Grobleben, ein Straßendorf mit Kirche, liegt sechs Kilometer südwestlich von Tangermünde und neun Kilometer südlich von Stendal. Südlich des Dorfes beginnt mit der Tangerniederung das Biosphärenreservat Mittelelbe, in dem der Tanger nach Osten in die Elbe fließt.
Das Dorf besteht vor allem aus kleineren Drei- oder Vierseitenhöfen und baulichen Ergänzungen der Vorkriegszeit.
Nachbarorte sind Heeren im Norden, der Viererbenhof im Osten, Bölsdorf im Südosten, Köckte im Süden, Elversdorf und Bahnhof Demker im Südwesten.
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1279 wurde ein dominus Johannes Groppleve als Zeuge in Stendal erwähnt.
Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1345 als ville Gropeleuen, als Markgraf Ludwig an Otto Insel Einnahmen aus der Bede und an die Brüder Gropkin Besitz im Dorf verleiht. Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Gropelebin aufgeführt.
Weitere Nennungen sind 1414 gropeleve, 1472 groblefe, 1540 Groplewen, 1687 Grobleben und 1804 Dorf Grobleben mit Windmühle und Krug.
Es wurde über den Fund eines figürlichen Schlüsselhalters (Gürtelbestandteil) im 20. Jahrhundert in Grobleben berichtet, der im Museum Wolmirstedt aufbewahrt wird.
Ab dem 25. Juli 1952 gehörte die Gemeinde zum Kreis Tangerhütte. Nach dessen Auflösung wurde sie am 1. Januar 1988 dem Kreis Stendal zugeordnet. Schließlich kam sie am 1. Juli 1994 zum Landkreis Stendal.
Bis zum 31. Dezember 2009 war Grobleben eine selbstständige Gemeinde und gehörte der jetzt aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde an.
Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Grobleben am 9. Juni 2009, dass die Gemeinde Grobleben in die Stadt Tangermünde eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.
Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Grobleben wird Grobleben Ortsteil der Stadt Tangermünde. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Grobleben und künftige Ortsteil Grobleben wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Tangermünde. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Grobleben wurde ein Ortschaftsrat mit anfangs neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.
Seit 2024 hat der Ortschaftsrat 7 Mitglieder, von 2019 bis 2024 waren es 9 Mitglieder.
Einwohnerentwicklung
Jahr
Einwohner
1734
106
1772
030
1790
085
1798
090
1801
095
1818
086
Jahr
Einwohner
1840
093
1864
107
1871
095
1885
115
1892
[00]111
1895
096
Jahr
Einwohner
1900
[00]092
1905
107
1910
[00]102
1925
152
1939
143
1946
234
Jahr
Einwohner
1964
155
1971
150
1981
111
1993
108
2000
[00]107
2006
102
Jahr
Einwohner
2010
101
2014
116
2015
112
2019
115
2020
111
2021
111
Jahr
Einwohner
2022
[0]111
2023
[0]113
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Grobleben gehörte früher zur Pfarrei Ostheeren bei Tangermünde. Sie wird heute betreut vom Pfarrbereich Lüderitz im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Grobleben stammen aus dem Jahre 1648.
Die letzte Bürgermeisterin und erste Ortsbürgermeisterin der Gemeinde Grobleben war Susanne-Christine Knoblauch.
Ortschaftsrat
Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 stellte sich die „Wählergruppe Grobleben“ zur Wahl. Sie erreichte alle 7 möglichen Sitze. Gewählt wurden eine Frau und 6 Männer. Von 87 Wahlberechtigten hatten 168 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 78,16 Prozent.
Die evangelische Dorfkirche Grobleben, eine in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichteter zweiteiliger Feldsteinbau, der durch Umbauten im 18. Jahrhundert den Charakter einer Barockkirche erhalten hat, ist von einem Friedhof umgeben.
Im Dorf gibt ein Dorfgemeinschaftshaus mit Saal und Küche, eine Freiwillige Feuerwehr mit Feuerwehrhaus, einen Festplatz und einen Spielplatz.
Der Fuchsberglauf in Grobleben findet seit dem Jahr 1986 immer am 1. Mai statt. Der Lauf führt über unterschiedlich lange Strecken bis hinunter zum Tanger.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Grobleben liegt an der Landstraße zwischen Tangermünde und Lüderitz – hier besteht Anschluss an die Bundesstraße 189.
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.
Der etwa zwei Kilometer entfernte Bahnhof Demker liegt an der Strecke Stendal–Magdeburg.
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J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes:Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W.Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC1071081004, S.295, 39. Grobleben (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
123Anke Hoffmeister:Noch weniger Geburten. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 4.Januar 2024, DNB1002381223, S.18.
12Stadt Tangermünde:Hauptsatzung der Stadt Tangermünde. 1.November 2023, §15 Ortschaftsverfassung (tangermuende.de[PDF; 416kB; abgerufen am 6.Juli 2024]).
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↑Johannes Schultze:Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (=Brandenburgische Landbücher. Band2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S.334.
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123Anke Hoffmeister:Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Stadt Tangermünde. In: Stendaler Volksstimme. 14.Januar 2016, S.19.
↑Anke Hoffmeister:Stadt registriert ein Plus von 36. In: Stendaler Volksstimme. 11.Januar 2020, S.20.
↑
Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID551010-7, S.117 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
↑Ernst Machholz:Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID504809-6, S.17 (genealogy.net [Volltext und Scan]).