Georgia van der Rohe

Georgia van der Rohe (* 2. März 1914 als Dorothea Mies in Berlin; † 10. Dezember 2008 ebenda) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin und Filmregisseurin.

Leben

Grab von Georgia van der Rohe und ihrer Mutter Ada Mies van der Rohe auf dem Friedhof Zehlendorf

Georgia van der Rohe, Tochter des berühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe und seiner Frau Adele Auguste (geb. Bruhn), wuchs im Umfeld der sich entwickelnden Moderne auf. Ihre Mutter Ada verließ 1921 Mies van der Rohe, der an einem Familienleben wenig Interesse zeigte. Georgia besuchte das Tanzinternat von Isadora Duncan im Park von Sanssouci, machte ihr Abitur im Bodenseeinternat Salem und startete ihre künstlerische Karriere in den 1930er-Jahren als Tänzerin bei der Künstlerin Mary Wigman.

Als Ludwig Mies van der Rohe 1938 in die USA auswanderte, blieb seine Familie in Deutschland zurück.

In den Aufbruchjahren des Wirtschaftswunders arbeitete sie als Schauspielerin am Landestheater Württemberg-Hohenzollern, mit dessen Intendant Fritz Herterich sie verheiratet war, sowie für den Film. Am Landestheater Württemberg-Hohenzollern spielte sie wiederholt unter Gastregisseur Erwin Piscator. Mitte der 1960er-Jahre drehte sie als Regisseurin "künstlerische Filme über Künstler". Zwei Filme widmete sie ihrem Vater. Darin thematisiert sie u. a., dass Ludwig Mies van der Rohe es ablehnte, "Bauhaus-Architekt" genannt zu werden. Schließlich beruhte seine Bekanntheit auf einem Werk, das er vor und nach seiner Zeit als Bauhaus-Direktor (1930–1933) unabhängig vom dieser Institution entwickelt hatte. In den 1970er-Jahren siedelte Georgia van der Rohe nach New York über und war als Dokumentarfilmerin in Mexiko, Russland und China tätig. Sie kehrte nach der Deutschen Wiedervereinigung 1992 nach Berlin zurück.

2001 erschien ihre Autobiografie La donna è mobile – Mein bedingungsloses Leben.

Van der Rohe hinterließ zwei Söhne.

Filmregie

Darstellerin, Zeitzeugin

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Georgia van der Rohe: La donna è mobile, Berlin, 2001, S. 227
  2. ↑ Georgia van der Rohe: La donna è mobile – Mein bedingungsloses Leben. Aufbau Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-351-02520-3, S. 213
  3. ↑ Mies van der Rohe: Eine Tochter erinnert sich: Auszüge aus der Biografie von Georgia van der Rohe
  4. ↑ Anne Jelena Schulte: Nachrufe Georgia van der Rohe (Geb. 1914), Der Tagesspiegel, 6. Februar 2009
Personendaten
NAME Rohe, Georgia van der
ALTERNATIVNAMEN Mies, Dorothea
KURZBESCHREIBUNG deutsche Tänzerin, Schauspielerin und Filmregisseurin
GEBURTSDATUM 2. März 1914
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 10. Dezember 2008
STERBEORT Berlin