Guido Englich

Guido Englich (* 1961 in Berlin) ist ein deutscher Industriedesigner, Kommunikationsdesigner, Autor und Hochschullehrer. Seit 2004 ist er Professor für Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Leben und Ausbildung

Von 1981 bis 1985 studierte Englich Germanistik und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Anschließend absolvierte er von 1985 bis 1990 ein Studium des Industriedesigns an der Hochschule der Künste Berlin bei Hans Nick Roericht. Parallel dazu war er von 1987 bis 1991 freier Mitarbeiter in der ProduktEntwicklung Roericht in Ulm.

Designpraxis

Während des Studiums gründete Guido Englich 1988 gemeinsam mit Anna Wagner die Design-Werkstatt MacLab Produktentwicklung/Visuelle Kommunikation in Berlin. Aus der Zusammenarbeit entstand 1991 das Designbüro Englich + Wagner, das er ab 1998 unter dem Namen Englich + Partner weiterführte.

Das Büro war in den Bereichen Produktentwicklung, Kommunikationsdesign, Mediengestaltung und strategische Beratung tätig. Auftraggeber waren unter anderem Wilkhahn, Rosenthal-Einrichtung, Steelcase, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Biomet Deutschland, Borland, SPM Technologies sowie der Sender Freies Berlin. Von 1986 bis 2000 kooperierte Englich mehrfach mit Baumm + Partner, München, später Baumm Medien+Design AG.

MacReiseführer und Rowohlt Taschenbuch Verlag

Bekannt wurde Englich durch den gemeinsam mit Anna Wagner entwickelten MacReiseführer. Grafik, Scannen, Typo und Layout in sechs erlebnisreichen Touren. Das 1989 zuerst im Selbstverlag erschienene Buch wurde noch im selben Jahr vom Systhema Verlag München verlegt. Als aktualisierte Fassung wurde es 1991 vom Rowohlt Taschenbuch Verlag veröffentlicht und von der Stiftung Buchkunst mit dem 1. Preis im Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte das Werk als „ein in seiner ästhetischen wie didaktischen Konzeption herausragendes Buch, das zugleich die Möglichkeiten der neuen Technik darstellt und verkörpert.“

Für die Buchreihe Macintosh Werkstatt des Rowohlt Taschenbuch Verlags entwarfen Englich und Wagner das Layout- und Typosystem – ein Guidelines-Handbuch mit digitalen Vorlagedateien, das Autoren in den Gestaltungsprozess einbezog und nach dem die Bücher der Reihe produziert wurden. Die Zeitschrift PAGE beschrieb das Typosystem im Oktober 1992 unter dem Titel „Das verlegte Manuskript“.

Sender Freies Berlin / Rundfunk Berlin-Brandenburg

Für den Sender Freies Berlin beziehungsweise später den Rundfunk Berlin-Brandenburg gestaltete Englich zwischen 1992 und 2004 zahlreiche Programmhefte, insbesondere für die Konzertreihen Musik der Gegenwart und Insel Musik.

European Software Festival

Das European Software Festival (19.–20. Februar 1991, Gasteig München), veranstaltet von der Borland GmbH Deutschland, verband technische Innovation, Wissenschaft und Kultur in einem öffentlichen Forum. Zu den internationalen Referenten aus Informatik, Philosophie, Kunst und Medien gehörten Niklaus Wirth, Bjarne Stroustrup, Marvin Minsky, Joseph Weizenbaum, Sherry Turkle, Jaron Lanier, Philippe Kahn sowie Tod Machover (MIT Media Lab). Englich und Wagner arbeiteten an der Konzeption des Festivals mit und gestalteten das visuelle Erscheinungsbild, Kommunikationsmittel, das Programmheft und einen interaktiven Veranstaltungsführer. Darüber hinaus entwickelten Miho Baumm und Guido Englich die Ausstellungsarchitektur in den Foyers und auf den Bühnen der Vortragssäle des Gasteig.

Wilkhahn und strategisches Kommunikationsdesign

Einen Schwerpunkt bildete die langjährige Zusammenarbeit mit dem Büromöbelhersteller Wilkhahn. Als erste Zusammenarbeit entstand 1991 die Studie Wilkhahn als Versuchslabor für neue Arbeitskulturen, die partizipative Methoden zur Analyse von Arbeitsabläufen und Raumorganisation einsetzte. In einer Einrichtung mit 1:1-Prototypen für die Abteilung Marketing-Services wurden neue Formen kommunikationsorientierter Arbeitsumgebungen praktisch erprobt und begleitet. Konzeptionelle Grundlage der Raum- und Möblierungsentwürfe war das im Rahmen des Projekts entwickelte Schalenmodell der Handlungsräume im Büro, das den Arbeitsalltag der Beschäftigten in fünf konzentrische Handlungskreise gliederte – vom persönlichen Arbeitsplatz über den aktiven Arbeitsraum, die Arbeitsgruppe und das informelle Netzwerk bis zum Unternehmen als Ganzes.

In der Folge entwickelte das Büro für Wilkhahn strategische Kommunikationskonzepte und Corporate-Design-Guidelines sowie deren Umsetzung in Broschüren, Prospekten und Marketingmitteln.

1997 erschien das von Englich gestaltete und gemeinsam mit Burkhard Remmers verfasste Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume, das Kommunikationssituationen in modernen Arbeitswelten analysierte und daraus Vorschläge zur räumlichen Gestaltung von Kommunikationsorten entwickelte. Das Buch wurde von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und erhielt 1999 das Certificate of Excellence des European Design Annual.

Expo 2000

Für die Beteiligung an der Expo 2000 plante Wilkhahn die Sonderausstellung „Zukunft der Arbeit im Spannungsfeld Mensch, Natur, Technik und Markt“. Realisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit dem DGB, der AOK, der Deutschen Arbeitsschutz Ausstellung und dem Institut für Arbeit- und Sozialhygiene. Englich war verantwortlich für Redaktion, Texte und Ausstellungsgrafik in dieser interdisziplinären Ausstellung zur Zukunft der Arbeitswelt.

Für die Ausstellung der deutschen Projekte im Haus der weltweiten Projekte – den deutschen Pavillon der Expo 2000, der das weltweit größte Public-Private-Programm zum Thema Agenda 21 präsentierte – lagen Gesamtkonzeption und Regie bei Baumm Medien+Design AG München. Englich entwarf das Strukturkonzept des Masterplans für die Ausstellung und das dramaturgische Konzept für eine modulare, interaktive Displaystruktur zur Darstellung der Projekte.

Büromöbelprogramm crew.com

Für Rosenthal-Einrichtung entwickelte Guido Englich von 1996 bis 1999 da Büromöbelprogramm crew.com, ein modulares Möbelsystem zur Organisation von Kommunikation und Arbeitsprozessen. Das Programm umfasste Arbeits- und Besprechungstische, Stehtische für spontane Meetings, mobile Organisationseinheiten, Side- und Highboards sowie höhenverstellbare PC-Arbeitsplätze.

1999 wurde das Programm unter dem Arbeitstitel „Worx“ auf der Orgatec in Köln vorgestellt. Thomas Kaup beschrieb es in der Fachzeitschrift ARCH+ als beispielhaftes Möbelkonzept für zeitgemäße Management- und Kommunikationsarbeit. Neben dem Möbelprogramm entwickelte Englich auch das gesamte Kommunikations- und Planungspaket, darunter Produktfibel und Prospekt sowie die Entwürfe für ein Planungshandbuch und Internetseite.

Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume

2008 erschien das gemeinsam mit Burkhard Remmers entwickelte Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume: Conference. Excellence beim Birkhäuser Verlag (ISBN 978-3-7643-8682-5), mit einem Vorwort von Gunter Henn. Das Werk untersucht Formen der Face-to-Face-Kommunikation in der modernen Arbeitswelt und verbindet analytische mit praxisorientierten Perspektiven auf Konferenz- und Kommunikationsräume. Das Buch erschien in deutscher, englischer und französischer Fassung bei Birkhäuser.

Digitale Medien

Ab den frühen 1990er Jahren gestaltete Englich auch digitale und interaktive Medien. So entstand 1991 der digitale Katalog für den Marlboro Designshop als interaktive Präsentation auf einer 1,4-MB-Diskette. Zur Ausstellung 3 Jahre Marlboro Design Förderpreis auf der Industrie Forum Design Hannover wurde die Diskette herausgegeben und enthielt den gesamten Produktkatalog in komprimierter Form.

1992 entwickelte Englich gemeinsam mit Bernhard Meyer für die expedition ’92 – Aufbruch in neue Lernwelten (10. und 11. September 1992 im Gasteig, München; FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht) einen interaktiven und zeitbasierten Veranstaltungskalender, der zu jedem Zeitpunkt anzeigte, welche der 100 Veranstaltungen gerade stattfanden und die Veranstaltungsorte und entsprechenden Referenten besonders hervorhob.

Nach 2000 entstanden CD-Rom-Produktionen: Wilkhahn Compact (2001) stellte Unternehmenskultur und Produkte in fünf Sprachen vor, animierte Zeichnungen visualisierten besondere Produkteigenschaften. Conrack Compact (2002) war eine interaktive Systemdarstellung des gleichnamigen Wilkhahn-Möbelprogramms, die Konstruktion, Montage, Anwendung und Maßsystematik durch Animationen erklärte und eine standortbasierte Sprachauswahl sowie den Ausdruck von Datenblättern ermöglichte – in fünf Sprachfassungen für den weltweiten Einsatz konzipiert.

Ebenfalls 2002 konzipierte Englich für Wilkhahn den Prototyp einer 3D-Planungssoftware – eine in ActionScript programmierte Software-Engine für die intuitive Simulation dreidimensionaler Raumsituationen mit axonometrischen Möbelzeichnungen, die ohne CAD-Kenntnisse bedienbar war. Die Software war als skalierbare Basis für unterschiedliche Anwendungskontexte ausgelegt. Sie wurde unter anderem für den Entwurf eines digitalen Planungstools für das Raumstruktursystem Post & Beam von Steelcase eingesetzt.

Interiordesign und Bauen im Bestand

1992 plante und realisierte Englich den ökologisch nachhaltigen Ausbau der Dachetage eines Gründerzeit-Fabrikgebäudes zum Büro in Berlin-Schöneberg. Für die Dämmung wurde der Holzfaserdämmstoff Pavatherm eingesetzt, der damals noch keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung in Deutschland besaß und eigens aus der Schweiz importiert wurde. 1994 folgte der Umbau einer weiteren Fabriketage am selben Standort zu einem Projektraum für flexible Nutzungen.

Von 1993 bis 1994 konzipierten Englich und Wagner für die Modedruck Gera GmbH eine Büroeinrichtung aus mehr als 60 Arbeitsplätzen, die in verschiedenen Bürotypologien umgesetzt wurde: einem separierten Teambüro, offenen Gruppenbüros und einer Zeile von Kombibüros. Leitgedanke der Planung des Raumprogramms war das angestrebte formelle und informelle Kommunikationsnetzwerk. Für die Einrichtung kam das von Englich entworfene Möbelsystem x mal Team Office zur Anwendung, ein Ensemble variabler CNC-gefertigter Büromöbel.

Für die SPM Technologies Deutschland GmbH entwickelte Englich ab 2000 innenarchitektonische Konzepte und ein umfassendes Handbuch für Einrichtungsstandards, das aus dem unternehmensspezifischen Leitbild der „gelebten Zeit“ als Gegenmodell zu einer rein funktionalen Auffassung von Arbeitszeit differenzierte Raumtypen und Möblierungsstandards ableitete.

Gemeinsam mit der Architektin Ulla-Britta Schäffler plante Englich 2010 die energetische Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses in Berlin, das als KfW-Effizienzhaus mit einer Erweiterung in Holzständerbauweise und Lärchenholzfassade realisiert wurde. Das Projekt wurde 2014 im Rahmen des Berliner Tags der Architektur als Beispiel für Bauen im Bestand präsentiert.

2021 entwickelte Englich den Lotos Pavilion, ein modulares Kleinhaus mit skalierbaren Grundrissvarianten zwischen 12 und 32 Quadratmetern. Der in Holzrahmenbauweise realisierte Prototyp basiert auf einem Planungsraster von 101 Zentimetern. Das Projekt knüpft an eine Reihe von Studien zu minimalistischen Lebens- und Wohnformen aus Englichs Hochschullehre an, insbesondere 0,7 cbm Essentials (2012) und Minimal Shelter (2013). Im Lotos Pavillon finden seit 2021 unter dem Titel pavilione # Konzerte und Performances statt. Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern zählten unter anderem Andrea Beeman, Gen Ken Montgomery, Gordon W., Wolfgang Seidel und Stephan-Max Wirth.

Lehre und Hochschule

Hochschullehre und akademische Funktionen

Nach Lehrtätigkeiten an der Hochschule der Künste Berlin von 1990 bis 1996 wurde Guido Englich 2004 auf die neu eingerichtete Professur für Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung im Studiengang Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle berufen.

Von 2006 bis 2010 sowie von 2014 bis 2017 war er Dekan des Fachbereichs Design und koordinierte die Implementierung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Darüber hinaus führte Englich zahlreiche Berufungskommissionen und war an der inhaltlichen Weiterentwicklung des Fachbereichs beteiligt. Von 2005 bis 2024 leitete er den Studiengangsausschuss Industriedesign und wirkte maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs und der Aktualisierung der Studienpläne mit.

Lehrverständnis und Methodik

Das Lehrgebiet Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung versteht Design als „Werkzeug zur Moderation des Wandels“. Das Spektrum der erweiterten Handlungsfelder reicht von gegenständlichen Produktentwicklungen über prozessorientierte Entwurfskonzepte bis zu Interventionen in sozialen Kontexten und Ansätzen des spekulativen Designs.

In einem Interview für die Fachzeitschrift Kunst+Unterricht beschrieb Englich die Aufgabe der Designlehre als „Entwerfen von Versuchs- und Ermöglichungsräumen und die begleitende Moderation von Erkenntnisprozessen.“ Charakteristisch für die Lehre ist die Verbindung analytischer, experimenteller und gesellschaftsbezogener Ansätze.

Thematische Schwerpunkte

Ein Schwerpunkt des Lehrgebiets liegt in Fragen zu Ernährung und Esskultur. Die Studienprojekte 1, 2, 3 … leichte Küche (2010), Personal Food Culture (2011), 3-Gänge-Menu (2014), Food Culture Empowerment (2022), Minimalistische Küchen (2023) oder Urban Food Craft (2026) untersuchten nachhaltige und dezentrale Formen der Lebensmittelproduktion ebenso wie neue Formen gemeinschaftlicher Versorgung und alternativer Küchenkonzepte. Die Entwürfe reichten von Minimalküchen und Fermentationssystemen über Open-Source-Plattformen bis zu experimentellen Geräten zur intuitiven Wahrnehmung mikrobieller Prozesse bei der Lebensmittelherstellung.

Viele Studienprojekte beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen, darunter Open … Design?! (2013/14), Start Up / Start Now (2014/15), Stadt. Raum. Wandel. (2017/18) oder The big Re/… (2024). Im Mittelpunkt standen Fragen von Open-Source-Strategien, Maker-Kultur, urbaner Praxis, Sharing, Reparaturfähigkeit und nachhaltiger Nutzung.

Wiederholt widmete sich das Lehrgebiet experimentellen Themenfeldern. Studienprojekte wie Zum Wetter … (2016) untersuchten Wetter und Klimafolgen als Gestaltungsfeld, während Unerhörte Töne (2019/20) den experimentellen Entwurf von Instrumenten mit performativen Formaten verband und in ein Konzert mit den entwickelten Prototypen mündete. My personal factory (2016/17) thematisierte dezentrale Produktionsformen, digitale Werkzeuge und neue Möglichkeiten einer autonomen Gestaltungspraxis. Under Pressure (2022) untersuchte pneumatische Membransysteme mit dem Ziel, durch Luft als Füllmedium materialintensive Konstruktionen zu ersetzen und neue Möglichkeiten für Formveränderung, Kinetik und Interaktion zu entdecken.

Film als Werkzeug im Designprozess

Seit dem Studienprojekt 24 short films about design (2012) spielt Film eine zentrale Rolle innerhalb des Lehrgebiets und wird als eigenständiges Werkzeug des Entwerfens, der Spekulation und der Vermittlung eingesetzt. In späteren Projekten wie post exit … (2019), das Design-Strategien für wünschenswerte Zukünfte im Sinne des Speculative Design entwickelte, wurden Zukunftsszenarien mit filmischen Mitteln visualisiert und in einem abschließenden Filmfestival präsentiert.

Der Einsatz von Video in den Projekten bildet die Grundlage für ID Neuwerk, ein digitales Lehr- und Prozessarchiv, das seit 2015 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es dokumentiert Semesterprojekte nicht retrospektiv, sondern prozessbegleitend und macht Videoaufnahmen von Präsentationen, Konzeptvorstellungen und Feedbackgesprächen unmittelbar im laufenden Semester zugänglich. ID Neuwerk wirkt so als didaktisches Werkzeug: Die Sichtbarkeit des Designprozesses unterstützt Reflexion und Iteration.

Seit 2019 ist das von Englich eingerichtete VideoLab fester Bestandteil des Studiengangs Industriedesign.

Designgeschichte mit Film erzählen

Im Forschungsprojekt Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv (2018) setzte sich Guido Englich filmisch mit dem Werk und Umfeld seines Lehrers Hans Nick Roericht sowie mit der Geschichte der Hochschule für Gestaltung Ulm auseinander. Der Film entstand nach Recherchen im Nick-Roericht-Archiv und wurde 2018 an der Burg Giebichenstein präsentiert sowie 2019 im City-Kino Wedding in Berlin uraufgeführt.

Von der Lehre in die Realität

Wiederholt wurden Hochschulprojekte in reale Institutionen, Unternehmen und soziale Initiativen überführt. Aus dem gemeinsam mit Prof. Klaus Michel entwickelten Studienprojek burg-designshop – Vom Simulationsmodus zum Feldversuch (2005) entstand der bis heute bestehende burgshop des Designhaus Halle. Im Projekt Flying Kitchen – oder Imbiss, mobil … (2017, gemeinsam mit Klaus Michel, Ann-Kristin Büttner und Johanna Padge) entwickelten Ruben Lagies, Emilie Pohling und Tobias Rell den Entwurf „Roadshow“ – eine mobile Küche mit langer Tafel, konzipiert für den Verein „Kitchen on the run“. Aus dem Konzept gründete Lagies das Unternehmen LIVIN'ROLL, für das er 2018 die Ehrung „Kultur- und Kreativpilot Deutschland“ erhielt, vergeben im Namen der Bundesregierung.

Aus dem Studienprojekt Stadt. Raum. Wandel. (2017/18), gemeinsam mit Johanna Padge und Maike Fraas durchgeführt, entstand der Projektraum „Passage 13“ in Halle-Neustadt, der bis heute als soziokulturelles Zentrum aktiv ist. In seiner Masterabschlussarbeit konzipierte Ezra Dilger das Projekt Theater on Tour – ein mobiles Amphitheater aus Baugerüst und Siebdruckplatten, das im ländlichen Raum als Bühne und Ort für Begegnung diente. Das gemeinsam mit Kollektiv Plus X entwickelte Projekt wurde mit der Anerkennung vom Mia Seeger Preis 2022 der Mia-Seeger-Stiftung Stuttgart sowie dem Social Design Award der German Design Graduates Show 2022 ausgezeichnet, vergeben durch den Rat für Formgebung.

Teamarbeit und Weiterqualifizierung

Das Lehrgebiet Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung wurde von Englich kontinuierlich mit künstlerischen Mitarbeitenden gestaltet, die durch die gemeinsame Arbeit eine eigene designpädagogische Praxis entwickelten. Mehrere ehemalige Mitarbeitende übernahmen später Professuren oder akademische Leitungsfunktionen an anderen Hochschulen.

Dazu zählen unter anderem Mark Braun (Professor für Produktdesign an der HBKsaar), Maike Fraas (Professorin für Produktdesign an der HBKsaar, Prorektorin von 2021–2025) und Johanna Padge (Gastprofessorin an der Burg Giebichenstein und Verwalterin der Professur „Innovative Perspektiven des Designs“ an der HBK Braunschweig).

Auszeichnungen (Auswahl)

Publikationen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: Profil Guido Englich
  2. ↑ Studien bei Produktentwicklung Roericht In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  3. ↑ About – Guido Englich, Design-Projekte In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  4. ↑ MacReiseführer … 3, 2, 1 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  5. ↑ Deutsche Nationalbibliothek: Mac-Reiseführer. Grafik, Scannen, Typo und Layout in sechs erlebnisreichen Touren (Katalogdatensatz zur Erstausgabe, Rowohlt 1991). – Deutsche Nationalbibliothek: Mac-Reiseführer (Katalogdatensatz zur 2. Auflage, 13.–17. Tausend, Rowohlt 1993)
  6. ↑ Stiftung Buchkunst (Hrsg.): Die schönsten deutschen Bücher 1991. Frankfurt am Main 1992, S. 15, 63 (Katalogeintrag Nr. 23 mit Jurybegründung)
  7. ↑ Typografie- und Layoutsystem für Rowohlt Taschenbuchverlag In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  8. ↑ Guido Englich, Anna Wagner: Das verlegte Manuskript In: PAGE, Oktober 1992, S. 56–59
  9. ↑ Programmhefte Musik der Gegenwart, Sender Freies Berlin In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle – Programmhefte für die Konzertreihe Inselmusik In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  10. ↑ European Software Festival In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  11. ↑ Erstes European Software Festival. Vorträge, Workshops, Forum. (CHIP inside.) Vogel Verlag, Würzburg 1991. ISBN 3-8023-1146-9. S. 4: Impressum: „Gestaltung, Regie und Technik: Miho Baumm, Guido Englich, Bernhard Mayer, Anna Wagner.“
  12. ↑ European Software Festival. Programmheft. Konzept/Gestaltung: Maclab, Englich & Wagner
  13. ↑ Regie-Manual European Software Festival 91 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  14. ↑ Wilkhahn Versuchslabor für neue Arbeitskulturen In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  15. ↑ Englich + Wagner: Versuchslabor für neue Arbeitskulturen, Phase 2 – Prototypen-Entwicklung, Raum-Layout, Einrichtungs-Konzeption für die Arbeitsgruppe Marketing-Service bei Wilkhahn. Stand Januar 1992, S. 14. PDF
  16. ↑ Produkt-Kommunikation und Marketingmittel für Wilkhahn In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  17. ↑ Design Zentrum Nordrhein Westfalen / AGD / BDG / VGD: Urkunde „Auszeichnung – Deutscher Preis für Kommunikationsdesign 1995“. Essen / Braunschweig / Düsseldorf / Berlin, 20. Juli 1995
  18. ↑ Wilkhahn Corporate Design In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  19. ↑ Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  20. ↑ Stiftung Buchkunst: Urkunde „Auszeichnung 1998 – Wettbewerb der Stiftung Buchkunst ‚Die schönsten deutschen Bücher des Jahres 1998'“. Frankfurt am Main, Oktober 1999
  21. ↑ European Design Annual 4 (1999): Certificate of Excellence. Herausgegeben von Print Magazine (Howard Cadel) und RotoVision (Brian Morris). Ausgezeichnet: Englich + Wagner, Berlin
  22. ↑ Reinhard A. Müller: Die Wilkhahn-Bauten in Bad Münder. Fabrikarchitektur eines Möbelproduzenten im 20. Jahrhundert (Diss. Univ. Hannover 2023), Band 1, S. 266ff. DOI:10.15488/13340
  23. ↑ Burkhard Remmers / Rainer Schilling (Hrsg.): Wilkhahn. 100 years +. avedition, Ludwigsburg 2007/2008. ISBN 978-3-89986-094-8, S. 231: „Unter seiner Federführung entstanden unter anderem das ›Einrichtungs-Handbuch für Kommunikationsräume‹ und die Ausstellungsgrafik des EXPO-2000-Projekts.“ – Wilkhahn expo 2000 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  24. ↑ DIE ZEIT: Expo-Subunternehmen streben Klage an. Pressevorabmeldung, ZEIT Nr. 42/2000 v. 12. Oktober 2000: „Die Baumm AG gestaltete im Auftrag der Expo die Präsentation von 30 der sogenannten „Weltweiten Projekte“ im Global House der Ausstellung.“
  25. ↑ Ausstellung der deutschen Projekte im Haus der weltweiten Projekte expo 2000 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  26. ↑ Produkt-Prospekt »c-r-e-w.com«, Rosenthal Einrichtung. Presse-Information „Betriebssystem als Büroeinrichtung: »c-r-e-w.com« von Rosenthal“. Espelkamp, August 1999
  27. ↑ Thomas Kaup: Das mobile Büro In: ARCH+, Nr. 146, 1999, S. 96–107, hier S. 100
  28. ↑ crew.com – Büromöbel-Programm Konzeption der Marketingmittel In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  29. ↑ Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  30. ↑ Deutsche Nationalbibliothek: Planungshandbuch für Konferenz- und Kommunikationsräume: conference, excellence (Katalogdatensatz)
  31. ↑ Marlboro Designshop – Digitaler Katalog 1991 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  32. ↑ Expedition '92 – Aufbruch in neue Lernwelten, München, Germany, 1992 In: Unesco Digital Library
  33. ↑ expedition '92 – Aufbruch in neue Lernwelten In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  34. ↑ Wilkhahn (Hrsg.): Wilkhahn Compact Impressum. Bad Münder 2001. – Wilkhahn Compact 1.0 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  35. ↑ Wilkhahn (Hrsg.): Conrack Compact Impressum. Bad Münder 2001. – Conrack Compact In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  36. ↑ 3D Planungssoftware / Prototyp In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  37. ↑ Post & Beam – Systemdarstellung und interaktives Planungstool In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle – Post & Beam Steelcase (2002) Vimeo, ab 6:04 Min
  38. ↑ Dachausbau Büro In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  39. ↑ Projektraum für flexible Nutzung In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  40. ↑ x mal Team Office in Gera – x mal Team office In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  41. ↑ Interiordesign für SPM Technologies In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  42. ↑ Handbuch Einrichtungs-Standards für SPM Technologies In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  43. ↑ Sanierung und Erweiterung eines Wohnhauses – Tag der Architektur 2014 und 2015 In: Design etc., Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  44. ↑ Gestalterisches Entwicklungsprojekt Modulares Kleinhaus In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  45. ↑ 0,7 cbm Essentials – Minimal Shelter In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  46. ↑ Vimeo: concert cooking Montgomery, Seidel, 2021 – slow glow tear tier flow Montgomery, Beeman 2022 – Jazz in the Garden Stephan-Max Wirth Experience, 2025
  47. ↑ Vortrag zum Lehrgebiet „Strategische Produkt- und Konzeptentwicklung“ In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  48. ↑ Sara Burkhardt: Selbstversuche und leichte Küchen. Über Gestaltungsstrategien rund um Tisch- und Esskultur sowie das Lehren und Lernen von Designprozessen In: Kunst+Unterricht, Heft 404, 2016, S. 73–76
  49. ↑ 1, 2, 3 … leichte Küche – Personal Food Culture – 3 Gänge Menu – Food Culture Empowerment – Minimalistische Küchen – Urban Food Craft In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  50. ↑ open design – Start Up Start Now – Stadt Raum Wandel – The Big Re… In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  51. ↑ Zum Wetter … – Unerhörte Töne – My personal factory – Under Pressure In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  52. ↑ Short films about design In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  53. ↑ post exit In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  54. ↑ ID Neuwerk als Archiv und didaktisches Werkzeug In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  55. ↑ Design-Geschichte(n) aus dem Nick-Roericht-Archiv In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  56. ↑ Burg-Designshop, 2005 gings los In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle – Designhaus Halle: Burgshop
  57. ↑ Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: Ruben Lagies – Kultur und Kreativpilot Deutschland 2018. – Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung: LIVIN'ROLL
  58. ↑ Gründung Passage 13 In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle – Passage 13
  59. ↑ Theater on Tour In: id-neuwerk Archiv, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  60. ↑ Design Center Stuttgart: Mia Seeger Preis 2022 – Ergebnisse. – Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: Ezra Dilger erhält Auszeichnung der German Design Graduates Show 2022
  61. ↑ Kollektiv Plus X: Theater on tour
  62. ↑ Hochschule der Bildenden Künste Saar: Profil Prof. Mark Braun
  63. ↑ Hochschule der Bildenden Künste Saar: Profil Prof. Maike Fraas
  64. ↑ UVM group: Johanna Padge
  65. ↑ Stiftung Buchkunst: Urkunde „Auszeichnung 1994 – Wettbewerb der Stiftung Buchkunst ‚Die schönsten deutschen Bücher des Jahres 1994‘“. Frankfurt am Main, Oktober 1994
Personendaten
NAME Englich, Guido
KURZBESCHREIBUNG deutscher Industriedesigner, Kommunikationsdesigner, Autor und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 1961
GEBURTSORT Berlin