
Friedrich Bidlingmaier (* 5. Oktober 1875 in Lauffen am Neckar; † 23. September 1914 in Avocourt, Lothringen) war ein deutscher Geophysiker und Meteorologe.
Bidlingmaier wurde als eines von sechs Kindern der Maria Bidlingmaier (geborene Wöhr) und ihrem Ehemann Christoph Bidlingmaier in Lauffen am Neckar geboren. Der Vater war Schulmeister, später Oberlehrer und Rektor der Volksschule in Lauffen, eine der Schwestern studierte Medizin, eine – Maria Bidlingmaier – Staatswissenschaften.
Nach dem Besuch der Evangelisch-Theologischen Seminare Maulbronn und Blaubeuren studierte Bidlingmaier Mathematik und Physik an der Universität Tübingen. 1900 folgte seine Promotion an der Universität Göttingen bei Woldemar Voigt, in welcher er einen geometrischen Beitrag zur Piezo-Elektrizität der Kristalle lieferte. Schon zuvor war er Assistent am Physikalischen Institut der Technischen Hochschule Dresden, ab 1900 bildete er sich über erdmagnetische Messungen am Potsdamer Observatorium für erdmagnetische Messungen weiter.
Bidlingmaier wurde Mitglied der Gauß-Expedition, der ersten deutschen Südpolarexpedition, die von 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski stattfand. Dabei war er zuständig für Erdmagnetismus und Meteorologie. Bidlingmaier hatte ein Programm für meteorologische und geomagnetische Beobachtungen erarbeitet, nachdem die gleichzeitig stattfindenden Antarktisexpeditionen Schottlands unter William Speirs Bruce, Schwedens unter Otto Nordenskjöld, Argentiniens unter Horacio Ballvé und die British National Antarctic Expedition unter Robert Falcon Scott vergleichbare Daten sammelten.
1907 erfolgte seine Habilitation in Geophysik an der Universität Berlin, bis 1909 war er als Privatdozent der Geophysik in Berlin und an der RWTH Aachen tätig. Zwischen 1909 und 1912 arbeitete Bidlingmaier am kaiserlichen Marineobservatorium Wilhelmshaven. Ab 1912 war er Observator an der erdmagnetischen Station der Sternwarte München sowie Dozent mit Lehrauftrag für Geophysik an der Universität München.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges kam er als Hauptmann der Reserve zu einem Landwehrersatz-Regiment nach Ulm, welches Anfang September 1914 an die französische Grenze bei Verdun verlegt wurde. Bereits am 23. September 1914 wurde er in Avocourt schwer verwundet und wurde am 26. Oktober 1914 im Argonnerwald, wohin er sich verletzt geschleppt hatte, tot aufgefunden.
Das Kap Bidlingmaier an der Nordküste der Heard-Insel im südlichen Indischen Ozean trägt seinen Namen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bidlingmaier, Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geophysiker und Meteorologe |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1875 |
| GEBURTSORT | Lauffen am Neckar |
| STERBEDATUM | 23. September 1914 |
| STERBEORT | Avocourt, Lothringen |