Frans Schwartz

Frans Schwartz
ca. 1870–1880
Selbsportrait
Statens Museum for Kunst

Johan Georg Frans Schwartz (* 19. Juli 1850 in Kopenhagen; † 13. Februar 1917 in Valby) war ein dänischer Porträtmaler, Grafiker und Radierer.

Leben

Frans Schwartz war ein Sohn des Kunstdrechslers und Mitglied des Kopenhagener Stadtrats Johan Adam Schwartz (1820–1874) und dessen Frau Thora Louise, geb. Kühl (1816–1875). Er war nach der Konfirmation eine Zeit lang bei seinem Vater als Lehrling, absolvierte dann jedoch die Zeichenschule von C. V. Nielsen (1833–1910) und wurde im Oktober 1866 an der Königlich Dänischen Kunstakademie aufgenommen, die er bis 1872 besuchte. 1874 debütierte er in Kopenhagen auf der Charlottenborg Frühjahrsausstellung mit dem Bild Hiob und seine Freunde (dänisch: Hjob og hans Venner), das mit der kleinen Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters war er finanziell gut gestellt. Er übernahm das Geschäft, das er teilweise selbst leitete, und konnte viel reisen. So unternahm er unter anderem 1878 eine längere Reise nach Spanien, teilweise begleitet von Peder Severin Krøyer und Julius Lange (1838–1896). Auf den Charlottenborger Ausstellungen war er regelmäßig vertreten, wobei seine Werke fünf Mal mit einer Goldmedaille bedacht wurden.

Mit Laurits Tuxen gründete er 1880 eine Modellschule für jüngere, fortgeschrittenere Maler. Er hatte einen bedeutenden Anteil an der Gründung der von Tuxen und P. S. Krøyer in Kopenhagen initiierten Kunstnernes Frie Studieskoler, die 1883 ihren Betrieb aufnahm. In bewusstem Gegensatz zur dänischen Kunstakademie erhielten junge Maler hier eine alternative Ausbildung. Dieser Schule wurde 1885 eine Vorbereitungsklasse angegliedert, die von Frans Schwartz und Kristian Zahrtmann geleitet wurde. Aus dieser Aktivität und aus der Öffentlichkeit zog er sich zunehmend zurück, ohne weiter Kontakt zu den künstlerischen Strömungen der Zeit zu suchen.

Seine Werke bestanden hauptsächlich aus figurativen Gemälden, die von der französischen Salonkunst inspiriert waren. 1883 arbeitete Schwartz an einem Deckengemälde für Schloss Frederiksborg, Frederik III. darstellend. 1894 war er mit der Ausgestaltung des Festsaals der „Soldenfeldt-Stiftung“ in Kopenhagen mit Wanddekorationen befasst, deren Hauptthema Die klugen und törichten Jungfrauen (dänisch: Gode og daarlige Jomfruer) darstellt. Dieses Werk, das „Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen“ aus dem Matthäusevangelium (Matthäus 25,1–13 EU) aufnehmend, gilt als sein Hauptwerk. Zwischen 1897 und 1905 fertigte er mehrere Decken- und Wandgemälde in der Ny Carlsberg Glyptotek nach Zeichnungen von A. J. Carstens. Zudem entstanden zahlreiche Altarbilder für Kopenhagener und weitere dänische Kirchen und mehrere Porträts.

Schwartz befasste sich auch mit Radierungen, im Wesentlichen als private Beschäftigung. Hierbei erlangte er beachtliche technische Fertigkeiten und arbeitete insbesondere mit einem an Rembrandt erinnernden Licht und Schatteneffekt. Sein grafisches Werk erlangte erst durch die Versteigerung seines Nachlasses in sieben Auktionen Ende 1917 und eine Ausstellung im September 1921 größere Bekanntheit. Es umfasste 168 Blätter, das älteste stammte aus dem Jahr 1871. Gemälde von ihm befinden sich in den Museen in Nivågård, Aarhus, Odense, Kolding und Rønne. Radierungen sind in der Königlichen Kupferstichsammlung zu finden.

Da seine Werke außer auf den Frühjahrsausstellungen nie ausgestellt wurden, blieb sein Werk der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Er starb schließlich als einsamer, verbitterter, manchmal schwer geselliger Sonderling. Schwartz blieb unverheiratet. Er vermachte sein Vermögen einer seinen Namen tragenden Stiftung. Deren Mittel dienen der Ausschmückung öffentlicher Gebäude in Kopenhagen mit Gemälden oder Gebrauchsgegenständen von künstlerischem und handwerklichem Wert. Frans Schwartz wurde auf dem Kopenhagener Assistenzfriedhof (dänisch: Assistens Kirkegård) bestattet.

Werke (Auswahl)

Hiob und seine Freunde 1874
Altar, Vor Frue Kirke, Aalborg
Eine junge Frau liest im Schein einer Laterne.

Gemälde

Decken- und Wandgemälde

Altarbilder

Radierungen

Illustrationen

Galerie

Literatur

Deutsch

Dänisch/Schwedisch/Englisch

Commons: Frans Schwartz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 Sigurd Schultz: Schwartz, Frans. In: Dansk biografisk leksikon. (1983) Siehe Literatur.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Schwartz, Frans. In: Weilbachs Kunstnerleksikon. Siehe Literatur.
  3. ↑ Hanne Honnens de Lichtenberg: Kunstnernes Frie Studieskoler. In: Den Store Danske. denstoredanske.lex.dk, 2013, abgerufen am 28. Oktober 2026 (dänisch).
  4. ↑ Hanne Honnens de Lichtenberg: Frans Schwartz. In: Den Store Danske. denstoredanske.lex.dk, 2024, abgerufen am 22. September 2026 (dänisch).
  5. ↑ Soldenfeldts Stiftelse, København. In: Danmarks Nationalleksikon. trap.lex.dk, 2019, abgerufen am 27. Oktober 2026 (dänisch).
  6. ↑ Aug. With’s Eftf. und Y. Winkel & Magnussen (Hrsg.): Verzeichnis über Frans Schwartz’s Pastelle und Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers, die am Montag, dem 3. Dezember 1917, versteigert werden sollen … im Ausstellungsgebäude Charlottenborg. 1917 (Danmarks Kunstbibliotek [PDF; abgerufen am 27. Oktober 2026] dänisch: Fortegnelse over Frans Schwartz’s Pasteller og Teginger tilhørende Kunstnerens Dødsbo, som vil blive bortsolgte ved Auktion Mandag den 3. Decbr. 1917 Kl. 11 FM. og følgende dag i Udstillingsbygningen Charlottenborg. – als Beispiel für die Auktionen).
  7. 1 2 Arist Pander: Schwartz, Frans. In: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler. Siehe Literatur.