
Giovanni Zacchi (* 1512; † nach 1555, wahrscheinlich um 1565 in Rom) war ein italienischer Bildhauer und Medailleur. Er war der Sohn des Bildhauers Zaccaria Zacchi und hauptsächlich in Bologna, Venedig und Rom tätig. In der numismatischen und kunsthistorischen Literatur gilt Giovanni Zacchi als einer der bedeutendsten Medailleure des frühen Cinquecento. Aufgrund ihrer künstlerischen und technischen Qualität wurden seine Werke mit der Medaillenkunst des 15. Jahrhunderts verglichen.
Giovanni Zacchi war der Sohn des Bildhauers und Wassertechnikers Zaccaria Zacchi, genannt Zaccaria da Volterra. Über sein Geburtsjahr und seinen Geburtsort gibt es unterschiedliche Angaben. So wird er entweder um 1512 in Bologna oder in Volterra geboren oder er kommt um 1515 zur Welt. Ebenso ist sein Todesjahr nicht eindeutig gesichert. Zacchi wurde Mitte der 1520er Jahre erstmals erwähnt, als er als Mitarbeiter seines Vaters in der Bauhütte der Basilica di San Petronio in Bologna Zahlungen erhielt. Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder Gabriele war er an der Ausschmückung der Seitenportale der Fassade beteiligt. Seinen ersten eigenständigen Auftrag übernahm er 1533 mit dem heute nicht mehr vorhandenen Grabmal für den Bologneser Bischof Girolamo Campeggi im Dom San Pietro.

Mit der Medaille auf den venezianischen Dogen Andrea Gritti aus den Jahren 1536/37 (Berlin, Münzkabinett) erreichte die Bologneser Medaillenkunst durch Zacchi einen Höhepunkt. Die meisten seiner Medaillen sind mit „IO F“ signiert, was einen guten Überblick über sein medailleurisches Schaffen ermöglicht. Die ersten einschlägigen Aufträge sollen auf Empfehlungen des Dichters Pietro Aretino zurückgegangen sein. 1538/39 folgte Zacchi seinem Vater nach Rom, wo er mehrere Medaillen für Papst Paul III. schnitt, darunter eine Medaille auf Kardinal Guido Ascanio Sforza di Santa Fiora. Die Medaille auf Sforza entstand während dessen Zeit als päpstlicher Legat in Bologna zwischen 1536 und 1540 und soll dazu beigetragen haben, dass die Familie Zacchi in den Dienst von Papst Paul III. berufen wurde. Bereits vor diesem Rom-Aufenthalt hatte Zacchi mehrere Porträtstatuen des im Jahr 1534 gewählten Papstes für den Palazzo Pubblico von Bologna gefertigt.
Zurück in Bologna schuf Zacchi im Jahr 1541 das heute nicht mehr vorhandene Grabmal für Bischof Agostino Zanetti in der Kirche San Domenico. Anlässlich des Papstbesuchs in Bologna im Herbst desselben Jahres wurde er mit zwei Porträtbüsten Pauls III. beauftragt. Zwischen 1544 und 1549 entstand das monumentale Grabmal für den Juristen Ludovico Gozzadini in San Maria dei Servi (Bologna), dessen Fertigstellung Zacchi innerhalb von drei Jahren garantierte. Im Jahr 1543 war die Familie Zacchi nachweislich in Rom. Der Vater Zaccaria war unter der Präsidentschaft von Kardinal Alessandro Sforza mit der Regulierung des nördlichen Tiberlaufs betraut und wurde von seinen Söhnen unterstützt. In dieser Zeit fertigte Giovanni Zacchi auch Skulpturen und Basreliefs für den Palazzo Farnese am Campo de’ Fiori. Er unterhielt eine eigene Werkstatt in der Nähe der Via del Pellegrino, in der er Medaillen für Angehörige des Hauses Farnese und dessen Umfeld schuf. Im Jahr 1549 empfahl Kardinal Alessandro Farnese Zacchi erfolglos als Nachfolger von Giacomo Ranuzzi für den Posten des Baumeisters von San Petronio. Um 1555 hielt sich Zacchi erneut in Rom auf, wo er laut Überlieferung im Auftrag von Kardinal Farnese Medaillen von mehreren Edeldamen anfertigte. Danach findet er in den Quellen keine weitere Erwähnung.
Zu den zugeschriebenen und dokumentierten Werken Giovanni Zacchis zählen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zacchi, Giovanni |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Bildhauer und Medailleur |
| GEBURTSDATUM | unsicher: 1512 |
| STERBEDATUM | nach 1555 |