George Stuart Klein (* 15. Juli 1917 in Brooklyn; † 11. April 1971 in Stockbridge) war ein US-amerikanischer Psychologe, Psychoanalytiker und Professor an der New York University.
Er erwarb 1938 seinen B.A. am City College of New York und promovierte 1942 in experimenteller Psychologie zum Ph.D. an der Columbia University.
In den folgenden vier Jahren diente er während des Zweiten Weltkrieges als Luftfahrtpsychologe im United States Army Air Corps. Ab 1946 absolvierte er als Mitarbeiter der Menninger School of Psychiatry in Topeka unter der Anleitung von David Rapaport eine Ausbildung in psychoanalytisch orientierter klinischer Psychologie und in psychologischer Testtechnik; hier forschte er auch im Rahmen des sogenannten „New Look-Paradigmas“ an der komplexen Wechselwirkung von Wahrnehmung, Kognition und Persönlichkeit. Nach fünf Jahren bei der Menninger Foundation ging er 1951 als Gastdozent und außerordentlicher Professor an die Harvard University. 1953 wurde er an die New York University (NYU) berufen, wo er gemeinsam mit Robert R. Holt Co-Direktor des Forschungszentrums für psychische Gesundheit wurde.
Er arbeitete an der Verbindung von experimenteller Psychologie und Psychoanalyse; dabei leistete er Beiträge zur sog. „neuen Wahrnehmung“, nach der Wahrnehmung keine passive Aufzeichnung von Reizen ist, sondern ein aktiver, subjektiver Prozess, der stark von den Motivationen, Emotionen, Bedürfnissen und vergangenen Erfahrungen einer Person beeinflusst wird, der kognitiven Kontrolle, der subliminalen Wahrnehmung, zu REM-Schlaf-Traum-Studien sowie zur Weiterentwicklung der psychoanalytischen Ich-Psychologie. Er experimentierte auch zu veränderten Bewusstseinszuständen, z. B. zur sensorischen Deprivation oder der Wahrnehmung unter LSD-Konsum. Seine Forschungsarbeiten befassten sich ferner mit kognitiven Kontroll- und Verarbeitungsmechanismen, d. h. den beständigen Tendenzen von Menschen, Informationen auf bestimmte Weise zu verarbeiten. Im Bereich der Wahrnehmung entdeckten er und seine Kollegen, dass sich Menschen in zwei Hauptkategorien einteilen lassen: Nivellierer (engl. levelers), die Ähnlichkeiten zwischen Dingen wahrnehmen und Unterschiede übersehen, und Schärfer (engl. sharpeners), die Kontraste erkennen und ein hohes Maß an Bewusstsein für Unterschiede zwischen Reizen bewahren. 1951 führten er und Herbert J. Schlesinger den Begriff des kognitiven Stils ein, um die Kombination verschiedener kognitiver Kontrollmechanismen innerhalb einer Person zu beschreiben. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens widmete er sich dem Versuch, die der psychoanalytischen Theorie innewohnende Dualität der Erklärungsansätze zu entwirren: die erfahrungsnahe klinische Ebene von ihrer abstrakten Basis, ihrer Metapsychologie. Er bezeichnete die klinische Ebene als „Theorie der persönlichen Begegnung“ und schlug kognitive Konzepte wie „Sinn“, „Bewusstsein“, „peremptives Denken“ und „Intentionalität“ als angemessenere Erklärungsbegriffe vor im Unterschied zu naturwissenschaftlich geprägten Konzepten von Trieben, Energien und Mechanismen. Zeit seines Lebens bemühte er sich, die für die Kognitionspsychologie charakteristischen experimentellen Methoden auf die Erforschung der psychoanalytischen Ich-Psychologie, basierend auf den Theorien Sigmund Freuds, anzuwenden und zu einer kritischen Neubewertung der Psychoanalyse zu kommen.
Er war verheiratet mit seiner Frau Bessie Klein (geborene Boris); das Ehepaar bekam die Tochter Rachel. Er verstarb an einem Herzinfarkt, während er in der Nähe seines Hauses Auto fuhr. Er wurde 52 Jahre alt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klein, George S. |
| ALTERNATIVNAMEN | Klein, George Stuart (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Experimentalpsychologe und Psychoanalytiker |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1917 |
| GEBURTSORT | Brooklyn |
| STERBEDATUM | 11. April 1971 |
| STERBEORT | Stockbridge |