

Frank Dietrich Nopper (* 25. Mai 1961 in Stuttgart) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CDU). Er ist seit 2021 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart. Zuvor war er von 2002 bis 2021 Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang. Seit Mai 2025 gehört er zu den Stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Städtetages.
Frank Nopper stammt aus einer Stuttgarter Familie. 1816 gründete sein Vorfahr Johann Friedrich Nopper die Eisenwarenhandlung Friedrich Nopper, die 1900 mit der Firma Zahn & Compagnie zu Zahn-Nopper verschmolz. Das Unternehmen existierte bis 1988; nach ihr sind eine Straße sowie eine Haltestelle der Buslinie 99 in Zuffenhausen („Zahn-Nopper-Straße“) benannt. Ein Urgroßvater Frank Noppers war Stadtschultheiß im damals noch selbstständigen Cannstatt. Auch Frank Noppers Vater Manfred war politisch aktiv, so war er 1966 bei der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl Herausforderer von Arnulf Klett, außerdem saß er für die FDP/DVP und später für die CDU über viele Jahre im Gemeinderat der Stadt Stuttgart. Noppers Bruder, Klaus Nopper, ist Stadtrat in Stuttgart.
Frank Nopper lernte seine heutige Frau Gudrun Nopper 1995 kennen. Das Paar hat zwei Söhne.
Nach dem Abitur am Stuttgarter Wilhelms-Gymnasium leistete Frank Nopper den 15-monatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr. Danach absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Dresdner Bank in Stuttgart. Das Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie den juristischen Vorbereitungsdienst des Landes Baden-Württemberg schloss er mit dem Ersten und Zweiten juristischen Staatsexamen ab. Mit der Dissertation Bund-Länder-Haftung beim fehlerhaften Verwaltungsvollzug von Gemeinschaftsrecht durch die deutschen Länder wurde er 1997 an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen unter Wolfgang Graf Vitzthum und Ferdinand Kirchhof mit magna cum laude zum Dr. iur. promoviert.
Nach beruflichen Stationen als Leiter der Abteilung Recht und Verwaltung bei der Messe Stuttgart sowie als Geschäftsführer des Landesinnungsverbands des Schreinerhandwerks Baden-Württemberg wurde Nopper im Jahr 2002 Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang.
Sein erstes Mandat errang Nopper 1994 bei der Wahl zur Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart als Kandidat der CDU. Seither ist er ununterbrochen Mitglied dieser Versammlung. Zuerst trat er im Wahlkreis Stuttgart, später im Wahlkreis Rems-Murr-Kreis an. Seit Juni 2024 ist Nopper erneut über den Wahlkreis Stuttgart gewähltes Mitglied dieser Regionalversammlung.
Frank Nopper wurde im Jahr 2002 zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang gewählt. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den vorherigen Amtsinhaber Jürgen-Heinrich Schmidt (SPD) mit 45,0 Prozent der Stimmen durch. Im Jahr 2010 wurde Nopper mit 86,8 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 36,8 Prozent für eine zweite Amtszeit und im Jahr 2018 mit 87 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von knapp 37 Prozent für eine dritte Amtszeit wiedergewählt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt entschied der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Backnang im März 2021, ihn zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen. Ihm folgte Maximilian Friedrich nach.
Dem Kreistag des Rems-Murr-Kreises gehörte Nopper von 2004 bis 2021 an. Bei den Wahlen von 2004, 2014 und 2019 holte er jeweils die meisten Stimmen im gesamten Landkreis.
| Amtliches Endergebnis der Hauptwahl am 8. November 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Frank Nopper | 31,8 % | |||
| Veronika Kienzle | 17,2 % | |||
| Marian Schreier | 15,0 % | |||
| Hannes Rockenbauch | 14,0 % | |||
| Martin Körner | 9,8 % | |||
| Wahlbeteiligung: 49,0 % | ||||
| Amtliches Endergebnis der Neuwahl am 29. November 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Frank Nopper | 42,3 % | |||
| Marian Schreier | 36,9 % | |||
| Hannes Rockenbauch | 17,8 % | |||
| Wahlbeteiligung: 44,6 % | ||||

Im Februar 2020 legte sich der CDU-Kreisvorstand in Stuttgart auf Nopper als Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart fest. Lobbycontrol kritisierte die intransparente Finanzierung von Noppers Wahlkampf über einen Verein, für den die Offenlegungspflichten des Parteiengesetzes nicht gelten.
Im ersten Wahlgang am 8. November 2020 erreichte er mit 31,8 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis der Kandidaten. Im zweiten Wahlgang am 29. November 2020 wurde er mit 42,3 Prozent als Nachfolger des nicht mehr angetretenen Fritz Kuhn (Grüne) zum neuen Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt. Sein stärkster Herausforderer Marian Schreier (SPD) kam auf 36,9 Prozent. Der Amtsantritt war für den 7. Januar 2021 vorgesehen. Durch Einsprüche gegen die Wahl verzögerte er sich. Am 4. Februar 2021 wurde er zunächst als Amtsverweser eingesetzt. Seit dem 4. Januar 2022 ist er offiziell Oberbürgermeister, nachdem die Einsprüche vom Verwaltungsgericht Stuttgart zurückgewiesen wurden und die Einspruchsfristen abgelaufen waren. Am 20. Januar 2022 wurde er vereidigt.
Einen seiner Gegenkandidaten, Martin Körner (SPD), ernannte er 2022 zum Direktor des Grundsatzreferats Klimaschutz, Mobilität und Wohnen.
Nopper vertrat im Oberbürgermeister-Wahlkampf die Ansicht, dass es beim Umstieg auf neue Antriebstechnologien Unterstützung der Automobilwirtschaft von Seiten der Kommunen bedarf. In der Verkehrspolitik sprach sich Nopper für einen „echten Mobilitätsfrieden“ zwischen dem Auto, dem Rad, dem öffentlichen Personennahverkehr und dem Fußgänger aus.
Nopper vertritt in der Automobilpolitik den Standpunkt der Technologieoffenheit. Gemeinsam mit anderen Bürgermeistern großer Autoindustrie-Standorte appellierte er 2025 an die EU-Kommission, von Strafzahlungen und vom Verbrennerverbot 2035 abzusehen, andernfalls drohten Prozesse der Deindustrialisierung. Gleichzeitig forderten sie eine kontinuierliche Unterstützung im Bereich der Wasserstoff- und Batterietechnologie sowie ein EU-weites Förderkonzept für die Modernisierung der Stromnetze und den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur.
Stuttgart beschloss im Jahr 2023, seine Klimaneutralität von 2050 auf 2035 vorzuziehen, Frank Nopper steht hinter diesem Ziel.
Da es in Stuttgart an bezahlbarem Wohnraum mangelt, setzt sich Nopper für preiswerte Wohnungen ein. Als Ziel nannte er mindestens 2000 neue Wohnungen pro Jahr. Neuer Wohnraum solle etwa durch Nachverdichtung und neue Wohnquartiere wie die Neckar-City, dem Neckarpark, das Stöckach-Areal oder dem Eiermann-Campus geschaffen werden. Damit die stadteigene Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft trotz gestiegener Baukosten und Zinsen geplante Neubauprogramme und Modernisierungen umsetzen kann, erhielt sie 2023 von der Landeshauptstadt eine Kapitalzufuhr von 200 Mio. Euro.
Um die Digitalisierung der Stadtverwaltung voranzutreiben, wurde zum Jahreswechsel 2021/2022 ein entsprechendes Amt eingerichtet und 2023 eine Digitalisierungs-GmbH. Beim jährlichen Bitkom-Ranking deutscher Großstädte verbesserte Stuttgart seine Position und lag 2025 bundesweit auf Platz 3.
Vor Noppers Amtszeit kam es in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2020 zu Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt. Im Rahmen der Aufarbeitung sagte Nopper, man müsse weg vom Image der Problemstadt, Verbotsstadt und Krawallstadt. Er trieb Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in der Innenstadt voran. Dazu zählten die Einführung von Videoüberwachungen an neuralgischen Punkten und die Einrichtung einer Waffenverbotszone innerhalb des Cityrings.
Feministische Gruppierungen kritisierten Nopper für „eine offen antifeministische Agenda“. Zum Beispiel warb Nopper im OB-Wahlkampf 2020 mit dem Werbespruch „Schaffen statt gendern“.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nopper, Frank |
| ALTERNATIVNAMEN | Nopper, Frank Dietrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Kommunalpolitiker (CDU) |
| GEBURTSDATUM | 25. Mai 1961 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |