Chiemsee (Gemeinde)

Wappen Deutschlandkarte
Chiemsee (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Chiemsee hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 52′ N, 12° 24′ OKoordinaten: 47° 52′ N, 12° 24′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Breitbrunn am Chiemsee
Höhe: 524 m ü. NHN
Fläche: 2,57 km²
Einwohner: 141 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83256, 83209Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 08054
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 123
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gollenshausener Str. 1
83254 Breitbrunn a. Chiemsee
Website: www.vg-breitbrunn.de
Erster Bürgermeister: Georg Klampfleuthner (Freie Wählergem. Chiemsee)
Lage der Gemeinde Chiemsee im Landkreis Rosenheim
KarteChiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am Inn
Karte

Die Gemeinde Chiemsee im oberbayerischen Landkreis Rosenheim besteht aus drei Inseln im Chiemsee, es gibt keinen Ort mit Namen Chiemsee. Die Gemeinde ist die bevölkerungsmäßig kleinste sowie flächenmäßig zweitkleinste Gemeinde in Bayern (nach Buckenhof). Auf 2,57 km² leben etwa 140 Einwohner. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am Chiemsee.

Geographie

Luftbild der Gemeinde Chiemsee mit der Fraueninsel, der Krautinsel und der Herreninsel (von oben nach unten)

Das Gemeindegebiet besteht aus den drei größeren im Chiemsee liegenden Inseln Herrenchiemsee, Frauenchiemsee und der unbewohnten Krautinsel. Der Chiemsee selbst sowie die bei Frauenchiemsee gelegene winzige Insel Schalch gehören nicht zur Gemeinde, sondern als gemeindefreies Gebiet zum Nachbarlandkreis Traunstein. Damit sind die Inseln der Gemeinde Chiemsee Exklaven des Landkreises Rosenheim, die vollständig vom Gebiet (hier: Chiemsee-Wasserfläche) des Landkreises Traunstein umgeben sind.

Gemeindegliederung

Es gibt zwei Gemeindeteile:

Es gibt nur die Gemarkung Chiemsee.

Natur

Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet:

Geschichte

Bis zum 20. Jahrhundert

Die Klöster Herren- und Frauenchiemsee wurden 782 durch Herzog Tassilo III. von Bayern gegründet. Beide Klöster erlebten nach den Zerstörungen der Ungarneinfälle zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert eine Blütezeit. Die beiden Inseln Herren- und Frauenchiemsee bildeten geschlossene Hofmarken der jeweiligen dort ansässigen Klöster. Das um 1130 gebildete Augustinerchorherrenstift bildete das Domkapitel des Bistums Chiemsee. An der Spitze dieses Kapitels stand der Propst des Augustinerchorherrenstifts, der seit 1218 zugleich Archidiakon des einzigen Archidiakonates der Diözese war und seit 1446 das Recht hatte, die Pontifikalien zu tragen.

Mit der der Säkularisation 1803 wurden die Klöster Herren- und Frauenchiemsee aufgehoben. Die Inseln wurden im Zuge des Gemeindeedikts von 1818 eine selbständige politische Gemeinde, die dem Landgericht Trostberg zugeordnet war. Sie wurde 1862 dem neu gebildeten Bezirksamt Traunstein zugeteilt. Mit dem 1. Januar 1900 kam die Gemeinde zum Bezirksamt Rosenheim, dem heutigen Landkreis Rosenheim.

1836 wurde das Kloster Frauenchiemsee durch König Ludwig I. von Bayern wiedererrichtet mit der Auflage, dass die Benediktinerinnen Schulen eröffneten. Das Kloster Frauenchiemsee betrieb das Irmengard-Gymnasium mit Internat (bis 1982) und (ab 1983 bis 1995) in der Irmengard-Berufsfachschule (vormals Vorseminar für soziale Frauenberufe). Das Kloster ist heute ein wichtiges Bildungszentrum in der Region.

König Ludwig II. von Bayern kaufte 1873 die ganze Herreninsel für 350.000 Gulden, um ab 1878 hier sein Neues Schloss Herrenchiemsee zu errichten.

Die Insel Frauenchiemsee war im 19. und 20. Jahrhundert ein bedeutendes Domizil der Chiemseemaler (Künstlerkolonie Frauenchiemsee), die Künstlergruppe Die Frauenwörther veranstaltete von 1921 bis 1960 Ausstellungen in der karolingischen Torhalle (Kloster Frauenchiemsee).

Im Konventstock des Alten Schlosses Herrenchiemsee tagte vom 10. bis 23. August 1948 der Verfassungskonvent zur Vorbereitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. An dieses Ereignis erinnert eine Ausstellung im Alten Schloss.

Das Neue Schloss Herrenchiemsee zählt seit Sommer 2025 offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe (als Teil von "Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern").

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl der Inselgemeinde von 393 auf 211 um 182 Einwohner bzw. um 46,3 %, also um fast die Hälfte ihrer damaligen Bevölkerung – das ist der höchste prozentuale Einwohnerverlust in Bayern im genannten Zeitraum.

Einwohnerentwicklung von Chiemsee von 1840 bis 2017
Jahr18401871190019251939195019611970198719911995200520102015201720222025
Einwohnerzahl212311367464506713650642431407342315311232231228141

Infrastruktur

Seit 1995 hat die Gemeinde keine eigene Schule mehr. Abgesehen von den für die Inselbesucher ausgelegten Läden gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten; die Gemeinde Chiemsee besitzt allerdings die größte Gaststättendichte Bayerns.

Es existiert eine gemeindliche Lastenfähre. Die Überfahrt zur Fraueninsel erfolgt von der Fähranlegestelle am Seeplatz in Gstadt aus. Die private Chiemsee-Schifffahrt verbindet die bewohnten Inseln ganzjährig mit Prien-Stock und Gstadt am Chiemsee.

Rad- und Autofahren ist auf dem gesamten Gemeindegebiet verboten (außer für Feuerwehr, Rettungsdienst/Notarzt, Zivil-/Katastrophenschutz und Polizei sowie Bundeswehr und NATO-Truppen).

Politik

Gemeinderat

20262020201420082002
Sitze insgesamt 88888
Freie Wählergemeinschaft Chiemsee 88766
Wählergruppe Kloster ––122

Bürgermeister

Seit Juni 2026 ist Georg Klampfleuthner (Freie Wählergemeinschaft Chiemsee) ehrenamtlicher Erster Bürgermeister. Sein Vorgänger Armin Krämmer war 2020 gewählt worden, wurde jedoch am 8. März 2026 nicht wiedergewählt, obwohl er der einzige Kandidat war. Die Bürgermeisterwahl wurde am 13. Juni wiederholt, wobei der nunmehr einzige Kandidat Klampfleuthner 78,3 % der gültigen Stimmen erhielt.

Wappen

Blasonierung: „Über goldenem Schildfuß, darin ein gekrümmter blauer Fisch, gespalten von Silber und Blau mit zwei Seeblättern an verschlungenen Stielen in verwechselten Farben.“
Wappenbegründung: Die gekreuzten Seeblätter in verwechselten Farben entsprechen dem alten Wappen des auf der Insel Frauenwörth schon im 8. Jahrhundert gegründeten Benediktinerinnenklosters. Frauenchiemsee ist auch der Hauptort der Gemeinde, die sich aus den Chiemseeinseln Frauen-, Herren- und Krautinsel zusammensetzt. Der Fisch verweist auf den Fischfang, einen in früheren Zeiten und auch heute noch wichtigen Erwerbszweig in der Gemeinde. Zudem ist der Fisch allgemein ein passendes heraldisches Symbol für die Seegemeinde, die ihren Namen vom Chiemsee herleitet.

Dieses Wappen wird seit 1968 geführt.

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch

Commons: Chiemsee (Gemeinde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Bürgermeister. Gemeinde Chiemsee. In: Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn a.Chiemsee. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  3. ↑ Gemeinde Chiemsee, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 8. Oktober 2021.
  4. ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern, 13. September 2022, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2022; abgerufen am 19. Oktober 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Kloster Herrenchiemsee, Basisdaten in der Datenbank Klöster in Bayern im Haus der Bayerischen Geschichte
  6. ↑ Kloster Frauenchiemsee, Basisdaten in der Datenbank Klöster in Bayern im Haus der Bayerischen Geschichte
  7. ↑ Karl Raupp, Franz Wolter (Hrsg.): Der Künstlerchronik von Frauenchiemsee. 2., vermehrte Auflage. F. Bruckmann, München 1924, OCLC 35575870.
  8. ↑ Angela Bauer-Kirsch: Herrenchiemsee. Der Verfassungskonvent von Herrenchiemsee – Wegbereiter des Parlamentarischen Rates. Diss., Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, 2005. urn:nbn:de:hbz:5-06025.
  9. ↑ Welterbe: Die Schlösser König Ludwigs II. von Bayern: Neuschwanstein, Linderhof, Schachen und Herrenchiemsee. In: Deutsche UNESCO-Kommission. 2025, abgerufen am 11. Januar 2026.
  10. ↑ Statistik für den Landkreis (PDF; 1,2 MB) abgerufen am 16. Januar 2011.
  11. ↑ Landkreis Rosenheim – Einwohnerzahlen der Gemeinden abgerufen am 18. Juni 2026
  12. ↑ Kleine Gemeinde Chiemsee besitzt größte Gaststätten-Dichte Bayerns, chiemgau24.de vom 8. Januar 2019.
  13. ↑ Der Gemeinderat. Gemeinde Chiemsee. In: Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn a.Chiemsee. Abgerufen am 18. Juni 2026.
  14. ↑ Ergebnis Gemeinderatswahl. In: Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am Chiemsee. Abgerufen am 19. Januar 2021.
  15. 1 2 3 Kommunalwahlen in Bayern (Memento vom 28. März 2019 im Internet Archive)
  16. ↑ Ergebnis Bürgermeisterwahl. In: Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am Chiemsee. Abgerufen am 19. Januar 2021.
  17. ↑ Matthias Köpf: Jetzt haben auch die Chiemsee-Inseln einen neuen Bürgermeister. In: sueddeutsche.de. SZ, 14. Juni 2026, abgerufen am 17. Juni 2026.
  18. ↑ Wappen von Chiemsee in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte