| Getzner Textil AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1818 |
| Sitz | Bludenz |
| Leitung | Roland Comploj (Vorstandsvorsitzender) Martin Frick (Vorstand Finanzen) Hannes Tschofen (Vorstand Technik) Tobias König (Geschäftsleitung BU Africa) Daniel Frei (Geschäftsleitung BU Shirting/Technics) |
| Mitarbeiterzahl | 1.500 |
| Umsatz | 434 Millionen Euro |
| Branche | Textilproduktion |
| Website | www.getzner.at |
| Stand: 17. August 2026 | |
Die Getzner Textil AG ist ein international tätiger, österreichischer Textilhersteller mit Hauptsitz in Bludenz. Als Teil der Holding Getzner, Mutter & Cie. ist sie seit der Gründung 1818 im Besitz der Gründerfamilien.
Im Jahr 1818 gründeten Christian Getzner, Franz Xaver Mutter und Andreas Gassner unter dem Firmennamen Getzner, Mutter & Cie. in Bludenz ein Textilien produzierendes und handelndes Unternehmen. Getzner und Mutter hatten zuvor Kolonialwarenhandlungen in Feldkirch und Bludenz betrieben.



Ein Jahr später eröffnete das Unternehmen in Feldkirch eine Rotfärberei sowie seine erste Maschinenspinnerei. Im Jahr 1820 beschäftigte es rund 3000 Heimarbeiterinnen für die Spinnerei und Weberei im Raum Bludenz und den angrenzenden Tälern. 1827 wurde der heutige Standort in der Bleichestraße 1 in Bludenz begründet, als das Unternehmen die dortige städtische Bleiche übernahm. 1871 wurde die mechanische Buntweberei errichtet und der eingeschoßige Shedbau mit seiner klassizistischen Schaufassade galt als technisches Novum, da hier erstmals eine liegende Antriebswelle eingesetzt wurde.
1902 wurde bei einem Großbrand das fünfstöckige Fabrikgebäude der Getzner, Mutter & Cie. am Leonhardsplatz in Feldkirch vernichtet und nicht wieder aufgebaut.
Getzner in Bludenz und Bürs war, wie viele Textilbetriebe der damaligen Zeit, auch ein Pionier der regionalen elektrischen Energiegewinnung und Energieversorgung. Die ursprünglich mechanische Energieumwandlung wurde bei Getzner zum Ende des 19. Jahrhunderts auf Wasserkraftanlagen zur elektrischen Energiegewinnung umgestellt und es wurden neue Elektrizitätswerke gebaut. Als erstes Elektrizitätswerk der Getzner-Unternehmen ging 1897 das Mengbachwerk in Nenzing in Betrieb. Bis etwa 1980 konnte der gesamte Stromverbrauch des Betriebs durch eine eigene Energiegewinnung abgedeckt werden.


1969 entstand das Unternehmen Getzner Chemie als Tochtergesellschaft (heute Getzner Werkstoffe). Von 1974 bis 1987 existierte als Tochterunternehmen der Getzner Datendienst. Im Jahr 1980 wurde der textile Bereich des Unternehmens in die Getzner Textil AG ausgelagert. Getzner, Mutter & Cie. wurde nun zur Holding für Getzner Textil, Getzner Werkstoffe, Getzner Datendienste und Getzner Energie.
Im März 2026 wurde von Getzner auch die Feinjersey Colours GmbH & Co. KG am Standort Rankweil übernommen, nachdem bereits zuvor eine 40-prozentige Beteiligung bestanden hatte.
Die Getzner Textil AG verfügt über folgende Tochterunternehmen:
Getzner Textil produziert nach eigenen Angaben (2026) mit 610 Webmaschinen, vier Ausrüst- und zwei Färbereibetriebe jährlich etwa 72 Millionen Laufmeter Gewebe und erwirtschaftet damit einen Umsatz von 434 Millionen Euro. Der Exportanteil in über 60 Länder soll bei rund 98 Prozent liegen.
Getzner Textil ist Hersteller von Bekleidungsdamasten (Afrika-Damast), Modestoffen für Hemden und Blusen, Corporate Fashion sowie technischen Textilien, wie zum Beispiel Tactical/Guardiantex, Sport Equipments und Outdoor und Arbeitsbekleidung. Seit 2017 gibt es zudem acunic, welches sich auf Textile Akustiklösungen für Innenarchitektur und Raumgestaltung spezialisiert.
Zertifizierungen der Getzner Textil im Bereich der Produktion und des Umweltschutzes:
Die elektrische Energiegewinnung für das Unternehmen erfolgt ab 1897 in mehreren Wasserkraftwerken:
Durch die Wasserkraftwerke könnten 90 % des Energiebedarfs von Getzner Textil gedeckt werden. Der Strom wird direkt in das Netz der VKW eingespeist – Getzner kauft dann 100 % Ökostrom für den eigenen Verbrauch zurück.
Seit 2001 hat Getzner ein eigenes Fernwärmenetz in Betrieb genommen. Damit werden neben dem Eigenbedarf, auch öffentliche Gebäude in der Umgebung versorgt. Unter anderem entstand zwischen 2016 und 2021 eine 900 Meter lange Fernwärmetrasse zur Beheizung des Frei- und Hallenbades ValBlu mit Produktionsabwärme. Die Wärmequellen sind Kompressoren und Rauchgaswärmetauscher der Dampfkesselanlagen.
Technische Daten des Fernwärmenetzes:
Photovoltaik
Auf dem Dach der Weberei in Bludenz wurden im Jahr 2024 (Inbetriebnahme der ersten Module im November 2024) 4.688 m² Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 1.100 kWp installiert. Die Anlage produziert jährlich rund 1,1 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Solarstrom – genug, um etwa 300 Einfamilienhäuser zu versorgen.
Koordinaten: 47° 9′ 4,2″ N, 9° 49′ 23,1″ O