Haro

Gemeinde Haro
Wappen Karte von Spanien
Haro (Spanien)
Haro (Spanien)
Basisdaten
Land: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: La Rioja La Rioja
Provinz: La Rioja
Comarca: Haro
Gerichtsbezirk: Haro
Koordinaten: 42° 34′ N, 2° 51′ WKoordinaten: 42° 34′ N, 2° 51′ W
Höhe: 478 msnm
Fläche: 40,64 km²
Einwohner:12.167 (Stand: 2025)
Bevölkerungsdichte:299 Einw./km²
Postleitzahl(en): 26200
Gemeindenummer (INE): 26071 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeisterin: Laura Rivado
Website: www.haro.org
Lage des Ortes
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Haro ist eine 12.167 Einwohner (Stand: 2025) zählende Kleinstadt und eine Gemeinde (municipio) in der nordspanischen Autonomen Region La Rioja. Die Gemeinde gehört zum Weinbaugebiet der Rioja Alta.

Lage und Klima

Haro liegt im Nordwesten der spanischen Autonomieregion La Rioja nahe der Einmündung des Flusses Tirón in den Ebro ca. 25 km (Fahrtstrecke) südöstlich von Miranda de Ebro in einer Höhe von ca. 480 m. Die nächstgelegenen Großstädte sind Vitoria-Gasteiz (ca. 49 km nordöstlich) und Logroño (ca. 47 km südöstlich). Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 645 mm/Jahr) fällt – mit Ausnahme der Sommermonate – übers Jahr verteilt.

Geschichte

Plaza Mayor

Die Besiedlung der Anhöhe von Haro dürfte bis in die Zeit des keltiberischen Volksstammes der Beronen zurückreichen. Römische Funde wurden nicht gemacht, doch wird der Ortsname Castrum Bilibium mit Haro in Verbindung gebracht. Um das Jahr 1093 belehnte König Alfons VI. von León und Kastilien seinen getreuen Mitstreiter Diego López mit der Grundherrschaft (señorio) über den strategisch bedeutsamen Ort und sein Umland. Seinen Nachfolgern gelang es, ihre Macht über ein immer größer werdendes Gebiet auszudehnen. Im Jahr 1430 ernannte König Johann II. von Kastilien zum Dank für geleistete Dienste gegen Johann II. von Aragón Don Pedro Fernández de Velasco zum Grafen von Haro.

Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Nach der Abschaffung aller Grundherrschaften in den Jahren 1811 und 1820 gehörte das Gebiet zur kastilischen Provinz Burgos und kam erst im Jahr 1833 zur neugeschaffenen Provinz Logroño, aus welcher im Jahr 1982 die Region La Rioja hervorging.

Im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) machten kurz nach Beginn des Putschs durch die nationalistischen Truppen laut einem Bericht des neu eingesetzten Bürgermeisters 40 Mitglieder der Guardia Civil, etwa 60 Requetés und mehrere Falangisten Jagd auf Unterstützer der politischen Linken und der Zweiten Republik. Einen anarchistischen Gewerkschafter, den sie im Volkshaus auffanden, erschossen sie vor den Augen seiner Tochter auf offener Straße.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr18571900195020002019
Einwohner6.5947.9148.6219.24111.408

Das stetige Bevölkerungswachstum der Stadt resultiert hauptsächlich durch Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten der Region.

Wirtschaft

In früheren Jahrhunderten lebten viele Einwohner der Stadt direkt oder indirekt (als Handwerker und Gewerbetreibende) von der in der Umgebung betriebenen Landwirtschaft. Der seit den Zeiten der Römer betriebene Weinbau gewann vor allem im 19. Jahrhundert an Bedeutung, als sich französische Weinbauern in der Stadt niederließen, um dort Wein nach französischem Vorbild zu produzieren. Die Industrialisierung der Stadt begann mit dem Bau der Eisenbahnlinie durch das Ebrotal, wobei die Industriebetriebe hauptsächlich im Bahnhofsviertel entstanden, wo sich bis heute historische Betriebe erhalten haben. Das ehemalige Gewerbegebiet ist heutzutage nur noch von touristischer Bedeutung.

Die beiden neuen Gewerbegebiete Entrecarreteras und Fuente Ciega, in denen heute die meisten Betriebe angesiedelt sind, entstanden außerhalb der Stadt. Von besonderer Bedeutung sind neben der Lebensmittelindustrie die Textil- und Schuhproduktion; ferner gibt es Chemiebetriebe und Holzverarbeitung.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Platereskes Portal der Kirche Santo Tomás
Ex-Convento San Agustín

Bodegas

Weinfässer der Bodegas von Haro

Viele der Bodegas in Haro sind bekannt für ihre exzellenten Rotweine. Die wichtigsten sind:

Batalla del Vino

Traditionen

Jedes Jahr findet am 29. Juni die sogenannte „Weinschlacht“ (spanisch Batalla del Vino) statt. Früh morgens begeben sich die weiß gekleideten Teilnehmer auf einen Hügel in der Nähe, wo sie sich gegenseitig mit Rotwein bespritzen. Im Anschluss findet ein gemeinschaftliches Essen statt. Der Ursprung der Weinschlacht ist auf einen alten Streit mit dem benachbarten Miranda de Ebro um den Besitz einiger Hügel zurückzuführen, die sich genau zwischen beiden Orten befinden.

Töchter und Söhne der Gemeinde

Commons: Haro (La Rioja) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
  2. ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
  3. ↑ Instituto Nacional de Estadística Municipal Register of Spain
  4. ↑ Haro – Klimatabellen
  5. ↑ El municipio: Historia. Ayuntamiento de Haro, abgerufen am 21. April 2026.
  6. ↑ Till Kössler: Franco. Der ewige Faschist. Eine Biografie (= Thomas Schlemmer, Andreas Wirsching, Hans Woller [Hrsg.]: Diktatoren des 20. Jahrhunderts). Verlag C. H. Beck, München 2025, ISBN 978-3-406-83706-7, S. 154.
  7. ↑ Haro – Bevölkerungsentwicklung
  8. ↑ Haro – Iglesia Santo Tomás
  9. ↑ Haro – Basílica de Nuestra Señora de la Vega