Hans Zoschke

Gedenkstein an der ehemaligen Hans-Zoschke-Schule
Gedenkstätte der Sozialisten, Porphyr-Gedenktafel an der Ringmauer mit Urnensammelgrab
Gedenktafel am Stadioneingang Normannenstraße 28
Stolperstein in Berlin-Friedrichshain

Johannes „Hans“ Zoschke (* 28. Januar 1910 in Landsberg an der Warthe; † 24. Oktober 1944 in Brandenburg-Görden) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Hans Zoschke wuchs in Lichtenberg bei seinen Großeltern auf und spielte beim dortigen Sportclub Empor Fußball, wo er Werner Seelenbinder, Fritz Riedel sowie andere Arbeitersportler kennenlernte. Nach dem Schulbesuch schlug er sich als ungelernter Arbeiter durch, da für eine Ausbildung kein Geld vorhanden war. Seit seinem 17. Lebensjahr verdiente Zoschke sein Einkommen als Seemann (Trimmer, Heizer, Matrose). Von 1931 bis 1936 war er arbeitslos.

Nach 1933 beteiligte sich Zoschke aktiv am Kampf gegen den Nationalsozialismus und schloss sich, ohne Mitglied in einer kommunistischen Vereinigung zu sein, einer von Beppo Römer geführten Widerstandsgruppe an, die sich später mit der Organisation um Robert Uhrig vereinte. Er nahm an marxistischen Schulungen teil, verbreitete illegale antifaschistische Literatur, klebte Antikriegsplakate im Lichtenberger Kiez und verbarg 1941 Alfred Kowalke in seiner Wohnung.

Im Februar 1942 wurde Zoschke verhaftet, am 5. September 1944 vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler mit fünf Mitangeklagten zum Tode verurteilt (darunter Erich Lodemann, Otto Schmirgal, Werner Seelenbinder und Walter Siemund) und am 24. Oktober im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Nach der Hinrichtung wurde sein Leichnam im Krematorium Brandenburg verbrannt. Im Jahr 1946 wurden zahlreiche Urnen mit der Asche von in der Zeit des Nationalsozialismus hingerichteten Widerstandskämpfern aus den damaligen Berliner Bezirken Lichtenberg, Kreuzberg und Prenzlauer Berg auf den Zentralfriedhof Friedrichsfelde überführt, von denen besonders viele im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet worden waren. Ihre sterblichen Überreste fanden schließlich in der 1951 eingeweihten Gedenkstätte der Sozialisten (Urnensammelgrab bei der großen Porphyr-Gedenktafel auf der rechten Seite der Ringmauer) ihren endgültigen Platz. Neben Hans Zoschke erhielten auf diese Weise auch viele andere Widerstandskämpfer eine würdige Grabstätte und einen Gedenkort.

Hans Zoschke war verheiratet mit Elfriede „Friedel“ Zoschke und hatte eine Tochter. Während seiner Haftzeit verfasste er u. a. auch Gedichte, die er aus dem Gefängnis herausschmuggeln konnte.

Ehrungen

Literatur

Commons: Johannes Zoschke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Eintrag Nr. 1505 im Einäscherungbuch des Zuchthauses Brandenburg-Görden; Faksimile der entsprechenden Seite ist abgedruckt z. B. im Bildteil von: Walter Radetz: Der Stärkere — Das Leben des Arbeitersportlers Werner Seelenbinder. 4. Auflage. Sportverlag, Berlin (DDR) 1982.
  2. ↑ Gedenktage 2010, auf sozialistenfriedhof.de, abgerufen am 22. Januar 2023
  3. ↑ Joachim Hoffmann: Berlin-Friedrichsfelde. Ein deutscher Nationalfriedhof. Das Neue Berlin, Berlin 2001, ISBN 3-360-00959-2, S. 168.
  4. ↑ Hans-Rainer Sandvoß: Widerstand in Lichtenberg und Friedrichshain. Hrsg. von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand 1998. Seite 162.
  5. ↑ Der Winkel war Bestandteil des Organisationssymbols der im Februar 1947 gegründeten VVN bzw. ab 1953 des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR. Das Logo kennzeichnete den Herausgeber der Gedenktafel.
  6. ↑ Inaugenscheinnahme im Januar 2011
Personendaten
NAME Zoschke, Hans
ALTERNATIVNAMEN Zoschke, Johannes (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
GEBURTSDATUM 28. Januar 1910
GEBURTSORT Landsberg an der Warthe
STERBEDATUM 24. Oktober 1944
STERBEORT Zuchthaus Brandenburg