
Guillaume Dubufe (eigentlich Édouard Marie Guillaume Dubufe; * 16. Mai 1853 in Paris; † 25. Mai 1909 auf der Überfahrt von Barcelona nach Buenos Aires) war ein französischer Maler, Zeichner, Illustrator, Dekorationsmaler und Kunstschriftsteller. Er war Mitglied mehrerer Pariser Künstlervereinigungen und erhielt zahlreiche öffentliche Aufträge für Wand- und Deckengemälde.
Guillaume Dubufe wurde als Sohn des Malers Édouard Dubufe und dessen Frau Juliette, einer Tochter des Komponisten Pierre-Joseph-Guillaume Zimmermann, geboren. Sein Großvater war der Maler Claude Marie Dubufe. Dubufe erhielt seine erste Ausbildung bei seinem Vater. Ab etwa 1873 war er Schüler von Alexis-Joseph Mazerolle. Er pflegte Freundschaften mit dem Komponisten Charles Gounod, dem Maler Pierre Puvis de Chavannes und dem Maler Pierre-Victor Galland. 1875 heiratete Dubufe Cécile Woog; ein Porträt von ihr entstand 1881 (Öl, heute im Musée d’Orsay, Paris). Das Paar hatte fünf Kinder, die Dubufe 1890 in einem Aquarell mit Blick auf Capri darstellte. Seine Tochter Juliette (verheiratete Dubufe-Wehrlé) wurde ebenfalls Malerin. Dubufe debütierte 1877 im Pariser Salon unter anderem mit einem Tod des Adonis und einem weiblichen Akt (heute im Musée des Beaux-Arts de Rouen). Im selben Jahr erhielt er eine Medaille dritter Klasse. 1878 folgte eine Medaille zweiter Klasse für Sainte Cécile (heute im Musée d’art Roger-Quilliot in Clermont-Ferrand, vom Staat angekauft). Auf der Weltausstellung 1878 zeigte er einige Aquarellbildnisse. Bis 1889 stellte er jährlich im Salon der Société des Artistes français aus, vor allem dekorative Kompositionen und Porträts.

1889 erhielt er eine Goldmedaille und wurde zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt; 1900 wurde er zum Officier der Ehrenlegion befördert. Seit 1886 hielt er sich regelmäßig auf Capri auf und besaß dort eine Villa. 1904 reiste er in die USA, wo er für den französischen Pavillon auf der Weltausstellung in Saint Louis arbeitete. Dubufe war ab 1882 Mitglied und später mehrfach Berichterstatter des Comité de l’Association des artistes peintres, sculpteurs, architectes, graveurs et dessinateurs (Fondation Taylor). Ab 1883 gehörte er der Société des Artistes français an, ab 1884 der Société des Aquarellistes français, deren Präsident er später wurde, und ab 1885 der Société des Pastellistes français. 1890 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Société nationale des beaux-arts und war dort bis 1909 Schatzmeister. Außerdem gründete er die Société des Artistes décorateurs und war deren erster Präsident. Dubufe starb 1909 auf einer Schiffsreise von Barcelona nach Buenos Aires, wo er eine Ausstellung französischer Kunst organisieren sollte. Sein Grabmal auf dem Friedhof Père Lachaise schufen der Bildhauer Albert Bartholomé und der Architekt Jules Formigé.
Dubufe malte religiöse, mythologische, allegorische und symbolistische Sujets, daneben Genremotive und Porträts, darunter kleinformatige Arbeiten sowie einige großformatige Repräsentationsbildnisse. Kunsthistorisch wurden Bezüge zur italienischen Malerei des 15. Jahrhunderts (etwa zu Cima da Conegliano) und des 18. Jahrhunderts (etwa zu Giovanni Battista Tiepolo) festgestellt. Eine ältere Darstellung beschreibt seinen dekorativen Stil als Verbindung der monumentalen Linienführung Puvis de Chavannes’ mit der Formensprache des Rokoko. Aquarell und Pastell stehen in seinem Œuvre gleichrangig neben der Ölmalerei. Von Capri entstanden ab 1886 zahlreiche Ansichten in Aquarell und Pastell.
Zu den bekannten Einzelwerken zählen:
Ein Gemälde zu Ehren von Puvis de Chavannes zeigte er im Salon von 1899; der französische Staat erwarb es im Jahr 1902.

Guillaume Dubufe wurde vor allem als Dekorationsmaler mit öffentlichen und privaten Aufträgen während der Dritten Republik bekannt. In Paris schuf er unter anderem Deckengemälde im Foyer der Comédie-Française (1885; der Entwurf befindet sich im Musée d’Orsay), im Restaurant Le Train Bleu im Gare de Lyon (1902), in der Salle Huguier des Hôpital Broca (L’Annonciation, 1897), in der Bibliothek der Sorbonne (1896/97), im Salle des Fêtes des Élysée-Palasts (1894–1896) sowie in der Galerie de Lobau des Hôtel de Ville (1896–1908). Weitere Arbeiten entstanden für das Musée Henner, das Hôtel Gounod (1902) und das Hôtel Dufayel (1904). Außerhalb von Paris arbeitete er für das Theater in Rouen und den Cercle de l’Union française in Konstantinopel.
Für den französischen Pavillon der Weltausstellung in Saint Louis im Jahr 1904 schuf er die Deckenmalerei Les renommées mit den Teilen Apothéose de Hugo, Musset, Lamartine und Évocation de Berlioz et Gounod. Im Jahr 1906 erhielt er den Auftrag für die Ausmalung des Rathauses von Saint-Mandé, doch die Arbeiten daran wurden nach seinem Tod fortgesetzt. Ein 1887 erteilter Auftrag für die Opéra-Comique wurde nach dem Brand des Gebäudes annulliert.

Guillaume Dubufe illustrierte unter anderem:
Guillaume Dubufe verfasste kunstkritische Beiträge für die Nouvelle Revue und die Revue des deux mondes sowie Gelegenheitsdichtung. Als Buchveröffentlichungen erschienen:
Paris: 1877–1889 Salon; 1883 Exposition nationale des beaux-arts; ab 1884 Société des Aquarellistes français; ab 1889 Société des Pastellistes français; ab 1890 Société nationale des beaux-arts; Weltausstellungen 1889 und 1900; 1900 und 1902 Cercle de l’Union Artistique; 1904 und 1907 Société des Artistes Décorateurs, Berlin: Große Kunstausstellung 1893, 1895 und 1896, Wien: Künstlerhaus 1894, Lüttich: Exposition internationale 1905, München: Glaspalast, 1909.
Emile Friant malte 1905 ein Porträt Guillaume Dubufes (Musée d’Orsay). Eine umfassende Gedächtnisausstellung seiner Werke fand 1910 bei der Société nationale des beaux-arts in Paris statt; der zugehörige Katalog stammt von Armand Guérinet. Werke Dubufes befinden sich in französischen Museen, darunter in Amiens, Clermont-Ferrand, Lyon, Mülhausen, Paris, Poitiers, Rouen und Troyes.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dubufe, Guillaume |
| ALTERNATIVNAMEN | Dubufe, Édouard Marie Guillaume |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Maler, Zeichner, Illustrator, Dekorationsmaler und Kunstschriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 16. Mai 1853 |
| GEBURTSORT | Paris |
| STERBEDATUM | 25. Mai 1909 |