Heinz Weld (* 25. August 1943 in Lilienfeld, Niederösterreich; † 17. Januar 2024 in München) war ein österreichischer Bildhauer und Maler. Er lebte und arbeitete seit 1961 in München.

Heinz Weld wuchs in Lilienfeld im Elternhaus mit großem Garten auf, umgeben von schönster Natur. In der Natur werken und bauen, Skifahren sowie Musik gehörten dazu. Für ihn blieb Naturerleben immer eine Quelle der Inspiration, auch für sein späteres künstlerisches Schaffen. Schon früh zeigte er eine Vorliebe und Begabung für Zeichnen und Werken. Sein Interesse an Bildhauerei wurde in der Zisterzienser-Stiftskirche in Lilienfeld geweckt, beim Betrachten der mittelalterlichen Pfeiler mit ihren Kapitellen und den barocken Skulpturen, was er mehrmals betonte.
Als schmerzhaften Einschnitt erlebte Heinz Weld die Jahre im Schulinternat in Wien, strenge Regeln und die mächtige städtische Architektur wirkten bedrückend auf ihn. Ende der 1950er Jahre begann er eine Ausbildung an der Bundesfachhochschule für Holz-Stein-Metallverarbeitung in Hallein, die er 1961 abschloss. Weld verfolgte zielstrebig seinen eigenen Weg, der ihn nach München an die Akademie der Bildenden Künste führte. 1961 wurde er in die Bildhauerklasse von Josef Henselmann aufgenommen und beendete das Studium 1967 als Meisterschüler mit Diplom. Die Jahre an der Akademie waren von Studienreisen nach Griechenland, Italien, Paris und London geprägt, zusammen mit seinen Studienfreunden Aldo Canins, Gilbert Prousch und Alrun Prünster. Heinz Welds Skizzenbücher zeugen von intensiven Studien nach Skulpturen großer Meister. Michelangelo war eines seiner bewunderten Vorbilder. Zusammen mit Gilbert Prousch und Alrun Prünster erwog er einen Wechsel an die Kunstakademie nach London, entschied sich aber dafür, in München zu bleiben, um sich vor Ort mit den drängenden Themen der 1960er Jahre auseinanderzusetzen.
Studienreisen blieben für Heinz Weld weiter Quell von Inspiration. Wichtig wurden Arbeitsaufenthalte in Schweden und Dänemark (1976–1979) am Bauhaus Situationiste in Drakabygget sowie in Kopenhagen und im KunstCentret Silkeborg, zusammen mit dem Kollektiv Herzogstrasse, und 2003 mit den „Bildseglern – Armin Saub und Heinz Weld“ wieder in Silkeborg. Neben mehreren Frankreich- und Italienreisen prägte ein Gastaufenthalt bei der Malerin Alrun Prünster-Soares, ihrem Mann Carlos Soares-Pinto und der Familie in Rio de Janeiro 1986 sichtbar Themen und Farbigkeit. Die Copacabana, der Eros, die üppige farbige Vegetation mit exotischen Vögeln fanden Ausdruck in einer Mischung aus gegenstandsnahen und abstrahierenden Werken von Heinz Weld.

Seit 1968 arbeitete Heinz Weld als freischaffender Künstler in München. Nach Abschluss seines Studiums bezog er ein Atelier in der Türkenstr. 61, 2. Hinterhof, Souterrain. Zwei Bildhauerateliers und eine Polsterwerkstatt im ruhigen Hof, eine ideale Situation. Heinz Weld konnte hier bis zu seinem Lebensende zu einer sehr günstigen Miete arbeiten. Es entstanden zum Teil große Skulpturen aus Holz und aus Lochblech und Draht.
1968 solidarisierte sich Heinz Weld im Rahmen einer Abordnung kritischer Kunststudenten der Münchner Akademie mit Carl Nissen, Alrun Prünster und Helmut Sturm in Venedig für die Schließung der Biennale. Zusammen mit vielen anderen Künstlern, darunter Jørgen Nash, Luigi Nono und Emilio Vedova, wendete sich ihr Protest gegen eine elitäre Handhabung der Biennale.
1969 wurde Heinz Weld Mitbegründer des Kinderforums der Galerie Van de Loo in München. Die Galerie unterstützte Künstler bei ihrem Wunsch nach einer innovativen Kunstpädagogik. Es ging ihnen darum, die Trennung zwischen Kunst und Leben aufzuheben und die jeweils eigene Kreativität von Kindern und Jugendlichen zu entdecken und zu unterstützen. Für Heinz Weld entwickelte sich diese Idee zu einem großen Anliegen. Er trug wesentlich zur Gründung und Entwicklung des Kinderforums bei und war fast bis zum Ende seines Lebens dort tätig, zeitweilig als stellvertretender Vorsitzender.
„Die Basis unserer Arbeit im Kinderforum ist die Lust, etwas aus freiem Willen zu machen. Dies ist der Weg, um an die in den Kindern schlummernden Potentiale heranzukommen – die Kinder sozusagen aus sich selbst herauszulocken: die Wünsche, Ängste, Talente, Zwänge, Freuden und den Willen, sich die Welt anzueignen. Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, die Kinder eigene Erfahrungen machen zu lassen, mit diesen umgehen zu lernen, um damit zu einem selbstverantwortlichen Handeln zu gelangen.“
Nebenbei arbeitete Weld ein paar Jahre bei dem Bildhauerkollegen Otto Schafarschik als freier Mitarbeiter und vervollkommnete seine Fähigkeiten im Schweißen und Löten. Schafarschik war spezialisiert auf Schmiedeeisen. In Zusammenarbeit mit einem Architekten und Glasbläsern entwarf und fertigte er Eisenskulpturen, Lampen, Kerzenleuchter und weitere Einrichtungsgegenstände. Seit dieser Zeit schuf Weld, auch als Auftragsarbeit, meist für seinen Freundes- und Bekanntenkreis, geschmiedete Objekte und Möbel aus Holz.
Heinz Weld war ein experimentell arbeitender Künstler mit großem handwerklichem Geschick. Er erprobte unterschiedlichste Materialien und Techniken, oft bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Damit bespielte er viele Bereiche der bildenden Kunst, von Arbeiten auf Papier über Skulpturen und Reliefs, Gemälde und Collagen bis zu raumgreifenden Installationen. Im Schaffensprozess entstanden auch Werke, die sich nicht einer „klassischen“ Kunstgattung zuordnen lassen. Stilistisch war Heinz Weld von der expressiven Kunst der Münchner Künstlergruppen SPUR, Wir und Geflecht inspiriert, vor allem von deren gestisch-abstrakten Werken, darüber hinaus, wie er selbst immer wieder hervorhob, vom abstrakten Expressionismus der Amerikaner.
Für sein ganzes Werk war zudem der Bezug zur barocken Kunst wichtig, insbesondere zur Heiterkeit des bayerischen Rokoko.
Weld begann seine künstlerische Tätigkeit in den 1960er Jahren mit bildhauerischen Arbeiten aus Holz, Stein, Bronze und Eisen. In den frühen 1970er Jahren entstanden viele Skulpturen und Reliefs, die Eisenformen mit gestanztem Lochblech verbinden.

„Die gestanzte Positiv-Negativ-Struktur dieses Materials entspricht durch seine Eigenschaften, Transparenz und Stabilität, den bildnerischen Intentionen des Künstlers. Seine Grundvorstellung ist es, den monolithischen Herrschaftsanspruch einer geschlossenen Form, die ausschließlich auf Raumverdrängung basiert, aufzubrechen, um komplexeren Beziehungen Raum zu schaffen. Positiv- und Negativraum wird gleich wichtig. Das ungestaltete Innere einer Plastik wird gestaltet.“
Ab Mitte der 1970er Jahre nahmen Skulpturen und Reliefs aus farbig bemaltem Holz, meist aus Holzabfällen und Möbelresten gefertigt, eine zentrale Stellung im Werk von Heinz Weld ein. 1976 entdeckte er mit seinem Eintritt in das Kollektiv Herzogstrasse die Malerei für sich, in der Gruppenarbeit und mit eigenen Werken. Vielfältige stilistische Anregungen der gemeinsamen künstlerischen Arbeit, die mit der offiziellen Auflösung des Kollektivs Herzogstrasse 1982 teilweise ihren Abschluss fand, wurden von Heinz Weld im Laufe der 1980er Jahre eigenständig weiterentwickelt.

Die Reliefs und Skulpturen von Heinz Weld entstanden aus einem Zusammenfügen von Fundstücken, von der Gesellschaft zum Wegwerfen bestimmt und von ihm künstlerisch transformiert. Meist waren es Teile von Sperrmüll-Möbeln, dazu Holzlatten und Holzstäbe, Verschnitt von Sperrholzplatten und ähnlichem. In seinen Werken verbindet Weld zierlich-fragile und große, kräftige Formen zu einem dynamischen Ganzen. Tektonische Elemente verschmelzen mit biomorphen und anthropomorphen Formen. Welds handwerkliches Können und sein ausgeprägtes räumliches Empfinden führen zur Konstruktion komplexer dreidimensionaler Gebilde, die durch ihre farbige Bemalung gesteigert und teils auch konterkariert wird, mit oft witzigen figurativen Assoziationen und erotischen Elementen.
„Eines der eindrucksvollsten Material-Bilder […]: die plastischen Teile, farblich angepasst, scheinen sich aus der Bildfläche herauszulösen, ein Strudel von Material rotiert auf den Betrachter zu. Das ist ein lustvoll-bizarrer Super-Wohlstandsmüll-Barock. Wer bei der Kunst das Spielerisch-Ironische liebt, der kann sich Welds Vitalität nicht entziehen.“

Ab den 1990er Jahren entstanden vermehrt kleinere Skulpturen, oft mit sphärisch rotierenden, weit in den Raum greifenden Formen, vom Künstler auf Stelen-förmigen Sockeln präsentiert. Die fast monochrome Farbgebung, bevorzugt ein kräftiges Ultramarinblau, teils aber auch eine bewusste Holzsichtigkeit, führen die Formenvielfalt zu einem zeichenhaft Ganzen zusammen. In diese abstrakte Erkundung des Raumes fügte Weld manchmal geschnitzte Figuren ein, als erzählerisches Element, witzig bis nachdenklich, das beim genauen Hinsehen überraschend auftaucht.

In seinem malerischen Werk führte Heinz Weld die dynamischen Formverflechtungen seiner bildhauerischen Arbeiten konsequent ins Zweidimensionale hinein und verband sie mit einer strahlenden Farbpalette. Mit kräftigen dunklen Linien betonte er wiederum den Reliefcharakter, das Körperhafte seiner Malerei. Sein bildhauerisches und sein malerisches Werk formen eine facettenreiche Einheit. Bei der Präsentation seiner Werke war es Heinz Weld deshalb seit den 1980er Jahren ein Anliegen, Skulpturen, Reliefs und Gemälde miteinander zu zeigen, sie interagieren zu lassen. Mit diesem Fluktuieren vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale wollte er Grenzen sprengen und die Kunst als energiegeladenes Ganzes erlebbar machen. Das führte ihn ab 1983 zusammen mit Künstlerkollegen auch zu den „Bildsegler“-Installationen im öffentlichen Raum.
„Warum, oder woher haben wir das Gefühl, dass Bilder erfinden natürlich und lebensnotwendig sei? Vielleicht ist es der Wunsch unzählige Leben zu leben, nicht nur das einer Kunstauffassung, die sich ausschließlich selbst leben möchte. Bilder, nicht für die Archive, sondern für Augen, die ihre Geschichte suchen, Begeisterung für nie Gesehenes und das Gespräch, wenn sie unserer widersprüchlichen Wirklichkeit ins Gesicht sehen. Antwort und Frage in einer militant drohenden Welt.“
Mit Heimrad Prem und Helmut Sturm gründete Armin Saub das Kollektiv Herzogstrasse, als eine offene interdisziplinäre Künstlergruppe, der teils bis zu 12 Künstler angehörten. Heinz Weld schloss sich dem Kollektiv 1976 an. Das gemeinsame Arbeiten führte zu wichtigen Impulsen für seine Malerei. Welds Reliefs und Skulpturen inspirierten andererseits einige Mitglieder im Kollektiv, die an der Ausweitung der Malerei in den dreidimensionalen Raum hinein arbeiteten. Bis 1982, als sich das Kollektiv offiziell auflöste, gab es unterschiedliche gruppeninterne Kooperationen, die zu gemeinsamen künstlerischen Aktionen und Rauminstallationen führten, an denen Heinz Weld wesentlich beteiligt war. Dazu zählen die „Bild-Raum-Objekte“, 1979 im Team mit Heiko Herrmann und Armin Saub entstanden sowie 1980 – hier kamen noch zwei weitere Mitglieder des Kollektivs Herzogstrasse hinzu, Diri und Helmut Sturm – die „Begehbare Malerei“ in der damals „Künstlerwerkstatt Lothringerstrasse13“, heute „Lothringer13 Halle“ genannten Kultureinrichtung der Stadt München. Arbeitszusammenhänge blieben auch später noch über Jahrzehnte bestehen.
Nach der offiziellen Auflösung des Kollektivs Herzogstrasse führten Armin Saub und Heinz Weld, von 1983 bis 1985 zusammen mit Heiko Herrmann, die Entwicklung der raumgreifenden dreidimensionalen Bildvorstellung unter dem Namen „Bildsegler“ weiter, in den urbanen Raum hinein. Von 1986 bis 2011 folgten viele weitere „Bildsegler“-Installationen, in Korrespondenz mit den unterschiedlichsten Orten und Themen, die Saub und Weld als Zweier-Team entwickelten und durchführten. Die beiden Künstler nannten sich nun „Bildsegler – Armin Saub und Heinz Weld“. Sie malten dreidimensionale Bilder mit farbigen Stoffen und Seilen quasi in den Himmel hinein, als temporäre, überraschend auftauchende Installationen im urbanen Raum und in Innenräumen. Die Utopie der Kunst des parallelen Andersseins scheint für kurze Zeit ins Bewusstsein des Alltags und verschwindet dann wieder bis zu einem Neuanfang an anderer Stelle.

In seinem einführenden Text des Katalogs zur Ausstellung Farbzeit im Schlosspark Ismaning schrieb Andreas Kühne 2011:
„‚Die Kunst ist nicht nur über uns, sondern durch uns überall möglich‘, lautet ein selbstbewusster, programmatischer Satz, den Armin Saub und Heinz Weld in einem begleitenden Text zu ihrer Installation "Wasserzeichen" (1988) für den Wasserburger Skulpturenweg formuliert haben. […] Um aus einer Möglichkeit Wirklichkeit werden zu lassen, um einer Idee Farbe und Form zu verleihen, bedarf es immer konkreter Räume, in denen die Kunst Gestalt annehmen kann. […] Die "Bildsegler" brechen die räumliche Isolation einzelner Bilder und Plastiken auf. Mit ihren aus farbigen Stoffen gebildeten Formen, einem aus Stoff und Himmel in die Luft gemalten Mosaik, verbinden sie Malerei und Plastik zu einem unauflöslichen Ganzen. In dem sie sowohl den traditionellen Bildrahmen als auch das museale Gehäuse verlassen und in den umgebenen Raum diffundieren, quasi hinaussegeln, gewinnen sie einen neuen, schier unerschöpflichen Kontext aus formalen und inhaltlichen Bezügen. […] Im Ismaninger Schlosspark weben die Partikel der "Bildsegler" ein nicht festzuhaltendes, transitorisches Bild, das aufblüht und vergeht, und dessen Wahrnehmung sich den Regeln der digitalen Welt verweigert.“
Mit der Münchner Galerie Klaus Lea ist Heinz Weld auf verschiedenen Kunstmessen im europäischen Raum vertreten. Postume Ausstellungen:
Kollektiv Herzogstrasse, zahlreiche Ausstellungen, Rauminstallationen und Kunstaktionen ab 1976 bis 2025 in Galerien, Kunstvereinen und Museen in Deutschland, Dänemark, Österreich und Schweden „Bildsegler – Armin Saub und Heinz Weld“, Installationen im öffentlichen Raum und in Galerien – eine Auswahl von 1983 bis 2011:
Heinz Weld stellte regelmäßig in der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst (Neue Gruppe) sowie in der Galerie der Künstler in München aus.
Kataloge der „Bildsegler – Armin Saub und Heinz Weld“ und Texte – eine Auswahl
Der gemeinnützige Verein Bayerische Künstlernachlässe e. V. betreut den künstlerischen Nachlass von Heinz Weld zusammen mit den Nachlassverwaltern.
Die Kunst von Heinz Weld wurde vorrangig von privaten Sammlern angekauft. Gruppenarbeit Kollektiv Herzogstrasse: Das Triptychon Kollektiv Herzogstrasse in Drakabygget, wurde von der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München angekauft.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Weld, Heinz |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bildhauer und Maler |
| GEBURTSDATUM | 25. August 1943 |
| GEBURTSORT | Lilienfeld, Niederösterreich |
| STERBEDATUM | 17. Januar 2024 |
| STERBEORT | München |