Frans Schwartz war ein Sohn des Kunstdrechslers und Mitglied des Kopenhagener Stadtrats Johan Adam Schwartz (1820–1874) und dessen Frau Thora Louise, geb. Kühl (1816–1875). Er war nach der Konfirmation eine Zeit lang bei seinem Vater als Lehrling, absolvierte dann jedoch die Zeichenschule von C. V. Nielsen (1833–1910) und wurde im Oktober 1866 an der Königlich Dänischen Kunstakademie aufgenommen, die er bis 1872 besuchte. 1874 debütierte er in Kopenhagen auf der Charlottenborg Frühjahrsausstellung mit dem Bild Hiob und seine Freunde (dänisch: Hjob og hans Venner), das mit der kleinen Goldmedaille ausgezeichnet wurde.
Zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters war er finanziell gut gestellt. Er übernahm das Geschäft, das er teilweise selbst leitete, und konnte viel reisen. So unternahm er unter anderem 1878 eine längere Reise nach Spanien, teilweise begleitet von Peder Severin Krøyer und Julius Lange (1838–1896). Auf den Charlottenborger Ausstellungen war er regelmäßig vertreten, wobei seine Werke fünf Mal mit einer Goldmedaille bedacht wurden.
Mit Laurits Tuxen gründete er 1880 eine Modellschule für jüngere, fortgeschrittenere Maler. Er hatte einen bedeutenden Anteil an der Gründung der von Tuxen und P.S.Krøyer in Kopenhagen initiierten Kunstnernes Frie Studieskoler, die 1883 ihren Betrieb aufnahm. In bewusstem Gegensatz zur dänischen Kunstakademie erhielten junge Maler hier eine alternative Ausbildung. Dieser Schule wurde 1885 eine Vorbereitungsklasse angegliedert, die von Frans Schwartz und Kristian Zahrtmann geleitet wurde. Aus dieser Aktivität und aus der Öffentlichkeit zog er sich zunehmend zurück, ohne weiter Kontakt zu den künstlerischen Strömungen der Zeit zu suchen.
Seine Werke bestanden hauptsächlich aus figurativen Gemälden, die von der französischen Salonkunst inspiriert waren. 1883 arbeitete Schwartz an einem Deckengemälde für Schloss Frederiksborg, FrederikIII. darstellend. 1894 war er mit der Ausgestaltung des Festsaals der „Soldenfeldt-Stiftung“ in Kopenhagen mit Wanddekorationen befasst, deren Hauptthema Die klugen und törichten Jungfrauen (dänisch: Gode og daarlige Jomfruer) darstellt. Dieses Werk, das „Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen“ aus dem Matthäusevangelium(Matthäus 25,1–13EU) aufnehmend, gilt als sein Hauptwerk. Zwischen 1897 und 1905 fertigte er mehrere Decken- und Wandgemälde in der Ny Carlsberg Glyptotek nach Zeichnungen von A. J. Carstens. Zudem entstanden zahlreiche Altarbilder für Kopenhagener und weitere dänische Kirchen und mehrere Porträts.
Schwartz befasste sich auch mit Radierungen, im Wesentlichen als private Beschäftigung. Hierbei erlangte er beachtliche technische Fertigkeiten und arbeitete insbesondere mit einem an Rembrandt erinnernden Licht und Schatteneffekt. Sein grafisches Werk erlangte erst durch die Versteigerung seines Nachlasses in sieben Auktionen Ende 1917 und eine Ausstellung im September 1921 größere Bekanntheit. Es umfasste 168 Blätter, das älteste stammte aus dem Jahr 1871. Gemälde von ihm befinden sich in den Museen in Nivågård, Aarhus, Odense, Kolding und Rønne. Radierungen sind in der Königlichen Kupferstichsammlung zu finden.
Da seine Werke außer auf den Frühjahrsausstellungen nie ausgestellt wurden, blieb sein Werk der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Er starb schließlich als einsamer, verbitterter, manchmal schwer geselliger Sonderling. Schwartz blieb unverheiratet. Er vermachte sein Vermögen einer seinen Namen tragenden Stiftung. Deren Mittel dienen der Ausschmückung öffentlicher Gebäude in Kopenhagen mit Gemälden oder Gebrauchsgegenständen von künstlerischem und handwerklichem Wert. Frans Schwartz wurde auf dem Kopenhagener Assistenzfriedhof (dänisch: Assistens Kirkegård) bestattet.
Werke (Auswahl)
Hiob und seine Freunde 1874Altar, Vor Frue Kirke, AalborgEine junge Frau liest im Schein einer Laterne.
Gemälde
Hjob og hans Venner – Hiob und seine Freunde. (1874, kleine Goldmedaille)
I Stuen hos en syg – Im Zimmer eines Kranken. (1875)
Syge og skrøbelige søger Helbredelse hos Jesus – Die Kranken und Schwachen suchen Heilung bei Jesus. (1876)
Jacobs Drøm – Jakobs Traum. (1878)
En ung kvinde læser i lampens skær – Eine junge Frau liest im Schein einer Laterne.
Selbstporträt. (1880, Statens Museum for Kunst)
Gode og daarlige Jomfruer – Die klugen und törichten Jungfrauen. (1894, Öl/Leinwand, 67 × 193 cm; Soldenfeldt-Stiftung, Kopenhagen, ein Hauptwerk)
Decken- und Wandgemälde
Deckengemälde in Schloss Frederiksborg: Allegorie, die FrederikIII. als absoluten Herrscher darstellt, umgeben von Vertretern der vier Stände (1883)
Gode og daarlige Jomfruer – Die klugen und törichten Jungfrauen. (Soldenfeldt-Stiftung, Kopenhagen)
Parnasset und Charons Baad (beide 1897) und Lysets Fødsel und Pareerne (beide 1902; alle 4 Wandbilder in der Ny Carlsberg Glyptotek nach Zeichnungen von A. J. Carstens) – (Parnass und Charons Boot / Die Geburt des Lichts und …)
Sonne und Mond (beide 1904) und Zeus und Iris (beide 1905; alle vier Deckengemälde in der Ny Carlsberg Glyptotek)
Altarbilder
Christus in Gethsemane (1898, Kirche bei Nørre-Sundby)
Englen forkynder Kristi Opstandelse – Der Engel verkündet die Auferstehung Christi (Hvorup Kirke)
Den tornekronede Kristus – Christus mit der Dornenkrone. (1903–08, Vor Frue Kirke, Aalborg, Zeichnungen von H. B. Storck)
Den tronende Kristus – Der thronende Christus. (1900, Nathanaels Kirken)
Forklarelsen paa Bjerget – Die Verklärung auf dem Berg. (1908–09, Elias Kirken)
Jesus aabenbarer sig for Disciplene – Jesus erscheint den Jüngern (St. Lukas Kirken)
Kristus og den samaritanske Kvinde – Christus und die Samariterin. (Solbjerg Kirke; die letzten vier in Kopenhagen)
Radierungen
Kopf einer alten Frau und Madame Rasmussen. (1880)
Pigen med Olielampen – Das Mädchen mit der Öllampe. (1898)
Sigurd Müller:Schwartz, Johan Georg Frans. In: Christian Blangstrup (Hrsg.): Salmonsens Konversationsleksikon. 2. Auflage. Band21: Schinopsis–Spektrum. J. H. Schultz Forlag, Kopenhagen 1926, S.89 (dänisch, runeberg.org).
Georg Bröchner: Modern Etching & Engraving in Denmark & Norway. In: Charles Holme (Hrsg.): Modern Etching and Engraving. Offices of The Studio, London/Paris/New York 1902, S.6 und Tafel12/13 (englisch, archive.org).
↑Aug. With’s Eftf. und Y. Winkel & Magnussen (Hrsg.):Verzeichnis über Frans Schwartz’s Pastelle und Zeichnungen aus dem Nachlass des Künstlers, die am Montag, dem 3. Dezember 1917, versteigert werden sollen … im Ausstellungsgebäude Charlottenborg. 1917 (Danmarks Kunstbibliotek[PDF; abgerufen am 27.Oktober 2026] dänisch: Fortegnelse over Frans Schwartz’s Pasteller og Teginger tilhørende Kunstnerens Dødsbo, som vil blive bortsolgte ved Auktion Mandag den 3. Decbr. 1917 Kl. 11 FM. og følgende dag i Udstillingsbygningen Charlottenborg. – als Beispiel für die Auktionen).