Georges von Cottenet

Georg(es) August von Cottenet (* 28. September 1807 in Berlin; † 15. August 1900 auf Gut Braunau, Landkreis Löwenberg, Provinz Schlesien) war ein königlich preußischer Politiker und Mitglied des Reichstages.

Cottenet-Wappen Schloss Braunau.

Leben und Wirken

Seine Eltern waren Jean Baptiste Claude Cottenet und Marie Katharina Kaiser. Der Vater diente zunächst beim Militär, in der Condéschen Armee und war nachfolgend Fabrikbesitzer in Berlin.

Cottenet besuchte als Schüler in Berlin das Königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium sowie folgend ab 1823 die Klosterschule Roßleben und studierte anschließend Rechtswissenschaften an den Universitäten Berlin, Heidelberg und Göttingen. Er promovierte zum Dr. jur. und schlug dann die Verwaltungslaufbahn ein. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war er von 1852 bis 1873 preußischer Landrat und Landesältester des Kreises Löwenberg. Von 1866 bis 1873 war er Geheimer Regierungsrat.

Geburtshaus Gut Braunau.

Cottenet war von 1849 bis 1852 Mitglied der Preußischen Ersten Kammer, von 1852 bis 1862 und von 1862 bis 1867 des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Regierungsbezirk Liegnitz 9. Dem Konstituierenden Reichstag, dem Reichstag des Norddeutschen Bundes und dem deutschen Reichstag gehörte er von 1867 bis 1874 für den Wahlkreis Liegnitz 5 (Löwenberg) an. Er war Mitglied der Konservativen Partei.

Cottenet hatte 1859 in Berlin Anna (Anna Rosalie) Cottanet geheiratet, die 1840 in Berlin geboren wurde. Sie hatten keine eigenen Kinder.

Er wurde am 18. Oktober 1861 in Königsberg (Preußen) in den preußischen Adelsstand erhoben. Um 1874 übernahm er noch eine regionale Funktion für die Schlesische Landschaft, der ältesten Kredit- und Pfandbriefanstalt für Rittergutsbesitzer in Gesamt-Preußen. Cottenet war Gutsherr auf Braunau, wo er auch im Jahr 1900 starb. Vor der Jahrhundertwende betrug die Größe vom Gut 149 ha, davon 5 ha Forsten. 1912 betrug die Größe von Gut Braunau 191 ha, den Besitz erbte die Witwe. Sie adoptierte für die weitere Erbfolge ihren Stiefneffen Philipp Richard Schade, welcher zu Korfu 1908 als Philipp Richard von Cottenet (Cottenet des Stammes Schade) nobilitiert wurde. Richard von Cottenet war Rittmeister d. R. und Gutsbesitzer in Georgshöhe, 171 ha, im brandenburgischen Kreis Beeskow-Storkow und gründete mit Helene Ambros eine Familie, hatte eine Tochter und einen Sohn.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Reichs-Gesetzblatt. 1872. №. 1 bis incl. №. 33, Kaiserliches Post-Zeitungsamt, Berlin 1872, S. 205.
  2. ↑ Zu den Schul-Feierlichkeiten, welche in dem Königlichen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium Freitag den 26. September d. J. Statt finden. A. W. Hayn, Berlin 1856, S. 58.
  3. ↑ Album der Schüler zu Kloster Roßleben von 1742 bis 1854. Waisenhaus-Buchdruckerei, Halle 1854, S. 81.
  4. ↑ Bernhard Mann, Martin Doerry, Cornelia Rauh, Thomas Kühne: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 98.
  5. ↑ Zu den Wahlergebnissen s. Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6, Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 380–383.
  6. ↑ Bernd Haunfelder, Klaus Erich Pollmann: Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch. In: Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 2, Droste, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-5151-3, S. 390.
  7. ↑ Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 78.
  8. ↑ Adolf Weigend: Teplitz-Schönauer Anzeiger. Nr. 44, Jahrgang 35, Selbstverlag Weigend, Teplitz, Mittwoch 1. Juni 1895, S. 6.
  9. ↑ Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1875. Verlag der Königlich Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. L. v. Decker), Berlin 15. November 1874, S. 506.
  10. ↑ Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band II, Band 58 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1974, S. 353.
  11. ↑ Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 299, Nr. 2653.
  12. ↑ Guido von Frobel (Hrsg.): Militär-Wochenblatt. Jahrgang 93, №. 54, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin, Dienstag, den 28. April 1908, S. 1249 f.
  13. ↑ Albrecht von Houwald: Brandenburg-Preussische Standeserhöhungen und Gnadenakte für die Zeit 1873 - 1918. C. A. Starke Verlag, Görlitz 1939, S. 164.
  14. ↑ Vgl. Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1964. Band VI, Band 32 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1964, S. 85.
  15. ↑ Vgl. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch der Provinz Brandenburg. 1914. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 14.
  16. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1929. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1928.
Personendaten
NAME Cottenet, Georges von
ALTERNATIVNAMEN Cottenet, Georg August von
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker, MdR
GEBURTSDATUM 28. September 1807
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 15. August 1900
STERBEORT Gut Braunau, Landkreis Löwenberg in Schlesien, Provinz Schlesien