| Gross Lassowitz Lasowice Wielkie | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Opole | |
| Powiat: | Kluczborski | |
| Gmina: | Gross Lassowitz | |
| Geographische Lage: | 50° 52′ N, 18° 13′ O | |
| Höhe: | 199 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 745 (31. März 2011) | |
| Postleitzahl: | 46-280 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OKL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK 45 Wieluń–Racibórz | |
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Gross Lassowitz, polnisch Lasowice Wielkie (veraltet deutsch: Polnisch-Lassowitz) ist ein Ort im Powiat Kluczborski der Woiwodschaft Opole in Polen. Es ist zugleich Sitz der Landgemeinde Gross Lassowitz mit etwa 6900 Einwohnern, die seit 2006 offiziell zweisprachig ist (polnisch und deutsch).
Gross Lassowitz liegt rund zehn Kilometer südlich von Kluczbork (Kreuzburg OS) 35 Kilometer nordöstlich von Opole. Das Straßendorf Gross Lassowitz erstreckt sich abseits der Staatsstraße 45 in östlicher Richtung, entlang eines Nebenbaches der Bogacica. Es ist von weitläufigen Wäldern des Landschaftsschutzparks Stober (Stobrawski Park Krajobrazowy) umgeben.
Nachbarorte von Gross Lassowitz sind im Norden Jaschine (Jasienie), im Nordosten Klein Lassowitz (Lasowice Małe), im Südosten Kudoba (Chudoba), im Süden Sausenberg (Szumirad), im Südwesten Trebitschin (Trzebiszyn) und im Westen Marienfeld (Oś).


In einer Urkunde vom 23. August 1292 ist der Verkauf von 32 Fränkischen Hufen Land in Lessowic Polonicalis vom Oppelner Herzog Boleslaus I. an einen Volvoramus von Kreuzburg festgehalten. Die Siedlung sollte deutschrechtlich ausgesetzt werden und dem Kollegiatstift Oppeln zehntpflichtig sein. Aus dessen Visitationsbericht von 1686 geht in den Zeilen „in villa Lassowitz Polonicali maiore habet tres marcas graves pro decima, in Lassowitz vero Teutonicali marcas duas“ auch hervor, dass die größere Ortschaft Polnisch Lassowitz das heutige Groß Lassowitz darstellt, während der heutige Ortsteil Klein Lassowitz als Deutsch Lassowitz bezeichnet wurde (auch wenn in späterer Zeit Klein Lassowitz größer war). Bis 1294 gehörte der Ort im Rosenberger Land, später zum Herzogtum Breslau, danach dem Herzogtum Oppeln. Dieses löste sich 1327 von Polen und unterstellte sich dem Königreich Böhmen im Heiligen Römischen Reich, mit dem es 1521 an Habsburgermonarchie kam. Verwüstungen brachten die Hussitenkriege und der Dreißigjährige Krieg.
Seit 1477 ist in Groß Lassowitz als selbständige Parochie belegt. Unter dem Einfluss der Reformation bekannten sich bald die Besitzer Groß Lassowitz' die Familie von Dambrowka und dann auch weite Teile der Bevölkerung zum Luthertum. So wurde dann auch die neue Kirche 1599 als protestantische Pfarrkirche errichtet – wenige Jahre zuvor tritt mit Martin Laurentius auch der erste Pastor von Groß Lassowitz auf, der 1630 während des Dreißigjährigen Krieges den Ort verließ. Mit der Gegenreformation folgten die katholischen Habsburger, so dass 1653 die Kirche von Groß Lassowitz als Filiale von Klein Lassowitz rekatholisiert wurde.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Groß Lassowitz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1816 wurde es dem Landkreis Rosenberg O.S. eingegliedert, mit dem des bis 1945 verbunden blieb. Groß Lassowitz blieb aber etwas abseits der beginnenden Industrialisierung: Es lag zwar in Reichweite der Chaussee Kreuzburg–Oppeln, die Eisenbahnstrecke Oels–Namslau–Kreuzburg–Vossowska von 1868 verlief aber drei Kilometer östlich mit einem Bahnhof nur in Klein Lassowitz. Unter preußischer Herrschaft besserte sich die Lage der protestantischen Einwohner, die trotz der Gegenreformation der Habsburger weite Teile der Bevölkerung stellte – beispielsweise 1861 65 % der Dorfbevölkerung. Gleichwohl war das zuständige Kirchspiel mit Kirche bis zum Bau eines eigenen Gotteshauses 1866 erst in Kreuzburg. Dagegen war die örtliche Schule in Händen der Protestanten geblieben aber für Kinder aller Konfessionen geöffnet. Schließlich bekam der Ort 1853 zusätzlich eine katholische Schule. 1857 wurde die katholische Pfarrei Groß Lassowitz gegründet und der bisherige Pfarrort Klein Lassowitz wurde Filialkirche. Seit dem 29. Juli 1866 war Groß Lassowitz wieder Sitz einer neu gegründeten evangelischen Pfarrei, die vom Kirchenkreis Kreuzburg abgezweigt wurde. Erster Geistlicher der neuen Parochie war der Vikar Emil Wilhelm Mücke, geb. am 27. Februar 1836 im Dorf Kotowskie bei Medzibor.
Zur Volkszählung 1905 hatte Groß Lassowitz insgesamt 675 Einwohner, von denen 584 Polnisch als ihre Muttersprache angaben (86,5 %).
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 wurden im Dorf Groß Lassowitz 394 Stimmen (84,2 %) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 74 Stimmen waren für den Anschluss an Polen. Auf dem Gut Groß Lassowitz fiel das Ergebnis mit 81 zu fünf Stimmen noch deutlicher aus. Das Dorf verblieb in der Weimarer Republik. Im Zuge der nationalsozialistischen Umbenennungen slawischstämmiger Ortsnamen wurde der Ortsname Groß Lassowitz' 1936 in Oberwalden geändert. Zum 1. April 1939 wurden die Gemeinden Oberwalden, Rodewalde (Trebitschin) und Sausenberg zur neuen Gemeinde Sausenberg zusammengeschlossen. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verlor Groß Lassowitz damit seine Unabhängigkeit.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Januar 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Groß Lassowitz unter polnische Verwaltung gestellt. Ein Teil der deutschen Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt, die aus dem östlich der Curzon-Linie gelegenen und im Rahmen der „Westverschiebung Polens“ an die Sowjetunion gefallenen Ort Rodatycze (heute Rodatytschi bei Horodok) zugewandert waren.
In den Nachkriegsjahren wurde eine Gromada Lasowice Wielkie im Powiat Oleski gebildet, die aber mit anderen kleinen Kommunen Anfang der 1960er aufgelöst wurde. Bei der Verwaltungsreform 1973 wurde Lasowice Wielkie wegen seiner zentralen Lage Hauptort der gleichnamigen Gmina. Mit der Verwaltungsreform 1999 wurde Lasowice Wielkie erstmals vom Kreis Olesno (Rosenberg) getrennt und Teil des Powiat Kluczborski (Kreuzburg).
Trotz der Vertreibung von Deutschen und der Neuansiedlung von Polen ist immer noch ein Teil der Bevölkerung deutschstämmig. Laut der letzten polnischen Volkszählung 2002 gehören 37,76 % der Gemeindebevölkerung der deutschen Minderheit an, weitere 1,71 % bezeichneten sich als „Schlesier“. Seit 2006 ist die Gemeinde Gross Lassowitz offiziell zweisprachig, zum 16. August 2010 führte sie zusätzliche deutsche Ortsnamen ein.
Die Einwohnerzahlen von Groß Lassowitz:
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Die Landgemeinde Gross Lassowitz gliedert sich auf einer Fläche von 210 km² in 13 Dörfer mit Schulzenämtern.