
Gisela Jacobasch (* 4. Februar 1935 in Danzig; † 2. Oktober 2026) war eine deutsche Biochemikerin und Lebensmittelforscherin.
Gisela Jacobasch, geborene Kroggel, besuchte in Berlin eine Oberschule im mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig und legte hier 1954 das Abitur ab. Danach nahm sie ein Studium der Medizin an der Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) in der Fachrichtung Stomatologie (Zahnheilkunde) auf. 1960 erlangte sie ihre Approbation als Zahnarzt. Anschließend führte sie eine Facharztausbildung für Biochemie bei Samuel Mitja Rapoport durch, dem profiliertesten Biochemiker der DDR. 1961 folgte ihre zweite Approbation für die Fachdisziplin Physiologische Chemie, da sie das Physikum für Humanmedizin und alle Hauptfächer der Medizinausbildung abgeschlossen hatte. 1964 erfolgte ihre Promotion an der Medizinischen Fakultät der HUB mit einer Dissertation zum Thema „Vergleichende Bestimmungen der NADH-Cytochrom-c-Reduktase in verschiedenen Organen und Tierarten und der Einfluss des Hungers auf die Halterung des Enzyms.“ Die Verteidigung der Doktorarbeit schloss sie mit dem höchsten Prädikat „summa cum laude“ ab.
1965 wurde Jacobasch zum Oberarzt ernannt. 1968 folgte ihre Facharztanerkennung für Biochemie, und sie bekam einen Lehrauftrag für die Hauptvorlesung Biochemie für Medizinstudenten.
1970 wurde ihr die facultas docendi (Lehrbefähigung) verliehen, und es erfolgte ihre Habilitation (Promotion B) an der Biowissenschaftlichen Fakultät der HUB mit einer Arbeit zum Thema Regulation des glykolytischen Stoffwechsels roter Blutzellen. Hiermit erlangte sie den akademischen Grad Dr. sc. nat. Jacobasch wurde zum Hochschuldozenten für das Fach Biochemie an der HUB berufen (entsprach einer C3-Professur).
1974 wurde Jacobasch zum Ordentlichen Professor für Biochemie an der HUB (Charité) berufen und zum Stellvertretenden Institutsdirektor ernannt. Nach der Emeritierung des Institutsdirektors des Instituts für Biochemie Samuel Mitja Rapoport war Jacobasch Kommissarischer Institutsdirektor in der Zeit von 1978 bis 1979.
Nach der deutschen Wiedervereinigung war Jacobasch von 1992 bis 1995 Angestellte Professorin an der HUB. Von 1990 bis 1992 war sie zudem Stellvertretende Vorsitzende der ZPSK der HUB, Mitglied des Charité-Parlaments und des Konzils der HUB.
1995 wechselte Jacobasch an das neu gegründete Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke und übernahm dort die Leitung der Abteilung Präventiv-Medizinische Lebensmittelforschung. Im Jahre 2000 erfolgte hier ihre Verabschiedung in den altersbedingten Ruhestand. Bis 2008 publizierte sie wissenschaftliche Arbeiten.
Ab 1970 lebte die Familie Jacobasch in Wandlitz. Gisela Jacobasch, geb. Kroggel, war mit dem Arzt Karl-Heinz Jacobasch verheiratet und hatte ein Kind.
Jacobasch veröffentlichte zahlreiche Forschungsbeiträge, und sie betreute über 100 Diplomanden, Doktoranden und Habilitanden, die ihre Graduierungsarbeiten unter ihrer Anleitung abgeschlossen haben. Sie hat über 150 Publikationen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften sowie Fachbücher vorgelegt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jacobasch, Gisela |
| ALTERNATIVNAMEN | Kroggel, Gisela (früherer Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Biochemikerin und Lebensmittelforscherin |
| GEBURTSDATUM | 4. Februar 1935 |
| GEBURTSORT | Danzig |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 2026 |