| DF World of Spices SE | |
|---|---|
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft |
| Gründung | 1952 |
| Sitz | Dissen am Teutoburger Wald |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | 3100 (2024) |
| Umsatz | 660 Mio. € (2024) |
| Branche | Gewürze |
| Website | fuchsgruppe.com |
| Stand: 27. Februar 2025 | |
Die Fuchs Gruppe (handelsrechtlich DF World of Spices SE, kurz Fuchs) ist eine deutsche Unternehmensgruppe der Lebensmittelindustrie mit Sitz in Dissen am Teutoburger Wald. Sie produziert Gewürze, Kräuter, technologische Mischungen und andere Produkte für den Lebensmitteleinzelhandel, die Lebensmittelindustrie sowie für die Gastronomie und Großverbraucher. Zu den Marken zählen beispielsweise Fuchs, Ostmann oder Bamboo Garden. Die Gruppe befindet sich zu 90 % im Besitz der Dieter Fuchs Stiftung. Die restlichen 10 % werden von einer Familienstiftung gehalten.
1952 gründete Dieter Fuchs (1928–2019) in Dissen einen Gewürzhandel. Zu Beginn belieferte er per Fahrrad direkt Haushalte mit Salz und Pfeffer in Tüten. Ende der 1950er-Jahre stellte Fuchs den Vertrieb auf Lebensmittelgeschäfte um: 1963 brachte er eine Dekorbox in den Handel und folgte damit dem Trend zur Abgabe von Gewürzen in Dosen und Gläsern statt Tüten. 1970 führte er die ersten Gewürzregale für Supermärkte ein, die auch selbst gebaut wurden.
Ende der 1960er-Jahre hatte Fuchs sein Unternehmen in zwei Geschäftsbereiche für Kunden aus dem Handel und der Industrie aufgeteilt. Diese Struktur besteht im Kern bis heute. Ab den 1970er-Jahren baute das Unternehmen nach eigenen Angaben die vertikale Integration aus, um die Abhängigkeit von Zwischenhändlern zu verringern. 1973 gründete Fuchs in Brasilien die Pfeffereinkaufsgesellschaft Tropoc (Tropoc Produtos Tropicais de Castanhal) und damit die erste ausländische Gesellschaft der Gruppe. 1977 folgte in Frankreich mit Épices Fuchs die erste ausländische Vertriebsniederlassung. Im Jahr 1990 wurde der US-amerikanische Konkurrent Baltimore Spice übernommen. Im weiteren Verlauf der 1990er-Jahre baute Fuchs das Geschäft in Brasilien aus und expandierte nach China und Rumänien.
Wesentlich für die Entwicklung der Fuchs-Gruppe war der Erwerb von Ostmann Gewürze im Jahr 1998. Der Konkurrent befand sich im Eigentum eines australischen Konzerns und hatte Jahre zuvor unter einem anderen Eigentümer so stark an Umsatz verloren, dass der Erwerb durch die Fuchs-Gruppe aufgrund der Unterschreitung von Größenklassen nicht von den Kartellbehörden überprüft werden musste. Fuchs schloss das Stammwerk von Ostmann in Bielefeld und führte Ostmann als eigenständige Marke weiter.
Anfang 2000 verkaufte der Lebensmittelkonzern Bestfoods sein Geschäft mit Pfeffer und Kümmel an die Fuchs-Gruppe. Die Produktion von Produkten unter der Marke Ubena Gewürze wurde auf die eigenen Werke umgestellt, der Standort in Bremen geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war die Fuchs-Gruppe bereits Marktführer in Europa. Diese Position wurde nicht zuletzt durch den Betrieb eigener Plantagen gesichert.
2006 entschied sich das Unternehmen, in den Markt für Feinkost einzusteigen. Hierfür wurde die Mehrheit an Theodor Kattus mit den Marken Kattus, Bamboo Garden und Fuego erworben. Zusätzlich kreierte die Fuchs-Gruppe die Marke Escoffier etwa für Fonds und Soßen.
2013 gab Dieter Fuchs die Leitung des Unternehmens aus Altersgründen schrittweise ab, blieb aber beratend tätig. Seine Nachfolge als Vorsitzender der Geschäftsführung trat im Jahr 2015 Nils Meyer-Pries an. Im Zuge dessen trat Dieter Fuchs die Mehrheit seiner Anteile an die Dieter-Fuchs-Stiftung ab. Die Stiftung war zuvor vorwiegend durch die Förderung der Forschung bekannt.
Nachdem Dieter Fuchs wesentliche Gesellschaftsanteile bereits zu Lebzeiten auf die Stiftungen übertragen hatte, ging das Unternehmen nach seinem Tod vollständig in Stiftungshand über. Im Frühjahr 2019 starb Dieter Fuchs im Alter von 90 Jahren. Sein Lebenswerk wurde mit dem „Goldenen Zuckerhut“ der Lebensmittel Zeitung ausgezeichnet. Zudem wurde in Dissen die Dieter-Fuchs-Straße nach ihm benannt. Fuchs war Ehrenbürger der Stadt.
Dieter Fuchs gab im Jahr 2000 einen Minderheitsanteil von 25,01 % an die finnische Paulig-Gruppe ab, welche diesen über die dänische Saffron-Holding hielt. 2016 wurde der Paulig-Gruppe entscheidender Einfluss auf das Unternehmen gewährt, um dessen Position im globalen Wettbewerb zu stärken. Die internationale Expansion wurde mit dem Kauf des Konkurrenten Bart Ingredients aus dem Vereinigten Königreich im Jahr 2017 fortgeführt. Das Unternehmen versucht so „auf das veränderte Marktumfeld und insbesondere auf neue Wettbewerber zu reagieren“. Im Jahr 2023 wurde der Minderheitsanteil der Paulig-Gruppe zurückerworben. 2025 wurde die Dachgesellschaft in eine Europäische Gesellschaft umgewandelt und firmiert seitdem als DF World of Spices SE.
Die DF World of Spices SE ist die Holdinggesellschaft der Fuchs Gruppe. Die operativen Aktivitäten sind in Geschäftsbereiche für den Einzelhandel und für das Industriegeschäft unterteilt.
Größte mittelbare Gesellschafterin der Unternehmensgruppe ist die gemeinnützige Dieter Fuchs Stiftung, die restlichen Anteile verbleiben bei einer Familienstiftung. Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke in den Bereichen Wissenschaft, Bildung sowie Kunst und Kultur. Vorsitzender des Kuratoriums ist der frühere Ministerpräsident und Bundespräsident Christian Wulff.
Das operative Geschäft wird von einem Vorstand geführt. Neben dem Vorsitzenden Nils Meyer-Pries gehört dem Gremium Marco Winkhold an, der die Finanzen verantwortet. Die Gruppe wird dezentral über lokale Geschäftsführer in den wichtigsten Einzelmärkten gesteuert, darunter Deutschland, Brasilien, China, Großbritannien, Rumänien und die Vereinigten Staaten.
Die Fuchs Gruppe betreibt eigene Gesellschaften in Ursprungsländern wie Brasilien, China und Kambodscha. Dort werden Rohstoffe wie Paprika und Pfeffer direkt bei den Erzeugern eingekauft und ersten Qualitätskontrollen unterzogen. Die Weiterverarbeitung erfolgt im Ursprungsland oder in einem der Werke der Gruppe, die von der Reinigung und Veredelung bis zur Vermahlung reichen.
Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe einen konsolidierten Umsatz von rund 661 Millionen Euro, wovon etwa 49 % auf den deutschen Markt entfielen. Weltweit beschäftigte sie rund 3100 Mitarbeiter.
Das Unternehmen übernimmt nach eigenen Angaben von der landwirtschaftlichen Produktion über die Verarbeitung bis zum Vertrieb möglichst alle Bereiche seines Geschäfts selbst, um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. Die wichtigsten Gewürze, darunter Paprika und Pfeffer, würden unverarbeitet bezogen und in Deutschland vermahlen.
Das Angebot der Fuchs Gruppe Retail richtet sich in erster Linie an den Groß- und Einzelhandel, der Privatkunden und gewerbliche Abnehmer mit Gewürzen und Gewürzmischungen sowie Feinkostprodukten versorgt. Das Unternehmen ist im deutschsprachigen Raum vor allem für die Marken Fuchs, Ostmann, (Bio) Wagner, Kattus, Fuego, Escoffier und Bamboo Garden bekannt. Dazu kommen Bart, Ubena, Cosmin, Alex und andere auf internationaler Ebene. Im Einzelhandel verfolgt die Gruppe eine Mehrmarkenstrategie, die verschiedene Käufersegmente anspricht und Markenartikel mit Handelsmarken verbindet. Die Marke Fuchs steht für Sortimentstiefe, Ostmann für den alltäglichen Bedarf im mittleren Preissegment und Bio Wagner für biologisch zertifizierte Produkte. Bamboo Garden deckt asiatische Küchen ab, Kattus bietet mediterrane Feinkost. Im Gastronomiebereich ist die Gruppe mit der Marke Fuchs Professional vertreten. Neben Gewürzen und Kräutern werden ergänzende Sortimente wie Kokosmilch, Pasten und Saucen angeboten. Ein Teil des Geschäfts entfällt auf die Produktion von Handelsmarken für europäische Discounter und Supermarktketten.
Die Fuchs Gruppe Industry beliefert Groß- und Industriekunden in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Brasilien mit individuellen Gewürzvarianten, Gewürzmischungen, Kräutern und Compounds. Das Unternehmen konzentriert sich dabei primär auf die Snack-, Fleisch- und Molkereiindustrie sowie auf die Fisch-, Convenience- und Backwarenindustrie.
Die Fuchs-Gruppe dominiert den deutschen Gewürzmarkt. Im Jahr 2002 stellte das Bundeskartellamt fest, dass das Unternehmen auf dem deutschen Markt für den Vertrieb von getrockneten Gewürzen, Gewürzmischungen und Kräutern gegenüber dem Einzelhandel einen Marktanteil von 75 % habe. Der Fuchs-Gruppe wurde untersagt, den Wettbewerb durch bestimmte Ausschließlichkeitsbindungen in Lieferverträgen zu behindern. Weil es in der Folge vereinzelt zu Verstößen gegen das in der Verfügung ausgesprochene Verbot kam, verhängte das Bundeskartellamt im Jahr 2006 ein Bußgeld in Höhe von 250.000 Euro gegen das Unternehmen. Die Fuchs-Gruppe stellte das beanstandete Verhalten ab und ging gerichtlich nicht gegen die Entscheidung vor.