Das kleine Dorf Gaisweiler liegt auf einer Höhe von 642mü.NN am Rand der Niederterrasse an der rechten Seite des Kehlbachtales, 3,5Kilometer westlich von Pfullendorf. Gaisweiler ist ein Straßendorf an der Landesstraße 212 an dessen Ortseingang sich das Gewerbe konzentriert.
Ausdehnung des Gebiets
Die Gesamtfläche der Altgemeinde Gaisweiler umfasst 366 Hektar (Stand: 1.Januar 1973), die der Gemarkung Gaisweiler 190 Hektar (Stand: 1838) und die der Gemarkung Tautenbronn 152 Hektar (Stand: 1939).
Teilorte
Zur Ortschaft Gaisweiler gehören das Dorf Gaisweiler, der Weiler Tautenbronn und das Gehöft Bethlehem. Des Weiteren die WüstungHaidach.
Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gaisweiler mit dem Dorf Gaisweiler, dem Weiler Tautenbronn und dem Gehöft Bethlehem mit Wirkung vom 1.Januar 1975 in die Stadt Pfullendorf eingemeindet.
Das Ortsgebiet bildete eine hohenzollerische Exklave in Baden. Erstmals genannt wurde Tautenbronn 1420 bei der Übergabe des Dorfes von Konrad von Gammerschwang an das Kloster Wald. 1806 kam der Weiler zusammen mit Wald an Hohenzollern-Sigmaringen.
Einwohnerentwicklung
In der Ortschaft Gaisweiler leben aktuell 121 Einwohner (Stand: Juni 2015), 74 in Gaisweiler und 47 in Tautenbronn. Gaisweiler ist damit Pfullendorfs kleinster Stadtteil.
Stand
Einwohner
1961, 6.Juni
104
1970, 27.Mai
106
2012
119
2015, Juni
121
Religion
Kirchlich gehörte Gaisweiler bis 1818 zur römisch-katholischen Pfarrei Pfullendorf, heute zur Pfarrei Wald. Tautenbronn gehörte ebenfalls zur Pfarrei Pfullendorf, wurde aber infolge Ordinariatserlasses vom 18.Januar 1839 zur Pfarrei Wald und seit 1878 zu Pfarrei Aftholderberg (Gemeinde Herdwangen-Schönach, Ortsteil Großschönach) eingepfarrt. Evangelische Christen gehören zu Ostrach.
Politik
Ehemalige Bürgermeister
Karl Bezikofer
Ortschaftsrat
Die Ortschaft Gaisweiler hat einen eigenen Ortschaftsrat, der aus sechs ehrenamtlich tätigen Ortschaftsräten inklusive eines Ortsvorstehers als Vorsitzenden besteht. Der Ortschaftsrat wird direkt vom Volk gewählt. Die Wahlperiode dauert fünf Jahre.
Ortsvorsteher
1984–2009: Helmut Kirchmann
seit 2009: Olaf-Peter Krom (Freie Wähler)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Das Ehemalige Rathaus in Gaisweiler wurde vor einigen Jahren von der Stadt zum Bürgerhaus umgebaut. Hier befindet sich der Sitzungssaal des Ortschaftsrats und der Wahlraum. Im Dachgeschoss wurde ein großer Bürgersaal mit 50 Sitzplätzen und Küche eingebaut, der für private Feiern angemietet werden kann. Zudem haben hier auch die „Kehlbachfrösche“, nach der Eingliederung der Feuerwehr in die Abteilung Aach-Linz im Jahr 2007 der einzige Verein im Dorf, ihren Versammlungsraum.
Gaststätten: Früher gab es im Dorf Gaisweiler die „Linde“ (1982 geschlossen) und das „Café Linzgau“ (abgebrannt), in Tautenbrunn die „Tannenburg“, heute ein Wohnhaus, war als Ausflugs- und Tanzlokal für seine Waldbühne bekannt. Heute gibt es in Gaisweiler den „Jägerhof“ mit Biergarten und Vesperstube, der einige Jahre lang als Erlebnistierpark Jägerhof ein ganzjährig geöffneter Tierpark war.
Parks
Am östlichen Ortsausgang befinden sich der Parkplatz und der Eingang West des Seeparks Linzgau. Daneben befindet sich die „Abenteuer-Golfanlage“, sie zählte in der Saison 2014 32.500 Besucher, die benachbarte „Fußball-Golfanlage“ 21.500 Besucher.
Wirtschaft und Infrastruktur
In der Ortschaft gibt es aktuell fünf Gewerbebetriebe (Stand: August 2012): Auf Gaisweiler Gemarkung drei, auf Tautenbronner Gemarkung mit dem Kieswerk zwei. Landwirtschaftliche Betriebe sind rar, die beiden ursprünglich bäuerlich geprägten Teilorte wurden zu reinen Wohngemeinden.
Bildung
Einen Kindergarten oder eine Grundschule gibt es nicht. Früher konnten die Kinder die Grundschule in Hippetsweiler besuchen, heute sind Aach-Linz, Pfullendorf oder Wald die Optionen.
Persönlichkeiten
Uwe Setzer, aus Gaisweiler, Deutschen Meister und Weltmeister der Kleinkanoniere
Monique Werner, aus Tautenbrunn, mehrfache deutsche Meisterin, Europa- und Weltmeisterin im Drachenfliegen
↑Die 355 Hektar (Stand: 1948) sind nicht mehr aktuell (Vgl. Gaisweiler. In: Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948. S.115).
↑1838: 457 Morgen; Vgl. Johann Daniel Georg von Memminger (Hrsg.): Württembergische Jahrbücher für vaterländische Geschichte, Geographie, Statistik und Topographie. Jahrgang 1838. Erstes Heft. J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1839. S.326.
123456Vgl. Pfullendorf c) Gaisweiler. In: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S.834–841, hier S.836.
12Gaisweiler. In: Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2; Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948. S.115.
↑Johann Daniel Georg von Memminger (Hrsg.): Württembergische Jahrbücher für vaterländische Geschichte, Geographie, Statistik und Topographie. Jahrgang 1838. Erstes Heft. J. G. Cotta’schen Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1839. S.326.
↑Vgl. Statistisches Reichsamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1939. (= Statistik des Deutschen Reichs. Band 550). Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft u. Statistik, Paul Schmidt, Berlin, 1940. S.31.