For the Roses

For the Roses
Studioalbum von Joni Mitchell

Veröffent-
lichung

17. November 1972

Label(s)

Asylum

Format(e)

LP, CD, MC, HDCD

Genre(s)

Folkrock, Softrock, Jazz

Titel (Anzahl)

12

Länge

40:20

Besetzung

Produktion

Joni Mitchell

Studio(s)

A&M Studios, Hollywood

Chronologie
Blue
(1971)
For the Roses Court and Spark
(1974)
Joni Mitchell (1974)

For the Roses ist das fünfte Studioalbum von Joni Mitchell, das im November 1972 erschien. Es wurde 2007 von der Library of Congress als eine von 25 Aufnahmen für das National Recording Registry ausgewählt.

Bekannt ist die Hit-Single You Turn Me On, I’m a Radio, die Mitchell mit ironischem Unterton schrieb, als die Plattenfirma einen radiotauglichen Song verlangte. Cold Blue Steel and Sweet Fire wurde ebenfalls als Single veröffentlicht.

Hintergrund

James Taylor, frühe 1970er Jahre

Einige der Songs wurden durch Mitchells Beziehung zu James Taylor in den Jahren 1970–1971 inspiriert. Trotz seiner Schwierigkeiten hatte Mitchell offenbar das Gefühl, in Taylor die Person gefunden zu haben, mit der sie sich zusammen sein wollte. Im März 1971 wurde er sehr bekannt, was zu Spannungen führte. Berichten zufolge war sie am Boden zerstört, als er die Beziehung beendete. Im November 1971 wurden Carly Simon und er ein Paar, das ein Jahr später heiratete.

Lieder

Titelbild

Das Cover zeigt Mitchell in einem Wald. Ursprünglich sollte das Cover eine Zeichnung sein, deren Bilder sich auf ihre Gefühle gegenüber der Musikindustrie beziehen. David Geffen entschied sich jedoch dagegen, da sie ihr Gesicht auf dem Cover haben wollten.

Rezeption

For the Roses wurde von den Kritikern gelobt. Die New York Times schrieb 1973: „Jeder von Mitchells Songs auf For the Roses ist ein Juwel, das durch seinen eleganten Umgang mit der Sprache, seine pointierten Spritzer Ironie und seine perfekte Gestaltung von Bildern glänzt. Nie drückt Mitchell einen Gedanken oder ein Gefühl allgemein aus. Sie ist eine geniale Songschreiberin und Sängerin, die uns das Gefühl gibt, dass wir nicht allein sind.“ Stephen Davis lobte in einem Artikel für den Rolling Stone die Fähigkeit der Sängerin, eine Vielzahl von emotionalen Perspektiven zu erkunden, manchmal sogar in einem einzigen Song: „Ihr großer Charme und Witz, ihre intensiven stimmlichen Schauspiel- und Phrasierungsfähigkeiten (die Art und Weise, wie sie mit einem einzigen Wort umgeht, kann das Gefühl eines ganzen Liedes verändern) und die schiere Kraft und der Mumm ihrer Präsenz vereinen sich, um alles zum Vorschein zu bringen und glänzen zu lassen.“ Randall Davis von der Arcadia Tribune fand es schwierig zu analysieren, aber letztendlich „ein sehr schönes Album, angenehm anzuhören und, wie immer bei Joni, voll von sensiblen, bedeutungsvollen Texten, die vor einem Hintergrund von leichtem Rock mit folkigen Rhythmen stehen.“ In der Michigan Daily bezeichnete Mike Harper es als das Folk-Rock-Album des Jahres, „zutiefst persönlich und manchmal selbstverleugnend ernst“, und sagte: „Diesem Album fehlt die Unschuld von, sagen wir, Ladies of the Canyon, aber was es an weiblichem Herz und Weisheit gewinnt, ist unverkennbar größer: aufrichtig, aber darüber hinaus real, ist For the Roses im besten Sinne des Wortes emotional erfüllend.“

In Deutschland besprach die Zeitschrift Sounds das Album im Mai 1973. Bernd Rolf stellte fest, Mitchell sei jedenfalls in Europa auch mit ihrer fünften LP keinem breiteren Publikum bekannt geworden. Ihre Musik bilde eine eigene Art, die sich nur schwer einstufen lasse. Sie sei „zu behutsam, zu entspannt, zu introvertiert“, um etwas mit Rock zu tun zu haben, lasse sich wegen der komplizierten Melodie- und Songstrukturen aber auch nicht dem Folk zuordnen. Am ehesten sei Mitchell als weibliches Pendant zum frühen Tim Buckley oder zu Van Morrison zu beschreiben, wobei Rolf selbst vor solchen Vergleichen warnte. Das Album nannte er das „glücklichste Resultat einer Vereinigung dreier Fähigkeiten“, da Mitchell alle Songs selbst geschrieben, komponiert und vorgetragen habe, ohne dass sich irgendwo ein schwacher Punkt finde. Besonders hob er ihre Stimme hervor, die unter allen weiblichen Vokalisten ihresgleichen suche, sowie die Texte, in denen sie „eine eindringliche Sprache und eine Dichte der Aussage“ entwickle, „die niemals in gängige Klischees absinkt“. Dass die Plattenfirma die Songtexte trotz ihres erheblichen Umfangs auf dem Innencover abgedruckt habe, rechnete er ihr an.

For the Roses wurde in Robert Christgaus Jahresendliste für Newsday zum siebtbesten Album des Jahres 1972 gekürt. In seiner Rezension für Creem sagte er, der Musik fehle die Lebendigkeit von All I Want auf Blue und die Insularität der Texte schmälere ihre Stimme, aber er betrachtete das Album schließlich als „bemerkenswertes Werk“ und die ästhetisch kühnste Platte des Jahres. „Mitchell hat die seltsamen Verschiebungen ihrer Stimme in eine fast 'klassisch' klingende Musik integriert“, schrieb Christgau und nannte sie „hypnotisch, wenn man ihr eine Chance gibt zu wirken.“ Es wurde auf Platz 148 in Colin Larkins All Time Top 1000 Albums (3rd Edition, 2000) gewählt.

Im Jahr 2007 nahm die Library of Congress das Album in ihr National Recording Registry auf. In der Begründung heißt es, Mitchell habe die bekenntnishaften Texte ihres Albums Blue aufgegriffen und mit Anklängen an den Jazz versehen.

Titelliste

Alle Titel wurden von Joni Mitchell geschrieben.

Seite 1

  1. Banquet – 3:01
  2. Cold Blue Steel and Sweet Fire – 4:17
  3. Barangrill – 2:52
  4. Lesson in Survival – 3:11
  5. Let the Wind Carry Me – 3:56
  6. For the Roses – 3:48

Seite 2

  1. See You Sometime – 2:56
  2. Electricity – 3:01
  3. You Turn Me On, I’m a Radio – 2:39
  4. Blonde in the Bleachers – 2:42
  5. Woman of Heart and Mind – 2:38
  6. Judgement of the Moon and Stars (Ludwig's Tune) – 5:19

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Chartplatzierungen
ChartsChartplatzierungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Vereinigte Staaten (Billboard)11 (28 Wo.)28
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (1973)Platzie­rung
 Vereinigte Staaten (Billboard)69

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Vereinigte Staaten (RIAA) Gold500.000
 Vereinigtes Königreich (BPI) Silber60.000
Insgesamt 1× Silber
1× Gold
560.000

Einzelnachweise

  1. 1 2 Registry by Induction Years. Library of Congress, abgerufen am 16. September 2026.
  2. ↑ Mark Bego: Joni Mitchell. 2005, ISBN 978-1-58979-134-3.
  3. ↑ Joni Mitchell - For The Roses - paintings. Abgerufen am 9. August 2021.
  4. ↑ The New Woman. In: The New York Times. 11. Februar 1973, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 9. August 2021]).
  5. ↑ Stephen Davis, Stephen Davis: For The Roses. In: Rolling Stone. 4. Januar 1973, abgerufen am 9. August 2021 (amerikanisches Englisch).
  6. ↑ Joni Mitchell Library - Musical Notes: Arcadia Tribune, December 14, 1972. Abgerufen am 9. August 2021.
  7. ↑ Joni Mitchell Library - Looking back at ’72…records to remember: Michigan Daily, January 9, 1973. Abgerufen am 9. August 2021.
  8. ↑ Bernd Rolf: Joni Mitchell. For the Roses. In: Sounds. Nr. 5, Mai 1973, S. 45 (Rubrik „Platten“).
  9. ↑ Robert Christgau: Choice Bits From a Sorry Year. Abgerufen am 9. August 2021.
  10. ↑ Robert Christgau: The Christgau Consumer Guide: March 1973. Abgerufen am 9. August 2021.
  11. ↑ Colin Larkin: All Time Top 1000 Albums. 3. Auflage. Virgin Books, 2000, ISBN 0-7535-0493-6, S. 87.
  12. ↑ Chartplatzierung in den USA. In: billboard.com. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).
  13. ↑ Jahrescharts 1973 in den USA. In: billboard.com. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).
  14. ↑ Gold & Platinum. In: riaa.com. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).
  15. ↑ Brit certified. In: bpi.co.uk. Abgerufen am 13. Juli 2026 (englisch).