Granulom

Klassifikation nach ICD-10
L92.9 Granulomatöse Krankheit der Haut und der Unterhaut, nicht näher bezeichnet
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
EE8Z Histiozytisch-granulomatöse Krankheiten der Haut, nicht näher bezeichnet
ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion)
Infektiöses Granulom der Hand eines Mitarbeiters in einer Tropenfischhandlung durch Mycobacterium marinum
Odontogenes, radikuläres Granulom an einem frisch extrahierten Zahn

Ein Granulom (von lateinisch granulum ‚Körnchen‘) ist eine knötchenförmige Ansammlung der Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen). Ein Granulom kann weitere Zellen enthalten: Epitheloidzellen und mehrkernige Riesenzellen sind Abkömmlinge der Makrophagen, begleitend können Lymphozyten, Granulozyten und Fibroblasten an der Granulombildung beteiligt sein. Manche Granulome entwickeln eine bindegewebige Kapsel (Fibrosierung), andere weisen in ihrem Zentrum Nekrosen auf.

Granulome entstehen dann, wenn die Makrophagen eine Noxe (z. B. Bakterium, Parasit oder Fremdkörper) nicht abbauen können, wodurch ein chronischer Entzündungsreiz entsteht. Der Zweck des Granuloms besteht darin, den körperfremden Eindringling zu verkapseln und so an einer weiteren Ausbreitung zu hindern. Außerdem können Erreger über eine lokale Konzentrierung lysosomaler Enzyme und bakterizider Stoffe effektiver bekämpft werden.

In der Diagnostik erlauben Größe und feingeweblicher Aufbau der Granulome Rückschlüsse auf den zugrundeliegenden Auslöser.

Granulomzellen

In einem Granulom sind folgende Zellen zu finden:

Neben den Fresszellen und ihren Abkömmlingen können eine Reihe weiterer Zellen an einem Granulom beteiligt sein, darunter Lymphozyten und Fibroblasten.

Einteilung und Vorkommen

Granulome können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden, zum Beispiel nach ihrer Ursache (infektiöse gegen nicht-infektiöse Granulome) oder ihrer Zellzusammensetzung. Im letzteren Fall ist die Unterscheidung von epitheloidzelligen Granulomen und histiozytären Granulomen gängig. Epitheloidzellige Granulome sind scharf begrenzte Knötchen mit dicht gedrängten Epitheloid-Zellen. Histiozytäre Granulome sind dagegen eher unscharf begrenzte Ansammlungen von Gewebsmakrophagen. Beide Gruppen werden weiter unterteilt.

Epitheloidzellige Granulome:

Histiozytäre Granulome:

Einzelnachweise

  1. ↑ Alphabetisches Verzeichnis zur ICD-10-WHO Version 2019, Band 3. Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI), Köln 2019, S. 335
  2. ↑ Eintrag zum Granulom in Peter Altmeyers Enzyklopädie (online) Springer Verlag, 2017
  3. ↑ Antonio J. Pagán, Lalita Ramakrishnan: The Formation and Function of Granulomas. In: Annual Review of Immunology. Band 36, Nr. 1, 26. April 2018, ISSN 0732-0582, S. 639–665, doi:10.1146/annurev-immunol-032712-100022.
  4. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004. S. 226
  5. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
  6. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004, S. 227
  7. ↑ Antonio J. Pagán, Lalita Ramakrishnan: The Formation and Function of Granulomas. In: Annual Review of Immunology. Band 36, Nr. 1, 26. April 2018, ISSN 0732-0582, S. 639–665, doi:10.1146/annurev-immunol-032712-100022.
  8. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
  9. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004. S. 230
  10. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
  11. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004. S. 230
  12. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
  13. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004. S. 233
  14. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
  15. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69
    Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004, S. 231 ff
  16. ↑ Hans-Hartmut Peter, Ursus-Nikolaus Riede: Kapitel 5, Störungen der Individualitätswahrung. In: Riede, Werner, Schäfer (Hrsg.): Allgemeine und Spezielle Pathologie. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart 2004. S. 235
  17. ↑ Müller, Höfler, Imhof, Holländer: Kapitel 3, Entzündung. In: Böcker, Denk, Heitz, Höfler, Kreipe, Moch: Pathologie. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2012, S. 69