

Die Golden Gate International Exposition (Abkürzung: GGIE, vollständiger Titel: Golden Gate International Exposition: A Pageant of the Pacific) war eine Weltausstellung, die auf der künstlich aufgeschütteten Treasure Island in der Bucht von San Francisco, Kalifornien, stattfand. Sie war vom 18. Februar bis zum 29. Oktober 1939 sowie in einer zweiten Saison vom 25. Mai bis zum 29. September 1940 geöffnet und verzeichnete insgesamt 17 Millionen Besucher.
San Francisco begann 1934 mit der Planung seiner dritten Weltausstellung innerhalb von fünfzig Jahren. Die Idee, eine Weltausstellung zur Feier der Fertigstellung der Bay Bridge und der Golden Gate Bridge abzuhalten, geht auf einen Leserbrief an die San Francisco News vom Februar 1933 zurück. Die Ausstellung feierte die kurz zuvor vollendeten Brückenbauten: die San Francisco–Oakland Bay Bridge, welche die Bucht überspannt, und die Golden Gate Bridge, welche die Meerenge am Eingang der Bucht quert. Hinzu trat ein programmatisches Leitmotiv: die sogenannte Pacific Unity, eine Bewegung, die den gemeinsamen Geist der Pazifikanrainer zum Ausdruck bringen sollte und damit das moderne Konzept des Pazifischen Beckens vorwegnahm. Das Bureau of International Exhibitions (BIE) verweigerte der Golden Gate International Exposition jedoch die offizielle Anerkennung, obwohl es die zeitgleich stattfindende New Yorker Weltausstellung von 1939 anerkannte.
Die San Francisco Bay Exposition, Inc. wurde am 24. Juli 1934 gegründet. Die Architekten W. P. Day und George Kelham wurden beauftragt, mögliche Standorte zu prüfen, darunter den Golden Gate Park, China Basin, Candlestick Point und Lake Merced. Bis 1934 hatte sich die Wahl auf zwei Bereiche in der Nähe der Brücken eingegrenzt: eine auf Flachwasser aufzuschüttende Insel nördlich von Yerba Buena Island (das spätere Treasure Island) oder das Presidio. Im Februar 1935 fiel schließlich die Entscheidung für die Yerba Buena Shoals als Standort. Im August 1935 wurde ein Finanzierungsvorschlag über zehn Millionen US-Dollar aus Bundesmitteln der Works Progress Administration (WPA) eingebracht. Im Oktober desselben Jahres gab Leland W. Culter, der Präsident der San Francisco Bay Exposition, Inc., bekannt, dass Präsident Roosevelt drei Millionen US-Dollar für die Landgewinnung bei den Yerba Buena Shoals bewilligt hatte.

Das Ausstellungsgelände befand sich auf der künstlich aufgeschütteten Treasure Island. Sie wurde auf den Yerba Buena Shoals in der San Francisco Bay durch die WPA für 7,5 Millionen US-Dollar errichtet und umfasste eine Fläche von rund 160 Hektar (400 Acres). Die Baggerarbeiten für Treasure Island begannen am 11. Februar 1936; für das Gelände wurden rund 15 Millionen Kubikmeter Füllmaterial benötigt. Die Insel war als flaches, geometrisch geformtes Eiland angelegt und mit Yerba Buena Island verbunden, nahe dem Punkt, an dem die Oakland- und die San-Francisco-Trasse der Bay Bridge zusammentreffen. Ursprünglich war vorgesehen, Treasure Island nach Ende der Ausstellung als Stadtflughafen für San Francisco zu nutzen – eine Idee, die erstmals 1931 geäußert worden war. Unter anderem sollten die Transozeanflüge der Pan American Airways mit ihren Boeing 314 Flugbooten von dort aus abgefertigt werden. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs übernahm die US Navy von 1941 bis 1997 die Insel als Naval Station Treasure Island.

Die Ausstellung wurde in einem eigens entwickelten Architekturstil errichtet, der als Pacific Basin Style bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine stromlinienförmige Variante des Art déco, die verschiedene asiatische und lateinamerikanische Elemente (darunter Maya- und Inka-Architektur sowie spanische Kolonialarchitektur) integriert. Der axiale Lageplan wurde von sechs Höfen gegliedert, die von Pavillons umgeben waren. Dieses Konzept verband Art-déco-Entwürfe, Beaux-Arts-Städteplanung und Interpretationen pazifischer Bautraditionen. Üppige Bepflanzung und ausgedehnte farbige Kunstbeleuchtung – von den Veranstaltern als Chromotherapie bezeichnet – steigerten den Eindruck einer Zauberstadt.

Zu den markantesten Bauten zählten:
Für die Bepflanzung wurden 4000 Bäume, teils 18 Meter hoch und bis zu 40 Tonnen schwer, auf die Insel transportiert.

Der vollständige Ausstellungstitel Golden Gate International Exposition: A Pageant of the Pacific wurde in einem öffentlichen Wettbewerb ermittelt. Das Leitthema Pacific Unity spiegelte sich in der gesamten inhaltlichen Konzeption wider. Im Court of Pacifica vermittelte die künstlerische Gestaltung das pazifische Motiv. In der Pacific Area befanden sich die an ihren traditionellen Architekturstilen orientierten Pavillons und Exponate der teilnehmenden pazifischen Länder. Im Mittelpunkt dieses Bereichs stand das Pacific House, das als intellektuelles und erzieherisches Herzstück der Ausstellung Vorträge, Konzerte, eine Bibliothek und gesellschaftliche Begegnungen mit prominenten Gästen bot. Großformatige Karten in unterschiedlichen Medien veranschaulichten die Verflechtungen zwischen den Völkern und Nationen des Pazifiks.
Zu den weiteren Attraktionen zählten ein Pan-American-Clipper, Panoramen und Modelle futuristischer Hochschulgelände und Industrieanlagen sowie ein Maßstabsmodell San Franciscos, das die Stadt im Jahr 1999 zeigen sollte. In der Unterhaltungszone traten unter anderem Count Basie, Bing Crosby, Eddy Duchin, Benny Goodman und die Folies Bergère auf.
Im ersten Jahr beteiligten sich 13 US-Bundesstaaten, Hawaii sowie 26 ausländische Staaten. Im zweiten Jahr waren es offiziell neun Bundesstaaten, Hawaii sowie elf Länder und inoffiziell 15 weitere. Insgesamt präsentierten der internationale Pavillon und das Pacific Nations' Exhibit Area Exponate von mehr als vierzig Gemeinwesen.

Die Golden Gate International Exposition umfasste einen 16 Hektar großen Vergnügungsbereich namens Gayway, dessen Bezeichnung 1938 durch einen Wettbewerb ermittelt worden war. Der Gayway bildete die primäre Vergnügungsmeile der Ausstellung. Er war auf kommerzielle Unterhaltung ausgerichtet, hatte separate Eintrittsgelder – häufig bis zu 25 Cent je Attraktion – und Öffnungszeiten bis 2 Uhr nachts und zog zahlreiche Besucher an. In der zweiten Ausstellungssaison 1940 wurde das Programm Art in Action eingeführt. Die Hall of Fine and Decorative Arts, die im ersten Jahr europäische und pazifische Kunstsammlungen beherbergt hatte, wurde in eine Ausstellungsplattform umgewandelt, auf der Künstler ihre Arbeit öffentlich vorführten. Im California Coliseum auf dem Ausstellungsgelände fanden als Teil der Ausstellung Spiele des ersten NCAA-Division-I-Basketballturniers der Geschichte statt, darunter Partien der westlichen Regional-Halbfinalrunde und das Westfinale.
Die Golden Gate International Exposition war vom 18. Februar bis zum 29. Oktober 1939 sowie in einer zweiten Saison vom 25. Mai bis zum 29. September 1940 geöffnet. Da die Ausstellung jedoch finanzielle Verluste einfuhr, beantragten die Veranstalter Gläubigerschutz und schlossen die Ausstellung bereits am 29. Oktober 1939, also früher als geplant. Bemühungen um eine Wiedereröffnung im Jahr 1940 wurden zunächst Anfang Dezember 1939 aufgegeben, doch noch vor Jahresende wurde ein Kompromiss erzielt und eine in Teilen überarbeitete zweite Saison vorbereitet. Die Gesamtbesucherzahl der beiden Spielzeiten überstieg 17 Millionen, davon 13 Millionen zahlende Besucher.
Die Ausstellung schloss am 29. September 1940 endgültig. Die Insel, die ursprünglich als neuer Flughafen San Franciscos vorgesehen gewesen war, wurde von der US Navy für Kriegszwecke übernommen. Als Ausgleich erhielt San Francisco Gelände auf den Schlickflächen des San Mateo County, auf dem der heutige Flughafen entstand. Die meisten temporären Bauten wurden nach Ende der Ausstellung abgerissen. Im Jahr 1941 kaufte die US-Marine Treasure Island und richtete dort einen Marineausbildungsstützpunkt ein, der für den größten Teil des 20. Jahrhunderts in Betrieb blieb. Erhalten geblieben sind nur wenige Gebäude aus der Ausstellungszeit, darunter das ehemalige Verwaltungsgebäude und die Hall of Transportation.