Das Floppy-Rabbit-Syndrom ist eine Erkrankung von Hauskaninchen, die sich in einer plötzlich auftretenden Lähmung aller vier Gliedmaßen (Tetraparese) unbekannter Ursache äußert. Trotz des dramatischen Aussehens heilt die Erkrankung meist ohne Behandlung spontan in wenigen Tagen vollständig aus.
Die Erkrankung tritt vor allem bei Jungtieren auf. Die Tiere zeigen eine Lähmung aller vier Gliedmaßen, erscheinen aber ansonsten ungestört. Futter- und Nahrungsaufnahme sowie Kot- und Urinabsatz sind nicht beeinträchtigt. Der Muskeltonus und die Rückenmarksreflexe sind reduziert, so dass sich das Bild einer Störung des unteren Motoneurons darstellt.
Röntgenaufnahme und Myelografie sind ohne Befund. Im Blut ist typischerweise die Kreatinkinase erhöht.
Differentialdiagnostisch müssen Stoffwechselstörungen (Hypoglykämie, Hypokaliämie, Hypokalzämie und Magnesiummangel), Encephalitozoonose, Muskelerkrankungen oder Rückenmarkstraumen ausgeschlossen werden.
In den meisten Fällen heilt die Erkrankung ohne Behandlung innerhalb von 3 bis 14 Tagen aus. Gegebenenfalls muss das Tier bei Fressen und Trinken assistiert werden, zumindest Futter- und Trinknapf müssen in Reichweite des Tiers platziert werden. Bei ausbleibender Besserung sollte eine Einschläferung in Erwägung gezogen werden.