Heblos Stadt Lauterbach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 39′ N, 9° 22′ O |
| Höhe: | 331 m ü. NHN |
| Fläche: | 3,41 km² |
| Einwohner: | 344 (31. Dez. 2016) |
| Bevölkerungsdichte: | 101 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 |
| Postleitzahl: | 36341 |
Heblos ist ein Dorf in Oberhessen mit ca. 350 Einwohnern und Ortsteil der Kreisstadt Lauterbach des mittelhessischen Vogelsbergkreises.
Der Name erscheint erstmals als Gewässername Ebenoldes in dem fuldischen Kopiar, dem Codex Eberhardi. Das Kopiar wurde um 1160 verfasst und enthält zumeist undatierte Angaben zu Übertragungen an das Kloster. Die Ersterwähnung ist in einer Gebietsbeschreibung erhalten geblieben: „... inde ad superiorem Luterenbach. Inde in rivum Ebenoldes. Inde ad locum qui dicitur Hohenwarta ...“ (darauf in den oberen Lauterbach, darauf in den Fluss Heblos, darauf an den Ort, der Hohenwarta genannt wird.)
In einem Kopiar aus der Zeit um 1800 findet sich eine Urkunde, datiert auf 1341, die Heblos als dem Gericht zu Lauterbach zugehörig bezeichnet und die Siedlungsform als Dorf bezeichnet: „... dyse dorff horen tzu dem gerichte (Lauterbach); Rymundes, Hebenoldes.“ Damals war das Dorf im Besitz der Riedesel zu Eisenbach. Eine Urkunde im Alsfelder Stadtarchiv aus dem Jahr 1489 gibt den Ortsnamen Heboltze an. Schließlich findet sich in einem weiteren Kopiar aus der Zeit um 1850 der Ortsname „Hebles“, der auf die Zeit um 1600 datiert wird.
Der Ortsname hat sich abgeleitet von dem Rufnamen Hebinholt und einem zweiten Wortstamm, der sich auf Wald bezieht. Demnach ist hier ursprünglich der Wald des Hebinolt gemeint, der die Siedlung benennt.
Im Jahr 1711 wurde in Heblos eine kleine Fachwerkkirche gebaut, wie man sie in manchem Vogelsbergdorf findet.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Mainzlar:
„Heblos (L. Bez. Lauterbach) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg 1⁄2 St. von Lauterbach und gehört dem Freiherrn von Riedesel, hat 31 Häuser und 211 evangelische Einwohner, so wie eine Mahlmühle. – Heblos wird gelegenheitlich der Einweihung der Kirche zu Schlitz, den 11. September 812, unter dem Namen Ebenoldes genannt, und wurde dieser Kirche zugetheilt.“
1806 wurde der Ort hessisch. 1856 zählte der Ort um die 240 Einwohner, 1910 waren es 267 evangelische Bürger. Der Gemarkung fehlte, so heißt es in einer Aufstellung aus dem Jahre 1856, der Wald. Es gab kleine und mittlere Brauereien und „wohlhabende Landwirte“. Es wurden Viehzucht, Milcherei und Fruchtbau betrieben, wobei Hülsenfrüchte eine wichtige Rolle für die Ernährung spielten. Nicht ohne Grund nannte der Volksmund die Hebloser Landwirte wohl „Linsenbauern“. Am Brennerwasser stand eine Mühle. Viele Jahrzehnte gehörte Rimlos zu Heblos, ehe es nach dem Zweiten Weltkrieg selbstständig wurde.
Beide Dörfer hatten 1948 zusammen 490 Einwohner. Neben einigen größeren Bauernhöfen wies das Dorf zwei Schreinereien und einen Maurerbetrieb auf. Heblos und Rimlos gehörten zum Kirchspiel Lauterbach. 1890 entstand ein Schulhaus, in dem 1910 fünfzig Kinder einklassig unterrichtet wurden.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Heblos zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Lauterbach eingegliedert. Für Heblos, wie für die übrigen durch die Gebietsreform in die Stadt Lauterbach eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Heblos angehört(e):
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heblos 363 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 87 zwischen 50 und 64 und 78 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 156 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 54 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 102 Haushaltungen lebten keine Senioren.
| • 1795: | 174 Einwohner |
| • 1800: | 174 Einwohner |
| • 1806: | 194 Einwohner, 28 Häuser |
| • 1829: | 211 Einwohner, 31 Häuser |
| • 1867: | 249 Einwohner, 37 Häuser |
| Heblos: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1785 | 174 | |||
| 1800 | 174 | |||
| 1806 | 194 | |||
| 1829 | 211 | |||
| 1834 | 234 | |||
| 1840 | 237 | |||
| 1846 | 247 | |||
| 1852 | 240 | |||
| 1858 | 236 | |||
| 1864 | 240 | |||
| 1871 | 256 | |||
| 1875 | 260 | |||
| 1885 | 261 | |||
| 1895 | 266 | |||
| 1905 | 260 | |||
| 1910 | 277 | |||
| 1925 | 265 | |||
| 1939 | 293 | |||
| 1946 | 396 | |||
| 1950 | 386 | |||
| 1956 | 338 | |||
| 1961 | 349 | |||
| 1967 | 328 | |||
| 1970 | 317 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2003 | 388 | |||
| 2005 | 369 | |||
| 2010 | 364 | |||
| 2011 | 363 | |||
| 2015 | 343 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: ; Zensus 2011 | ||||
| • 1830: | 211 evangelische (= 100 %) Einwohner |
| • 1961: | 291 evangelische (= 83,38 %), 55 katholische (= 15,76 %) Einwohner |
Ortsvorsteher war in der Zeit von 2021 bis 2026 Bernd Höhl (Stand:Juni 2022). Seit der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates vom 4. Mai 2026 ist der Ortsvorsteher für den Zeitraum 2026 bis 2031 Rainer Bock.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Heblos
Es gibt ein Dorfgemeinschaftshaus mit Fußball- bzw. Baseballplatz.
Durch den Ort verlaufen die Landesstraße L 3161 und die Kreisstraße K 117. Südlich von Heblos verläuft die Bahnstrecke Gießen–Fulda.
Anmerkungen
Einzelnachweise