Gerhard Giesemann (* 14. Juli 1937 in Zwickau; † 21. April 2021 in Pohlheim) war von 1980 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 Universitätsprofessor für Slavische Philologie (Slavische Sprach- und Literaturwissenschaft) an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Gerhard Giesemann studierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Slavistik, Germanistik, Politik und Pädagogik. Nach seiner Promotion in Frankfurt 1969 wurde er 1979 an der Philipps-Universität Marburg habilitiert. Von 1980 bis zum Eintritt in den Ruhestand im Juli 2002 hatte er die Professur für Slawische Philologie am Fachbereich „Sprachen und Kulturen des Mittelmeerraumes und Osteuropas“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) inne.
Seine Forschung galt der slavischen Theaterliteratur und Lyrik, er spezialisierte sich auf die slowenische Literatur und ihre Gründungsfigur, den Reformator Primož Trubar.
Ab 1989 war Giesemann Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste.
Er war von 1993/1994 bis 2002 Vorsitzender des VHS (Verband der Hochschullehrer für Slavistik an den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland, nach der Wiedervereinigung umbenannt; seit 2021 Verband der deutschen Slavistik).
Er wurde im Jahre 1994 Partnerschaftsbeauftragter für die JLU und war für den Aufbau der Universitätspartnerschaft zwischen den Universitäten Gießen und Kazan in Tatarstan (Russland) und Łódź in Polen. Gerhard Giesemann wurde für diese Leistungen mehrmals ausgezeichnet, unter anderem 1998 in Łódź mit der Ehrenurkunde und 2001 in Kazan mit dem Ehrendoktorat.
30 Jahre war er Kirchenvorstand der Evangelischen Gemeinde Grüningen, zwölf Jahre lang hatte er den Vorsitzend inne.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Giesemann, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Slawist und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 14. Juli 1937 |
| GEBURTSORT | Zwickau |
| STERBEDATUM | 21. April 2021 |
| STERBEORT | Pohlheim |