

Königsstadt (davor Georgenvorstadt, Königsvorstadt, Königsviertel) war ein Stadtteil von Berlin bis 1920. Er lag in den späteren Ortsteilen Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain.

Die Königsstadt verlief trichterförmig vom Alexanderplatz zwischen den Fernhandelsstraßen Prenzlauer Straße und Prenzlauer Allee nach Norden, der Landsberger Straße nach Nordosten und dazwischen die Neue Königstraße (Bernhard-Weiß-Straße, Otto-Braun-Straße, Greifswalder Straße) nach Nordnordosten. Die ältere (innere) Königsstadt reichte etwa bis zur Friedenstraße.
Die Grenze zur Stralauer Vorstadt verlief um 1800 entlang der Contrescarpe (Alexanderstraße), Sandgasse (Jacobystraße), Kurzen Straße, Baumgasse (später: Elisabethstraße) bis zur Palisadenbewehrung (Palisadenstraße). Die Grenze im Westen zur Spandauer Vorstadt zog sich entlang der Prenzlauer Straße bis zum Prenzlauer Tor der Berliner Zollmauer (in Höhe der Tor- und Mollstraße). Im Nordosten reichte die Königsstadt anfänglich bis zum Bernauer Tor (später: Neues Königstor) der Zollmauer. (Die Berliner Zollmauer führte meist so um das Weichbild, dass die Friedhöfe entsprechend dem Preußischen Landrecht außerhalb blieben (ALR II 11 § 184), hier lag sie am Süd- und Ostrand des Begräbnisplatzes der Marienkloster- und Nikolaigemeinde.)
Die Königsstadt grenzte im Westen an die Spandauer und Rosenthaler Vorstadt im Verlauf der ehemaligen Prenzlauer Straße und der Prenzlauer Allee. Die nördliche Grenze bildete die Ringbahn. Im Osten grenzte die Königsstadt an die Stralauer Vorstadt etwa im Verlauf Landsberger Allee, der ehemaligen Landsberger Straße, der Kurzen Straße und entlang der südlichen Gebäudekante des Polizeipräsidiums. Im Süden bildet die Stadtbahn die kurze Grenze zwischen Alt-Berlin und der Königsstadt.
Im Jahr 1831 wurden große vorgelagerte Flächen jenseits der Zollmauer nach Berlin eingemeindet. Die Königsstadt erstreckte sich seitdem zur neuen Berliner Stadtgrenze zu Weißensee und Wilhelmsberg bei Hohenschönhausen. (Auf dieser Gebietserweiterung entstanden unter anderem die erste kommunale Parkanlage Berlins, der Volkspark Friedrichshain, das Bötzowviertel und das Winsviertel.)

Seit dem 13. Jahrhundert bestand vor dem Oderberger Tor (später Georgentor) das Georgenhospital für Reisende und Kranke an der Fernstraße nach Norden. In der umliegenden Gegend gab es Felder, Wiesen und Wälder, die meist Berliner Bürgern gehörten. Im 15. Jahrhundert waren einzelne ärmere Hütten in diesem Gebiet bekannt, spätestens 1571 gab es bereits eine Gastwirtschaft vor dem Georgentor an der Bernauer Straße. In den Jahren 1639 und 1641 wurde das Gebiet vor der Stadtmauer für eine bessere Verteidigung im Dreißigjährigen Krieg freigeräumt.
Ab etwa 1660 gab es Schützenplätze für Bürger-Schützenvereine und das Militär westlich der Bernauer Straße. Ab etwa 1690 wurde eine intensivere Bebauung in verschiedenen Gebieten. (nördlich des Georgenkirchplatzes und um die Elisabethstraße) auf Anordnung von Kurfürst Friedrich Wilhelm gefördert. Ab etwa 1702 hieß sie Königsvorstadt, nach der Umbenennung des Georgentores in Königstor nach der Rückkehr des neu gekrönten Königs Friedrichs I. aus Königsberg. 1716 wurde eine hölzerne Befestigung im Nordosten (etwa entlang der jetzigen Mollstraße) gezogen. Um 1720 gab es schon zahlreiche bewohnte Häuser Häuser besonders in der Nähe des Königstores.
1831 wurde die Königsvorstadt in ihrem Umfang auf etwa das zehnfache vergrößert, bis vor Weißensee und weit bis zur Landsberger Allee. In den folgenden Jahren wurde dieses Gebiet intensiv bebaut.
1873 wurde der Name Königsstadt dafür zum amtlichen Verwaltungsbegriff.
1920 wurde bei der Bildung von Groß-Berlin die Verwaltungsstruktur grundlegend geändert, der älteste südliche Teil der Königsstadt kam zu Mitte, ein kleiner nordöstlicher Teil zu Friedrichshain und der nördliche Teil zu Prenzlauer Berg.

Von 1943 bis 1945 wurde die Königsstadt wegen ihrer Nähe zur Stadtmitte durch Bombenangriffe und Straßenkämpfe schwer beschädigt. Die Trümmer wurden danach weggeräumt, es blieben aber noch einige Gebäude wie das Minolhaus stehen. Die Ruine der Georgenkirche wurde 1949 gesprengt. Für die umfassende Neugestaltung des Gebietes um den Alexanderplatz bis zur Mollstraße und Otto-Braun-Straße wurden danach fast alle bestehenden Gebäude beseitigt. Wegen des teils neuen Zuschnitts der Straßen und der starken Bebauung mit moderner Architektur ist die einstige städtebauliche Einheit des historischen Kerns der Königsstadt nicht mehr zu erkennen.
Die Einwohnerzahl des Stadtteils Königsviertel (so der amtliche Name der Königsstadt seit 1873) stieg von 41.713 im Jahr 1867 bis auf 197.518 im Jahr 1910.

Innerhalb der inneren Königsstadt (zwischen Alexanderplatz, Prenzlauer Allee, Mollstraße und Friedenstraße) sind nur sehr wenige Gebäude von vor 1945 erhalten geblieben (fast vollständige Liste).
In der inneren Königstadt gab es zahlreiche weitere wichtige Gebäude und Einrichtungen
In der erweiterten Königsstadt (seit 1831, bis vor Weißensee, und zur Landsberger Allee) sind viele historische Gebäude von vor 1945 erhalten geblieben
Einige Einrichtungen trugen den Namensbestandteil Königstädtisch oder Königstadt
Die Bezeichnung Königstadt tragen folgende gegenwärtige Bauwerke und Einrichtungen im Namen:
Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 25′ O