Otto Heinrich „Heinz“ Stratz (Pseudonym: H.G. Anders; * 18. Märzjul. / 30. März 1897greg. in Lodz, Kongresspolen; † 23. Juni 1941 gefallen bei Murmansk) war ein deutscher Schriftsteller und literarischer Übersetzer.
Stratz entstammte einer russlanddeutschen Familie aus Odessa. Sein Onkel war der Romancier Rudolph Stratz (1864–1936). Aus einer frühen Korrespondenz zwischen Heinz und dem Juristen und Schriftsteller Hermann Beuttenmüller 1928/29 ergeben sich wesentliche biographische Angaben; so fragte er: „Ob die Geschichten auf Heidelberg beschränkt sein sollen? Heidelberg, die Heimatstadt meines Vaters, kenne ich zwar ganz gut, würde auch evtl. ein Thema unter den persönlichen Erinnerungen meines Vaters finden; aber könnte ich als Schauplatz Moskau wählen, wo ich selbst aufgewachsen bin“?
Sein Vater, Friedrich Stratz (* 2. Januar 1860 in Odessa; † 18. August 1920 in (Kremmen-) Sommerfeld, bei Berlin), war bis Kriegsausbruch 1914 als Kaufmann in Moskau tätig, wo Heinz das dortige Peter-Pauls Gymnasium besuchte, und das er, wie auch die anderen Reichsdeutschen, verlassen musste. Nach Verhaftungen wurde er im März 1915 in das Gouvernement Ufa interniert. Von dort gelang es ihm nach dem Waffenstillstand 1917 über Moskau bis nach Wilna zu den dortigen deutschen Truppen zu gelangen. Seit 5. April 1918 zunächst bei einem Artillerie-Regiment in Breslau, wenig später zur Dolmetscherschule in Berlin versetzt, kam er vom 29. Mai 1918 bis zum 17. Januar 1919 als Dolmetscher bei der Heeresgruppe Eichhorn in Kiew zum Einsatz. Nach Abzug der deutschen Truppen verblieb er dort bei der Abwicklungsstelle „Theater und Filmpropaganda“ (Deutsche Gesandtschaft: Deutsches Künstlerheim). Am 29. Juli 1919 wurde er, wie auch sein Vater, verhaftet und erst am 28. Oktober 1919 entlassen (zusammen mit George Kleinow und Karl Brendel von der Wirtschaftsabteilung Heeresgruppe Kiew) im Austausch für den in Berlin verhafteten Kommunisten Karl Radek. Über seine Haftzeit schrieb er unmittelbar nach Rückkehr in Berlin den erschütternden Bericht „Drei Monate als Geisel für Radek“.
Nach seiner Rückkehr arbeitete er in Berlin als Journalist und Übersetzer (Russisch, Englisch), zeitweilig als Mitarbeiter der A.B.C (Anti-Bolschewistische-Correspondenz); er schrieb für Stummfilme die Titelübersetzungen, später zahlreiche, vielfach wohl noch unbekannte, Feuilletonbeiträge für Zeitungen und Magazine, auch mehrere Romane. Besonders erwähnenswert sind die von ihm überarbeiteten Neuauflagen von zwei Büchern (1940 und 1942) seines Onkels Rudolph († 1936). Seit dem 1. November 1920 war Stratz Mitglied des „Schutzverbandes deutscher Schriftsteller“, später „Reichsverband deutscher Schriftsteller“, zuletzt der „Reichsschrifttumskammer“ seit 30. April 1936. und seit dem 1. Oktober 1940 Mitglied der NSDAP.
Im Zweiten Weltkrieg kam er seit dem 24. September 1940 zur 2. Gebirgsdivision (Innsbruck), wurde dort am 1. April 1941 wegen seiner Sprach- und Landeskenntnisse Sonderführer (G) und fiel bereits kurz danach am 23. Juli 1941 bei einem Fliegerangriff vor Murmansk; am 28. August 1941 erfolgte seine Umbettung auf den Soldatenfriedhof Parkkina-Petschenga (Russland).
Heinz Stratz war ledig und wohnte bis zu seinem Tode in Berlin-Zehlendorf.
Erste Übersicht bei: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 44. Jahrgang, 1928, Sp. 1145.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stratz, Heinz |
| ALTERNATIVNAMEN | Stratz, Otto Heinrich (vollständiger Name); Anders, H.G. (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und literarischer Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 30. März 1897 |
| GEBURTSORT | Lodz, Kongresspolen |
| STERBEDATUM | 23. Juni 1941 |
| STERBEORT | bei Murmansk |