
Georg Oswald Jüttner, anglisiert George Oswald Juettner (* 18. März 1887 in Breslau, Provinz Schlesien; † 15. April 1945 in Winnipeg, Manitoba), war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher.
Jüttner wurde im schlesischen Breslau geboren und besuchte Schulen in Wansen und Strehlen. Anschließend trat er in das Predigerseminar Kropp ein, wo er für den Pfarrdienst in den deutschsprachigen Gemeinden Nordamerikas vorbereitet wurde. Nach seinem theologischen Examen emigrierte er 1909 nach Kanada, wo er am 18. September in der Dreieinigkeitskirche in Edmonton durch die Manitoba-Synode zum Pfarramt ordiniert wurde. Seine erste Pfarrstelle trat er an den Gemeinden St. Johannes in Heimthal und St. Paulus in Rosenthal an. 1912 wechselte er an die Christuskirche in Rosthern, wo er auch für die Filialgemeinde St. Paulus in Bergheim zuständig war. Im Jahr 1921 folgte er einem Ruf der russlanddeutschen St. Paul’s German Evangelical Lutheran Church nach Rocky Ford im US-Bundesstaat Colorado. Fünf Jahre später kehrte er nach Kanada zurück und wurde Pfarrer von St. Johannes in Edmonton. Dort war Juettner als Direktor des Deutsch-Canadischen Nationalverbands eine der führenden Figuren der deutschsprachigen Gemeinschaft in der Stadt und organisierte 1928 den ersten German Day in Alberta.
Als die deutschsprachige Zuwanderung in die kanadischen Prärieprovinzen nach der Weltwirtschaftskrise wieder zunahm, organisierten die deutschsprachigen lutherischen Kirchengemeinden die Canadisch-Lutherische Einwanderungshilfe, die den Neuankömmlingen bei der Ankunft in Kanada helfen sollte. Diese Einwanderungshilfe war die erste interlutherische Organisation in Kanada, an der sich mehrere Synoden beteiligten. Juettner wurde 1930 zu ihrem ersten Leiter ernannt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tode inne. Ab 1933 wirkte er auch als Stadtmissionar der Manitoba-Synode in Winnipeg. In dieser Synode hatte er mehrere Ämter inne. So war er ab 1935 Geschäftsführer der Kirchenzeitung Der Synodalbote und von 1941 bis 1944 auch Schatzmeister der Synode.
Juettner heiratete 1910 Anna Louise Hildebrandt, mit der er eine Tochter hatte. Er starb am 15. April 1945 in Winnipeg und wurde nach einem Trauergottesdienst in der St.-Petri-Kirche, bei dem Adelbert Goos predigte, auf dem dortigen Brookside Cemetery bestattet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Juettner, George |
| ALTERNATIVNAMEN | Juettner, George Oswald; Jüttner, Georg Oswald |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschkanadischer lutherischer Geistlicher |
| GEBURTSDATUM | 18. März 1887 |
| GEBURTSORT | Breslau, Provinz Schlesien |
| STERBEDATUM | 15. April 1945 |
| STERBEORT | Winnipeg, Manitoba |