Glockenhof

Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 27′ N, 11° 6′ OKoordinaten: 49° 26′ 37″ N, 11° 5′ 33″ O
Höhe: 300–310 m ü. NHN
Fläche: 83 ha
Einwohner: 18.896 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte: 22.766 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 90478, 90461
Vorwahl: 0911
Karte
Lage des statistischen Bezirks 11 Glockenhof in Nürnberg
Gedenkstein Platz der Opfer des Faschismus in Glockenhof
Gedenkstein Platz der Opfer des Faschismus in Glockenhof

Glockenhof (nürnbergisch: Gloggnghuf) ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Nürnberg und der Name des statistischen Bezirks 11.

Geographie

Lage

Glockenhof liegt südlich des statistischen Bezirks 02 (Marienvorstadt) und nördlich des statistischen Bezirks 12 (Guntherstraße, „Nibelungenviertel“). Östlich von Glockenhof liegt der statistische Bezirk 10 (Ludwigsfeld) und westlich der statistische Bezirk 13 (Galgenhof). Enge Straßen mit Blockrandbebauung und teilweise wenig straßenbegleitendem Grün kennzeichnen weitgehend das Bild von Glockenhof. Glockenhof liegt genau neben St. Peter, dem östlichen Teil des statistischen Bezirks Glockenhof, und somit auch in unmittelbarer Nähe der Peterskirche (mit Straßenbahn- und Bushaltestelle). Im Stadtteil befinden sich weitere sechs Straßenbahn- (Schweiggerstraße, Harsdörfferplatz, Wodanstraße, Holzgartenstraße, Widhalmstraße, Platz der Opfer des Faschismus und Scheurlstraße) und zwei Bushaltestellen (Köhnstraße und Untere Baustraße).

Statistische Nachbarbezirke
Marienvorstadt
Galgenhof Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ludwigsfeld
Guntherstraße

Straßen

  • Allersberger Straße (nördl. Teil)
  • Anton-Müller-Platz
  • Brunhildstraße (nördlicher Teil)
  • Ehemannstraße
  • Enderleinstraße
  • Findelwiesenstraße
  • Forsthofstraße
  • Glockenhofstraße
  • Grenzstraße
  • Guttenbergplatz
  • Harsdörfferplatz
  • Harsdörfferstraße
  • Hartmannstraße
  • Heideloffplatz
  • Heideloffstraße
  • Herbartstr
  • Holzgartenstraße
  • Keplerstraße
  • Kirchenstraße
  • Köhnstraße
  • Kurtstraße
  • Lamprechtstraße
  • Obere Baustraße
  • Regensburger Straße (nördlicher Teil)
  • Ritterplatz
  • Scheurlstraße
  • Schwanhardtstraße (nördlicher Teil)
  • Schweiggerstraße
  • Siegfriedstraße
  • Sophienstraße
  • Strauchstraße
  • Sturmstraße
  • Untere Baustraße
  • Walter-Meckauer-Straße

Geschichte

Herrensitz Glockenhof

Der Ort wurde 1324 als „Galgenhof“ erstmals schriftlich erwähnt, zur Unterscheidung vom (Unteren) Galgenhof 1441 auch „Oberer Galgenhof“ genannt. 1527 ging der aus drei Höfen und fünf Söldengütern bestehende Ort in den Besitz der Nürnberger Patrizier Haller über, die ihn aber bereits 1528 an die Familie Glockengießer verkauften. Im Zweiten Markgrafenkrieg (1552–1554) wurde der Herrensitz von der Reichsstadt Nürnberg niedergebrannt. Bereits 1555 wurde dieser zweigeschossig und von einer Mauer umgeben wieder aufgebaut. 1569 benannte Christoph I. Glockengießer den Ort nach Glockenhof um. 1760 errichtete die Familie Muncker, die Erben der Glockengießer, neben dem baufälligen alten Sitz den heutigen, nach geringen Kriegszerstörungen erhaltenen dreigeschossigen Schlossbau (Glockenhofstraße 47). 1765 kam der Ort (2 Halbhöfe, 4 Güter, 1 Wirtshaus) an die Patrizierfamilie Grundherr von Altenthann und Weiherhaus.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Glockenhof aus 11 Anwesen (1 Schloss, 1 Gärtnerhaus, 1 Wirtshaus, 2 Halbhöfe, 4 Gütlein, 1 Haus, 1 Wäscherei). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber von den brandenburg-ansbachischen Oberämtern Schwabach und Burgthann bestritten wurde. Alleiniger Grundherr des Ortes war weiterhin die Familie von Grundherr, der Herrensitz (Glockenhofstraße 47) ist bis heute im Besitz der Grundherrischen Familienstiftung

Von 1797 bis 1808 unterstand Glockenhof dem Justiz- und Kammeramt Wöhrd-Gostenhof. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gleißhammer und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gleißhammer zugeordnet. 1825 wurde Glockenhof nach Nürnberg eingemeindet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der gesamte Ort von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Glockenhof.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs Glockenhof mit St. Peter zu einem eigenen Stadtteil zusammen und wurde städtisch überbaut. 1913 entstand mit der heutigen Heumann Pharma GmbH die wichtigste Firmengründung in Glockenhof. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Glockenhof und St. Peter erheblich zerstört.

Baudenkmäler

Im Statistischen Bezirk Glockenhof gibt es 49 Baudenkmäler:

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818182418361840
Einwohner 49667070
Häuser 1191313
Quelle

Religion

Glockenhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Lorenz (Nürnberg) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert nach St. Peter (Nürnberg). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind seit 1910 nach Herz Jesu (Lichtenhof) gepfarrt.

Einrichtungen

Literatur

Commons: Glockenhof (Nürnberg) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Stadt Nürnberg, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth (Hrsg.): Datenblatt 2024 für den Statistischen Bezirk 11-Glockenhof. (nuernberg.de [PDF; abgerufen am 20. August 2026]).
  2. ↑ D. Fastnacht: Nürnberg, S. 119. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „glògŋhū́f“.
  3. ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 20. Juli 2025.
  4. 1 2 D. Fastnacht: Nürnberg, S. 117.
  5. 1 2 H. Beer: Glockenhof in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 366 f.
  6. 1 2 H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 149.
  7. 1 2 H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 238 f.
  8. ↑ Denkmalliste für Nürnberg (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  9. ↑ Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1836 als Wohngebäude und 1840 als Häuser.
  10. ↑ Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 30 (Digitalisat).
  11. ↑ Wilhelm Meyer: Eintheilung der Amtsbezirke im Rezatkreis des Königreichs Bayern und Verzeichniß aller dazu gehörigen Ortschaften. Brügel’sche Kanzleybuchdruckerey, Ansbach 1837, OCLC 911053266, S. 129.
  12. 1 2 Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 16 (Digitalisat).