Hans Rudolf Fries

Hans Rudolf (Ruedi) Fries (* 7. April 1955 in Alberswil, Kanton Luzern, Schweiz) ist ein Tierzuchtwissenschaftler. Er war zuletzt Professor für Tierzucht am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der Technischen Universität München und trat im April 2021 in den Ruhestand.

Leben und Wirken

Fries wuchs auf einem kleinen Bauernhof mit Tierzucht und Spezialkulturen im Kanton Luzern (Schweiz) auf und studierte ab 1974 Agrarwissenschaften an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). 1978 legte er die Diplomprüfung zum „Dipl. Ing.-Agr. ETH“ ab und promovierte hier 1982 bei Prof. Gerald Stranzinger mit einem Thema zur Zytogenetik der Nutztiere zum Dr. sc. techn. Es folgten ein einjähriger Studienaufenthalt als Postdoktorand am U.S. Meat Animal Research Center in Nebraska, USA, und zwei weitere Jahre an der Yale University, Connecticut, USA, in der Arbeitsgruppe von Frank Ruddle, einem Pionier der Genkartierung und der Genomik. Fries kehrte an die ETH zurück und habilitierte sich hier 1993 im Fach Züchtungsbiologie. 1995 erfolgte seine Berufung auf die C4-Professor des Lehrstuhls für Tierzucht mit dem Versuchsgut Thalhausen in Nachfolge von Franz Pirchner am Standort Weihenstephan der TU München.

Fries befasste sich in den 26 Jahren seines dortigen Wirkens mit einigen neuen Themen:

Veröffentlichungen

Ehrenämter und Mitgliedschaften

Ehrungen

Würdigung durch G. Thaller anlässlich der Verleihung der HvNM

Fries ist ein hoch anerkannter Tierzuchtwissenschaftler, dessen Forschungen auf dem Gebiet der Molekulargenetik und der Genomik der Nutztierwissenschaften immer neue Wege wiesen. Er setzte auf diesem Gebiet in Deutschland neue Maßstäbe, verlor trotz seiner Grundlagenforschung niemals den Blick auf die landwirtschaftliche Praxis und schlug dazu nützliche Selektionsverfahren vor. Er veröffentlichte über 400 wiss. Publikationen oder hielt darüber Vorträge. Darunter waren mehr als 200 Originalarbeiten in angesehenen wissenschaftlichen Journalen, aus denen er 17364-mal (h-Index 63, Stand 15. Juni 2023) zitiert wurde. Als Hochschullehrer und bei der Betreuung von Doktoranden und Habilitanden war ihm die Vermittlung kritischen Denkens besonders wichtig. Er hat den Umbau seiner Fakultät zum neuen Wissenschaftszentrum in Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt mitgestaltet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans-Rudolf Fries auf der Seite der Technischen Universität München
  2. ↑ HvN-Medaille der DGfZ für Hans-Rudolf Fries
  3. ↑ Zitierungen in Google Scholar (Stand 5. März 2022)
  4. ↑ Verleihung der Hermann-von-Nathusius-Medaille an Herrn Prof. Dr. Hans Rudolf Fries, Freising
Personendaten
NAME Fries, Hans Rudolf
ALTERNATIVNAMEN Fries, Hans Ruedi
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Tierzüchter und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 7. April 1955
GEBURTSORT Alberswil