Guido Englich (* 1961 in Berlin) ist ein deutscher Industriedesigner, Kommunikationsdesigner, Autor und Hochschullehrer. Seit 2004 ist er Professor für Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Von 1981 bis 1985 studierte Englich Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Anschließend absolvierte er von 1985 bis 1990 ein Studium des Industriedesigns an der Hochschule der Künste Berlin bei Hans Nick Roericht. Parallel dazu war er von 1987 bis 1991 freier Mitarbeiter in der ProduktEntwicklung Roericht in Ulm.
Während des Studiums gründete Guido Englich 1988 gemeinsam mit Anna Wagner die Design-Werkstatt MacLab Produktentwicklung/Visuelle Kommunikation in Berlin. Aus der Zusammenarbeit entstand 1991 das Designbüro Englich + Wagner, das er ab 1998 unter dem Namen Englich + Partner weiterführte.
Das Büro war in den Bereichen Produktentwicklung, Kommunikationsdesign, Mediengestaltung und strategische Beratung tätig. Auftraggeber waren unter anderem Wilkhahn, Rosenthal-Einrichtung, Steelcase, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Biomet Deutschland, Borland, SPM Technologies sowie der Sender Freies Berlin. Von 1986 bis 2000 kooperierte Englich mehrfach mit Baumm + Partner, München, später Baumm Medien+Design AG.
Bekannt wurde Englich durch den gemeinsam mit Anna Wagner entwickelten MacReiseführer. Grafik, Scannen, Typo und Layout in sechs erlebnisreichen Touren. Das 1989 zuerst im Selbstverlag erschienene Buch wurde noch im selben Jahr vom Systhema Verlag München verlegt. Als aktualisierte Fassung wurde es 1991 vom Rowohlt Taschenbuch Verlag veröffentlicht und von der Stiftung Buchkunst mit dem 1. Preis im Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte das Werk als „ein in seiner ästhetischen wie didaktischen Konzeption herausragendes Buch, das zugleich die Möglichkeiten der neuen Technik darstellt und verkörpert.“
Für die Buchreihe Macintosh Werkstatt des Rowohlt Taschenbuch Verlags entwarfen Englich und Wagner das Layout- und Typosystem – ein Guidelines-Handbuch mit digitalen Vorlagedateien, das Autoren in den Gestaltungsprozess einbezog und nach dem die Bücher der Reihe produziert wurden. Die Zeitschrift PAGE beschrieb das Typosystem im Oktober 1992 unter dem Titel „Das verlegte Manuskript“.
Für den Sender Freies Berlin beziehungsweise später den Rundfunk Berlin-Brandenburg gestaltete Englich zwischen 1992 und 2004 zahlreiche Programmhefte, insbesondere für die Konzertreihen Musik der Gegenwart und Insel Musik.
Das European Software Festival (19.–20. Februar 1991, Gasteig München), veranstaltet von der Borland GmbH Deutschland, verband technische Innovation, Wissenschaft und Kultur in einem öffentlichen Forum. Zu den internationalen Referenten aus Informatik, Philosophie, Kunst und Medien gehörten Niklaus Wirth, Bjarne Stroustrup, Marvin Minsky, Joseph Weizenbaum, Sherry Turkle, Jaron Lanier, Philippe Kahn sowie Tod Machover (MIT Media Lab). Englich und Wagner arbeiteten an der Konzeption des Festivals mit und gestalteten das visuelle Erscheinungsbild, Kommunikationsmittel, das Programmheft und einen interaktiven Veranstaltungsführer. Darüber hinaus entwickelten Miho Baumm und Guido Englich die Ausstellungsarchitektur in den Foyers und auf den Bühnen der Vortragssäle des Gasteig.
Einen Schwerpunkt bildete die langjährige Zusammenarbeit mit dem Büromöbelhersteller Wilkhahn. Als erste Zusammenarbeit entstand 1991 die Studie Wilkhahn als Versuchslabor für neue Arbeitskulturen, die partizipative Methoden zur Analyse von Arbeitsabläufen und Raumorganisation einsetzte. In einer Einrichtung mit 1:1-Prototypen für die Abteilung Marketing-Services wurden neue Formen kommunikationsorientierter Arbeitsumgebungen praktisch erprobt und begleitet. Konzeptionelle Grundlage der Raum- und Möblierungsentwürfe war das im Rahmen des Projekts entwickelte Schalenmodell der Handlungsräume im Büro, das den Arbeitsalltag der Beschäftigten in fünf konzentrische Handlungskreise gliederte – vom persönlichen Arbeitsplatz über den aktiven Arbeitsraum, die Arbeitsgruppe und das informelle Netzwerk bis zum Unternehmen als Ganzes.
In der Folge entwickelte das Büro für Wilkhahn strategische Kommunikationskonzepte und Corporate-Design-Guidelines sowie deren Umsetzung in Broschüren, Prospekten und Marketingmitteln.
1997 erschien das von Englich gestaltete und gemeinsam mit Burkhard Remmers verfasste Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume, das Kommunikationssituationen in modernen Arbeitswelten analysierte und daraus Vorschläge zur räumlichen Gestaltung von Kommunikationsorten entwickelte. Das Buch wurde von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und erhielt 1999 das Certificate of Excellence des European Design Annual.
Für die Beteiligung an der Expo 2000 plante Wilkhahn die Sonderausstellung „Zukunft der Arbeit im Spannungsfeld Mensch, Natur, Technik und Markt“. Realisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit dem DGB, der AOK, der Deutschen Arbeitsschutz Ausstellung und dem Institut für Arbeit- und Sozialhygiene. Englich war verantwortlich für Redaktion, Texte und Ausstellungsgrafik in dieser interdisziplinären Ausstellung zur Zukunft der Arbeitswelt.
Für die Ausstellung der deutschen Projekte im Haus der weltweiten Projekte – den deutschen Pavillon der Expo 2000, der das weltweit größte Public-Private-Programm zum Thema Agenda 21 präsentierte – lagen Gesamtkonzeption und Regie bei Baumm Medien+Design AG München. Englich entwarf das Strukturkonzept des Masterplans für die Ausstellung und das dramaturgische Konzept für eine modulare, interaktive Displaystruktur zur Darstellung der Projekte.
Für Rosenthal-Einrichtung entwickelte Guido Englich von 1996 bis 1999 da Büromöbelprogramm crew.com, ein modulares Möbelsystem zur Organisation von Kommunikation und Arbeitsprozessen. Das Programm umfasste Arbeits- und Besprechungstische, Stehtische für spontane Meetings, mobile Organisationseinheiten, Side- und Highboards sowie höhenverstellbare PC-Arbeitsplätze.
1999 wurde das Programm unter dem Arbeitstitel „Worx“ auf der Orgatec in Köln vorgestellt. Thomas Kaup beschrieb es in der Fachzeitschrift ARCH+ als beispielhaftes Möbelkonzept für zeitgemäße Management- und Kommunikationsarbeit. Neben dem Möbelprogramm entwickelte Englich auch das gesamte Kommunikations- und Planungspaket, darunter Produktfibel und Prospekt sowie die Entwürfe für ein Planungshandbuch und Internetseite.
2008 erschien das gemeinsam mit Burkhard Remmers entwickelte Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume: Conference. Excellence beim Birkhäuser Verlag (ISBN 978-3-7643-8682-5), mit einem Vorwort von Gunter Henn. Das Werk untersucht Formen der Face-to-Face-Kommunikation in der modernen Arbeitswelt und verbindet analytische mit praxisorientierten Perspektiven auf Konferenz- und Kommunikationsräume. Das Buch erschien in deutscher, englischer und französischer Fassung bei Birkhäuser.
Ab den frühen 1990er Jahren gestaltete Englich auch digitale und interaktive Medien. So entstand 1991 der digitale Katalog für den Marlboro Designshop als interaktive Präsentation auf einer 1,4-MB-Diskette. Zur Ausstellung 3 Jahre Marlboro Design Förderpreis auf der Industrie Forum Design Hannover wurde die Diskette herausgegeben und enthielt den gesamten Produktkatalog in komprimierter Form.
1992 entwickelte Englich gemeinsam mit Bernhard Meyer für die expedition ’92 – Aufbruch in neue Lernwelten (10. und 11. September 1992 im Gasteig, München; FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) einen interaktiven und zeitbasierten Veranstaltungskalender, der zu jedem Zeitpunkt anzeigte, welche der 100 Veranstaltungen gerade stattfanden und die Veranstaltungsorte und entsprechenden Referenten besonders hervorhob.
Nach 2000 entstanden CD-Rom-Produktionen: Wilkhahn Compact (2001) stellte Unternehmenskultur und Produkte in fünf Sprachen vor, animierte Zeichnungen visualisierten besondere Produkteigenschaften. Conrack Compact (2002) war eine interaktive Systemdarstellung des gleichnamigen Wilkhahn-Möbelprogramms, die Konstruktion, Montage, Anwendung und Maßsystematik durch Animationen erklärte und eine standortbasierte Sprachauswahl sowie den Ausdruck von Datenblättern ermöglichte – in fünf Sprachfassungen für den weltweiten Einsatz konzipiert.
Ebenfalls 2002 konzipierte Englich für Wilkhahn den Prototyp einer 3D-Planungssoftware – eine in ActionScript programmierte Software-Engine für die intuitive Simulation dreidimensionaler Raumsituationen mit axonometrischen Möbelzeichnungen, die ohne CAD-Kenntnisse bedienbar war. Die Software war als skalierbare Basis für unterschiedliche Anwendungskontexte ausgelegt. Sie wurde unter anderem für den Entwurf eines digitalen Planungstools für das Raumstruktursystem Post & Beam von Steelcase eingesetzt.
1992 plante und realisierte Englich den ökologisch nachhaltigen Ausbau der Dachetage eines Gründerzeit-Fabrikgebäudes zum Büro in Berlin-Schöneberg. Für die Dämmung wurde der Holzfaserdämmstoff Pavatherm eingesetzt, der damals noch keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung in Deutschland besaß und eigens aus der Schweiz importiert wurde. 1994 folgte der Umbau einer weiteren Fabriketage am selben Standort zu einem Projektraum für flexible Nutzungen.
Von 1993 bis 1994 konzipierten Englich und Wagner für die Modedruck Gera GmbH eine Büroeinrichtung aus mehr als 60 Arbeitsplätzen, die in verschiedenen Bürotypologien umgesetzt wurde: einem separierten Teambüro, offenen Gruppenbüros und einer Zeile von Kombibüros. Leitgedanke der Planung des Raumprogramms war das angestrebte formelle und informelle Kommunikationsnetzwerk. Für die Einrichtung kam das von Englich entworfene Möbelsystem x mal Team Office zur Anwendung, ein Ensemble variabler CNC-gefertigter Büromöbel.
Für die SPM Technologies Deutschland GmbH entwickelte Englich ab 2000 innenarchitektonische Konzepte und ein umfassendes Handbuch für Einrichtungsstandards, das aus dem unternehmensspezifischen Leitbild der „gelebten Zeit“ als Gegenmodell zu einer rein funktionalen Auffassung von Arbeitszeit differenzierte Raumtypen und Möblierungsstandards ableitete.
Gemeinsam mit der Architektin Ulla-Britta Schäffler plante Englich 2010 die energetische Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses in Berlin, das als KfW-Effizienzhaus mit einer Erweiterung in Holzständerbauweise und Lärchenholzfassade realisiert wurde. Das Projekt wurde 2014 im Rahmen des Berliner Tags der Architektur als Beispiel für Bauen im Bestand präsentiert.
2021 entwickelte Englich den Lotos Pavilion, ein modulares Kleinhaus mit skalierbaren Grundrissvarianten zwischen 12 und 32 Quadratmetern. Der in Holzrahmenbauweise realisierte Prototyp basiert auf einem Planungsraster von 101 Zentimetern. Das Projekt knüpft an eine Reihe von Studien zu minimalistischen Lebens- und Wohnformen aus Englichs Hochschullehre an, insbesondere 0,7 cbm Essentials (2012) und Minimal Shelter (2013). Im Lotos Pavillon finden seit 2021 unter dem Titel pavilione # Konzerte und Performances statt. Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählten unter anderem Andrea Beeman, Gen Ken Montgomery, Gordon W., Wolfgang Seidel und Stephan-Max Wirth.
Nach Lehrtätigkeiten an der Hochschule der Künste Berlin von 1990 bis 1996 wurde Guido Englich 2004 auf die neu eingerichtete Professur für Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung im Studiengang Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle berufen.
Von 2006 bis 2010 sowie von 2014 bis 2017 war er Dekan des Fachbereichs Design und koordinierte die Implementierung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Darüber hinaus führte Englich zahlreiche Berufungskommissionen und war an der inhaltlichen Weiterentwicklung des Fachbereichs beteiligt. Von 2005 bis 2024 leitete er den Studiengangsausschuss Industriedesign und wirkte maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs und der Aktualisierung der Studienpläne mit.
Das Lehrgebiet Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung versteht Design als „Werkzeug zur Moderation des Wandels“. Das Spektrum der erweiterten Handlungsfelder reicht von gegenständlichen Produktentwicklungen über prozessorientierte Entwurfskonzepte bis zu Interventionen in sozialen Kontexten und Ansätzen des spekulativen Designs.
In einem Interview für die Fachzeitschrift Kunst+Unterricht beschrieb Englich die Aufgabe der Designlehre als „Entwerfen von Versuchs- und Ermöglichungsräumen und die begleitende Moderation von Erkenntnisprozessen.“ Charakteristisch für die Lehre ist die Verbindung analytischer, experimenteller und gesellschaftsbezogener Ansätze.
Ein Schwerpunkt des Lehrgebiets liegt in Fragen zu Ernährung und Esskultur. Die Studienprojekte 1, 2, 3 … leichte Küche (2010), Personal Food Culture (2011), 3-Gänge-Menu (2014), Food Culture Empowerment (2022), Minimalistische Küchen (2023) oder Urban Food Craft (2026) untersuchten nachhaltige und dezentrale Formen der Lebensmittelproduktion ebenso wie neue Formen gemeinschaftlicher Versorgung und alternativer Küchenkonzepte. Die Entwürfe reichten von Minimalküchen und Fermentationssystemen über Open-Source-Plattformen bis zu experimentellen Geräten zur intuitiven Wahrnehmung mikrobieller Prozesse bei der Lebensmittelherstellung.
Viele Studienprojekte beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen, darunter Open … Design?! (2013/14), Start Up / Start Now (2014/15), Stadt. Raum. Wandel. (2017/18) oder The big Re/… (2024). Im Mittelpunkt standen Fragen von Open-Source-Strategien, Maker-Kultur, urbaner Praxis, Sharing, Reparaturfähigkeit und nachhaltiger Nutzung.
Wiederholt widmete sich das Lehrgebiet experimentellen Themenfeldern. Studienprojekte wie Zum Wetter … (2016) untersuchten Wetter und Klimafolgen als Gestaltungsfeld, während Unerhörte Töne (2019/20) den experimentellen Entwurf von Instrumenten mit performativen Formaten verband und in ein Konzert mit den entwickelten Prototypen mündete. My personal factory (2016/17) thematisierte dezentrale Produktionsformen, digitale Werkzeuge und neue Möglichkeiten einer autonomen Gestaltungspraxis. Under Pressure (2022) untersuchte pneumatische Membransysteme mit dem Ziel, durch Luft als Füllmedium materialintensive Konstruktionen zu ersetzen und neue Möglichkeiten für Formveränderung, Kinetik und Interaktion zu entdecken.
Seit dem Studienprojekt 24 short films about design (2012) spielt Film eine zentrale Rolle innerhalb des Lehrgebiets und wird als eigenständiges Werkzeug des Entwerfens, der Spekulation und der Vermittlung eingesetzt. In späteren Projekten wie post exit … (2019), das Design-Strategien für wünschenswerte Zukünfte im Sinne des Speculative Design entwickelte, wurden Zukunftsszenarien mit filmischen Mitteln visualisiert und in einem abschließenden Filmfestival präsentiert.
Der Einsatz von Video in den Projekten bildet die Grundlage für ID Neuwerk, ein digitales Lehr- und Prozessarchiv, das seit 2015 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es dokumentiert Semesterprojekte nicht retrospektiv, sondern prozessbegleitend und macht Videoaufnahmen von Präsentationen, Konzeptvorstellungen und Feedbackgesprächen unmittelbar im laufenden Semester zugänglich. ID Neuwerk wirkt so als didaktisches Werkzeug: Die Sichtbarkeit des Designprozesses unterstützt Reflexion und Iteration.
Seit 2019 ist das von Englich eingerichtete VideoLab fester Bestandteil des Studiengangs Industriedesign.
Im Forschungsprojekt Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv (2018) setzte sich Guido Englich filmisch mit dem Werk und Umfeld seines Lehrers Hans Nick Roericht sowie mit der Geschichte der Hochschule für Gestaltung Ulm auseinander. Der Film entstand nach Recherchen im Nick-Roericht-Archiv und wurde 2018 an der Burg Giebichenstein präsentiert sowie 2019 im City-Kino Wedding in Berlin uraufgeführt.
Wiederholt wurden Hochschulprojekte in reale Institutionen, Unternehmen und soziale Initiativen überführt. Aus dem gemeinsam mit Prof. Klaus Michel entwickelten Studienprojek burg-designshop – Vom Simulationsmodus zum Feldversuch (2005) entstand der bis heute bestehende burgshop des Designhaus Halle. Im Projekt Flying Kitchen – oder Imbiss, mobil … (2017, gemeinsam mit Klaus Michel, Ann-Kristin Büttner und Johanna Padge) entwickelten Ruben Lagies, Emilie Pohling und Tobias Rell den Entwurf „Roadshow“ – eine mobile Küche mit langer Tafel, konzipiert für den Verein „Kitchen on the run“. Aus dem Konzept gründete Lagies das Unternehmen LIVIN'ROLL, für das er 2018 die Ehrung „Kultur- und Kreativpilot Deutschland“ erhielt, vergeben im Namen der Bundesregierung.
Aus dem Studienprojekt Stadt. Raum. Wandel. (2017/18), gemeinsam mit Johanna Padge und Maike Fraas durchgeführt, entstand der Projektraum „Passage 13“ in Halle-Neustadt, der bis heute als soziokulturelles Zentrum aktiv ist. In seiner Masterabschlussarbeit konzipierte Ezra Dilger das Projekt Theater on Tour – ein mobiles Amphitheater aus Baugerüst und Siebdruckplatten, das im ländlichen Raum als Bühne und Ort für Begegnung diente. Das gemeinsam mit Kollektiv Plus X entwickelte Projekt wurde mit der Anerkennung vom Mia Seeger Preis 2022 der Mia-Seeger-Stiftung Stuttgart sowie dem Social Design Award der German Design Graduates Show 2022 ausgezeichnet, vergeben durch den Rat für Formgebung.
Das Lehrgebiet Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung wurde von Englich kontinuierlich mit künstlerischen Mitarbeitenden gestaltet, die durch die gemeinsame Arbeit eine eigene designpädagogische Praxis entwickelten. Mehrere ehemalige Mitarbeitende übernahmen später Professuren oder akademische Leitungsfunktionen an anderen Hochschulen.
Dazu zählen unter anderem Mark Braun (Professor für Produktdesign an der HBKsaar), Maike Fraas (Professorin für Produktdesign an der HBKsaar, Prorektorin von 2021–2025) und Johanna Padge (Gastprofessorin an der Burg Giebichenstein und Verwalterin der Professur „Innovative Perspektiven des Designs“ an der HBK Braunschweig).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Englich, Guido |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Industriedesigner, Kommunikationsdesigner, Autor und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1961 |
| GEBURTSORT | Berlin |