| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 59′ N, 6° 0′ O | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Köln | |
| Kreis: | Heinsberg | |
| Höhe: | 60 m ü. NHN | |
| Fläche: | 48,72 km² | |
| Einwohner: | 13.561 (31. Dez. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 278 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 52538 | |
| Vorwahlen: | 02454, 02455 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HS, ERK, GK | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 70 008 | |
| LOCODE: | DE GGT | |
| Gemeindegliederung: | 19 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Burgstr. 10 52538 Gangelt | |
| Website: | www.gangelt.de | |
| Bürgermeister: | Guido Willems (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg | ||
Gangelt ist eine Gemeinde im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg. Der Ort mit seinem noch die spätmittelalterliche, befestigte Kleinstadt widerspiegelnden Ortskern liegt an der Grenze zu den Niederlanden im Westen Deutschlands am Rande des Rodebachtales.
Neben dem bereits erwähnten Rodebach durchfließt der Saeffeler Bach das Gemeindegebiet. Beide in Ost-West-Richtung fließende Gewässer sind Zuflüsse der nahe gelegenen Maas.
| Waldfeucht | Heinsberg | |
| Selfkant | Geilenkirchen | |
| Sittard-Geleen | Beekdaelen | Übach-Palenberg |
In der folgenden Tabelle wird die Gemeindegliederung (insgesamt 19 Ortsteile) mit den Einwohnerzahlen vom 25. Februar 2013 (Informationen des Einwohnermeldeamtes) angegeben:
| Ortsteil | Einwohner | ||
|---|---|---|---|
| gesamt | weiblich | männlich | |
| Birgden | 2.990 | 1.511 | 1.479 |
| Breberen | 848 | 443 | 405 |
| Broichhoven | 153 | 79 | 74 |
| Brüxgen | 494 | 250 | 244 |
| Buscherheide | 119 | 58 | 61 |
| Gangelt | 2.595 | 1.423 | 1.172 |
| Harzelt | 177 | 93 | 84 |
| Hastenrath | 516 | 267 | 249 |
| Hohenbusch | 39 | 15 | 24 |
| Kievelberg | 29 | 15 | 14 |
| Kreuzrath | 540 | 259 | 281 |
| Langbroich | 625 | 305 | 320 |
| Mindergangelt | 242 | 117 | 125 |
| Nachbarheid | 124 | 60 | 64 |
| Niederbusch | 553 | 248 | 305 |
| Schierwaldenrath | 617 | 300 | 317 |
| Schümm | 94 | 45 | 49 |
| Stahe | 952 | 464 | 488 |
| Vinteln | 54 | 26 | 28 |
| Gemeinde Gangelt | 11.761 | 5.978 | 5.783 |

Der Ortsname hat keltische Ursprünge. 828 n. Chr. wurde Gangelt zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Ort war damals ein Königsgut. Später gehörte Gangelt den Herren von Heinsberg. 1301 wird Gangelt als Oppidum (Städtchen) bezeichnet. 1364 existierte eine Burg, Burg Gangelt. Spätestens 1420 bestand eine Stadtbefestigung mit vollständig die Stadt umschließender Stadtmauer und drei Toren. 1472 wurde das Herzogtum Jülich Landesherr. Ende des 18. Jahrhunderts verlor Gangelt den Status einer Stadt.
Die Gangelter werden seit dem 17. Jahrhundert auch „Gangelter Ferkel“ genannt. Dies geht darauf zurück, dass eine Horde Ferkel die „Stadt“ stürmte und den Kornspeicher leer fraß. Seitdem werden die Gangelter oft „Ferkel“ genannt. Im berühmten Wildpark zu Gangelt sind deshalb auch viele Wildschweine (Wildferkel) angesiedelt.

In der Zeit der großen Inflation von 1921 druckte Gangelt, wie auch die meisten anderen Städte, Notgeld zur Stabilisierung der Lage. Auf der Rückseite der Noten wurden Motive aus der Geschichte Gangelts dargestellt:

Die meisten Gangelter sind katholisch. Trotzdem spielten andere Religionen und Konfessionen schon immer eine wichtige Rolle in der Geschichte Gangelts.
Vermutlich wurde infolge einer Karnevalssitzung in der Gemeinde Gangelt im Ortsteil Langbroich, an der ein infiziertes Ehepaar teilnahm, die erste bekannte größere Ausbreitung der COVID-19-Pandemie in Deutschland verursacht.
Bis zum Jahre 1926 gehörten die Gemeinde Gangelt mit den Ortschaften Gangelt, Mindergangelt, Kreuzrath, Stahe, Niederbusch, Hohenbusch, Langbroich und Harzelt, sowie die Gemeinde Birgden mit der Ortschaft Birgden dem Amt Gangelt im Kreis Geilenkirchen an. Zum 1. Oktober 1926 fusionierten die Ortschaften Langbroich und Harzelt mit der Ortschaft Schierwaldenrath (Gemeinde Waldfeucht, Kreis Heinsberg) zur Gemeinde Schierwaldenrath. Die Gemeinde Schierwaldenrath schloss sich nach zähen Verhandlungen auch weiterhin dem Amt Waldfeucht im Kreis Heinsberg an. Durch die Zusammenlegung der beiden Kreise Heinsberg und Geilenkirchen zum Kreis Geilenkirchen im Jahre 1932 und dessen Umbenennung im Jahre 1933 zum Kreis Geilenkirchen-Heinsberg gehörte das Amt Gangelt einem neuen, größeren Kreisgebiet an.
Mit der neuen Amtsordnung vom 8. Oktober 1934 wurden alle bestehenden Ämter im Kreis Geilenkirchen-Heinsberg aufgelöst. Die Gemeinde Gangelt (Gangelt, Kreuzrath, Stahe, Niederbusch, Hohenbusch, Mindergangelt) des aufgelösten Amtes Gangelt, die Gemeinde Schierwaldenrath (Langbroich, Harzelt, Schierwaldenrath) des aufgelösten Amtes Waldfeucht und die seinem Amte angehörigen Gemeinden Schümmerquartier (Schümm, Hastenrath, Kievelberg, Vintelen, Brüxgen, Buscherheid) und Breberen (Breberen, Nachbarheide) wurden zu einem neuen Amte „Gangelt“ zusammengefasst. Die dem aufgelösten Amt Waldenrath angehörige Gemeinde Waldenrath, die Gemeinde Aphoven des aufgelösten Amtes Aphoven und die Gemeinde Birgden des aufgelösten Amtes Gangelt wurden zu einem neuen Amte „Waldenrath“ zusammengeschlossen.
Am 1. Juli 1969 wurden durch das Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg die Ämter wiederum aufgelöst. Mit der Eingliederung der Gemeinde Birgden aus dem aufgelösten Amt Waldenrath und den Gemeinden Gangelt, Schierwaldenrath und Schümmerquartier in die neue Gemeinde Gangelt bildete sich die kommunale Verwaltungseinheit, wie wir sie heute kennen.
1948 wurde der Ortsteil Mindergangelt, zusammen mit weiteren Gebieten des Selfkants, durch die Niederlande annektiert. Die Staatsgrenze trennte nun den Rest der Gemeinde Gangelt, der bei Deutschland verblieb, und Mindergangelt, das dem niederländischen Drostambt Tudderen zugeteilt wurde. Erst im August 1963 gaben die Niederlande das annektierte Gebiet an Deutschland zurück und Mindergangelt wurde wieder Teil der Gemeinde Gangelt (während die anderen vormals niederländischen Orte der neuen deutschen Gemeinde Selfkant zugeteilt wurden). Aus dieser Zeit stammt auch die 150 kV-Hochspannungsfreileitung zwischen den niederländischen Umspannwerken Maalbroek und Beersdal, welche westlich von Gangelt durch deutsches Gebiet verläuft.
Blasonierung: Das Wappen enthält einen in Gold nach rechts gewandten, aufsteigenden, gekrönten, rot bewehrten, schwarzen, zweigeschwänzten Löwen, belegt mit einem silbernen Schrägrechtsbalken. Dem Wappen liegt das aus dem 12. Jahrhundert stammende Gerichts- und Schöffensiegel zugrunde.
Das Banner der Gemeinde Gangelt ist geteilt von Schwarz nach Gold (Gelb) und trägt in der Mitte des Tuches das Wappen." Die Hauptsatzung gibt nur Auskunft über eine Flagge, aber nicht über deren Gestaltung. Es werden Banner mit und ohne Wappen gezeigt.
Theatergruppe Kreuzrath; Langbröker Selfkanttheater

Zwischen Februar 2016 und Februar 2018 wurden durch den Künstler Gunter Demnig im Ortskern insgesamt 43 Stolpersteine verlegt. An zehn Verlegestellen wird an die Schicksale jüdischer Familien aus Gangelt erinnert.
Das Freizeitzentrum Gangelt umfasst ein beheiztes Freibad, Minigolf und einen Kahnweiher. Weiterhin gibt es in der Gemeinde Gangelt eine Vielzahl von Sportvereinen, wie zum Beispiel die SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath (2012 e. V.), den TC Gangelt und die SG Gangelt-Hastenrath.
2021 bewarb sich die Gemeinde als Host Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation der Special Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin für Special Olympics Spanien ausgewählt. Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.
In Gangelt findet in großen Teilen des historischen Ortskerns jährlich am 1. Advent ein Nikolausmarkt statt. Seit 2010 findet am Kahnweiher jährlich die Gangelter Musiknacht mit diversen Musikern statt. Jedes Jahr zur Karnevalszeit gibt es einen Rosenmontagsumzug. Seit 2010 findet einmal jährlich, am zweiten Wochenende im September, ein Ritterfest in Gangelt statt. Die Besucher erwarten Ritterkämpfe und -turniere, mittelalterliche Klänge, Speis und Trank, Bogenschießen und Axtwerfen.
Bis zur Herabstufung zur L 47 führte die Bundesstraße 56 in Ost-West Richtung durch das Gemeindegebiet.
Die ehemalige schmalspurige Geilenkirchener Kreisbahn tangierte das Gemeindegebiet, auf einem Restteilstück findet der museale Bahnverkehr der Selfkantbahn statt.
Die AVV-Buslinien 423, 435, 437, 439, 472, 474 und SB3 der WestVerkehr verbinden Gangelt seinen Nachbarorten sowie mit Geilenkirchen, Heinsberg und Sittard.
Zudem verkehrt der Multi-Bus seit dem 9. Juni 2024 kreisweit erweitert und zu einheitlichen Bedienzeiten. Mehr Informationen gibt es bei WestVerkehr.