlag fand).
Mit der Errichtung einer Dampferanlegestelle im Jahr 1907 wurde der Ort an das Rheinsberger Seengebiet touristisch angeschlossen. 1926 wurde die Eisenbahnstrecke von Rheinsberg bis Flecken Zechlin verlängert und am 15. Mai 1928 eröffnet. In den 1930er Jahren verkehrten etwa fünf Züge am Tag von Flecken Zechlin über Rheinsberg nach Löwenberg (Mark) mit Anschluss nach Berlin und zurück. Am Wochenende im Sommer gab es direkte Züge von und nach Berlin. Die Strecke wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut, die Schienen als Reparationszahlung in die Sowjetunion geschafft. Später wurde auf der ehemaligen Trasse vorbei an den Linowseen, dem Pätschsee und dem Ort Kagar der Fahrradweg Rheinsberg – Flecken Zechlin, heute Teil der Tour Brandenburg, angelegt.
In Flecken Zechlin befindet sich eine Grundschule.
Am südlichen Ortsrand am Schwarzen See liegt die 1993 erbaute DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin, ein Haus am See mit 84 Betten in Ein- bis Vierbettzimmern. Sie ging aus dem zu DDR-Zeiten errichteten FDGB-Ferienheim Adolf Giesecke hervor. Das Haus in der Kirschallee wurde umfassend modernisiert und um-, teilweise auch zurückgebaut. Es verfügt heute über rund 80 Betten, Seminarräume, eine eigene kleine Kneipe und einen direkten Zugang zum Schwarzen See inklusive Badesteg. Die Einrichtung wird intensiv für die politische und gesellschaftliche Jugendbildung, für Seminare, Schulklassen und Freizeiten genutzt. Auf dem Gelände befinden sich zudem ganzjährig mietbare Ferienbungalows.
Im Jahr 1990 gründete sich der Regionale Fremdenverkehrsverein, der später den Namen Heimat und Kulturverein Flecken Zechlin annahm. Er schloss sich an den Verein Rheinsberger Seenkette an.
Im Ortsteil gibt es trotz der überschaubaren Einwohnerzahl ein sehr lebendiges und breit gefächertes Vereinsleben. Zu den wichtigsten Vereinen und Organisationen zählen:
In der Liste der Baudenkmale in Rheinsberg sind für Flecken Zechlin sieben Baudenkmale aufgeführt, darunter die 1775 erbaute Dorfkirche Flecken Zechlin, eine verputzte Saalkirche.
Erwähnenswert im Ortsteil ist das Gutenmorgen-Hotel direkt auf einem Hang am See mit 62 Gästezimmern (in zwei festen Häuern) und 4 Ferienhäusern/Bungalows, Adresse Zur Beckersmühle 103, 16837 Rheinsberg-Flecken Zechlin. Das heutige Hotel wurde in der DDR-Zeit als Ferienhotel Beckersmühle gegründet und geführt. Nachdem es im Jahr 1991 vom Ehepaar Gutenmorgen übernommen worden ist, ließen die neuen Besitzer alle vorhandenen Gebäude total umbauen und gaben der Anlage den Namen Gutenmorgenhotel. Seither ist der Hotelkomplex stetig erweitert worden und die Besitzer organisieren das ganze Jahr über Veranstaltungen und Feste, die überregional Beachtung finden wie ein Holzfest mit Kettensägeschnitzvorführungen, Boots- oder Kremserausfahrten, kleine Oktoberfeste. Die Besucher werden mit guter deutsche Küche verwöhnt, sogar ein Hochzeitszimmer ist eingerichtet worden.
Ein frühere Wassermühle im Ortsteil Beckersmühle wurde Anfang der 1990er Jahre stillgelegt und danach gemeinschaftlich zu einem kleinen Mühlenmuseum umgestaltet. Es befindet sich im Haus der Mühlenschänke.

In der Liste der Naturdenkmale in Rheinsberg sind für Flecken Zechlin zwei Naturdenkmale aufgeführt, die 1978 bzw. 2001 unter Schutz gestellt wurden: