Sonnenröschen

Sonnenröschen

Helianthemum nummularium

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Zistrosengewächse (Cistaceae)
Gattung: Sonnenröschen
Wissenschaftlicher Name
Helianthemum
Mill.

Die Sonnenröschen (Helianthemum), historisch auch Sonnengünsel, Zwerg-Cistus oder Cisten-Rößlein genannt, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Sie ist die artenreichste Gattung der Familie. Die je nach Autor 95 bis 175 Arten sind vor allem im Mittelmeerraum, der Arabischen Halbinsel, Vorderasien und Nordafrika verbreitet. Auf den Kanarischen Inseln sind 13 Arten endemisch. Allerdings haben neuere gentechnische Untersuchungen gezeigt, dass viele Arten nicht monophyletisch sind und somit teilweise neu taxiert bzw. klassifiziert werden müssen. Vereinzelt werden auch Tuberaria-Arten immer noch mit Helianthemum taxiert. Außerdem ist Helianthemum der Name einer der fünf Hauptkladen der Zistrosengewächse, bestehend aus den Gattungen Helianthemum, Crocanthemum und Hudsonia. Teilweise werden die nordamerikanischen Crocanthemum-Arten noch immer fälschlicherweise unter Helianthemum taxiert.

Beschreibung

Illustration aus Flora Atlantica, sive, Historia plantarum quae in Atlante, agro Tunetano et Algeriensi crescunt, Tafel 109 des Apenninen-Sonnenröschen (Helianthemum apenninum)
Blütendiagramm von Helianthemum nummularium

Vegetative Merkmale

Helianthemum-Arten sind meist immer- bis halbimmergrüne Halbsträucher bis Sträucher, selten ausdauernde oder einjährige krautige Pflanzen mit sehr verschiedener, filziger, zottiger, seidenartiger, drüsiger oder schuppiger Behaarung, mitunter auch fast kahl.

Die Laubblätter sind meist gegenständig, oder die obersten wechselständig angeordnet. Die Blattspreiten sind einfach. Es sind oft Nebenblätter vorhanden, manchmal fehlen sie.

Generative Merkmale

Die Blüten stehen einzeln und zu wenigen bis vielen in endständigen zymösen, traubigen, schirmtraubigen, köpfchenförmigen, oder selten rispigen Blütenständen zusammen. Die Blüten sind meist gestielt, selten sitzend.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Von den fünf ungleichen Kelchblättern sind die äußeren zwei linealisch und etwa halb so groß wie die inneren drei, die ungleich und relativ breit sind. Die Kronblätter können kürzer bis viel länger als die Kelchblätter sein. Die fünf freien Kronblätter sind am häufigsten gelb bis orange-gelb, es gibt auch Arten in den Farben purpur, rosa, rot, scharlach und weiß. Mehrere Zuchthybriden haben auch gefüllte Blüten. Meist sind viele Staubblätter vorhanden, die alle fertil sind. In wenigen Sektionen (Eriocarpum, Brachypetalum) kommen kleistogame Blüten mit weniger Staubblättern vor. Der Fruchtknoten ist oberständig. Der schlanke Griffel endet in einer relativ großen, kopfigen Narbe.

Die einfächerigen oder unvollständig in drei Fruchtfächer geteilten Kapselfrüchte sind dreikantig und enthalten viele Samen.

Apenninen-Sonnenröschen (Helianthemum apenninum)
Helianthemum canariense
Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum)
Katzenkopf-Sonnenröschen (Helianthemum caput-felis)
Trübgrünes Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium subsp. obscurum)
Lavendelblättriges Sonnenröschen (Helianthemum syriacum)
Helianthemum vesicarium
Helianthemum pergamaceum

Systematik und botanische Geschichte

Taxonomie

Carl von Linné behandelte die Gattung 1753 in seinem Werk Species Plantarum als Synonym der Gattung Cistus und verwarf den 1700 von Joseph Pitton de Tournefort eingeführten Gattungsnamen Helianthemum. 1754 akzeptierte Philip Miller Helianthemum als eigenständige Gattung. In der 8. Auflage von Millers The gardeners dictionary sind 24 Arten aufgeführt. Der Begriff „Helianthemum“ taucht erstmals in einer Veröffentlichung des deutschen Botanikers Valerius Cordus auf.

Eine erste umfassende Monographie der Zistrosengewächse, verfasst vom englischen Botaniker Robert Sweet mit dem Titel Cistineae teilte die Zistrosengewächse in vier Gattungen auf: Cistus, Helianthemum, Hudsonia und Lechea. Die Gattung Helianthemum bekam neun Sektionen: Halimium (heute eigene Gattung bzw. unter Cistus subsumiert), Lecheoides (heute eigene Gattung: Crocanthemum), Tuberaria (heute eigene Gattung), Macularia (gültig bis 2017), Brachypetalum (gültig bis 2017), Eriocarpum (gültig bis 2017), Fumana (heute eigene Gattung), Pseudocistus (gültig bis 2017) und Euhelianthemum (bis 2017 als Sektion Helianthemum).

Als Lectotypusart wurde 1949 Helianthemum nummularium Mill. durch Alfred Rehder in Notes on some cultivated trees and shrubs. Seite 471 festgelegt. Teilweise werden die Arten der amerikanischen Gattung Crocanthemum in populärwissenschaftlichen botanischen Publikationen immer noch unter Helianthemum beschrieben. Synonyme für Helianthemum Mill. sind bzw. waren Anthelis subg. Horanthes Raf., Crocanthemum Spach, Halimium sect. Lecheoides (Dunal) Grosser, Halimium sect. Spartioides Grosser, Helianthemum sect. Lecheoides Dunal, Helianthemum subg. Lecheoides (Dunal) Reiche, Heteromeris Spach, Horanthes Raf., Rhodax Spach, Taeniostema Spach.

Innere Systematik

Helianthemum ist die artenreichste, am weitesten verbreitete und taxonomisch komplexeste Gattung der Familie Cistaceae. Für eine umfassende Studie wurden die Daten fast aller Helianthemum-Arten untersucht, Sequenzen der Plastid-DNA (ndhF, psbA-trnH, trnL-trnF) und der Zellkern-ITS-Region zusammengetragen und die Ergebnisse durch Aparicio et al. 2017 veröffentlicht.

Die Autoren Beatriz Guzmán und Pablo Vargas gehen in ihren Forschungsergebnissen von 2009 von 5 Hauptsträngen der Zistrosengewächse aus: die ersten 2 Abspaltungszweige bilden die Gattungen Fumana und Lechea. Dann folgt die sogenannte Helianthemum-Klade, die wiederum in zwei Schwestergruppen unterteilt wird: Die der beiden neuweltlichen Gattungen Crocanthemum und Hudsonia sowie der altweltlichen Helianthemum-Gruppe, identisch mit der Gattung Helianthemum. Die letzten 2 Kladen bzw. Zweige sind die Gattung Tuberaria und die gemeinsame Gruppe der Gattungen Cistus und Halimium.

Gliederung der Gattung Helianthemum vor 2017

Bis 2017 wurden die etwa 100 Helianthemum-Arten und Unterarten in zwei Untergattungen mit zehn Sektionen gegliedert:

Neue gentechnische Untersuchungen durch Aparicio et al. 2017

Neuere Untersuchungen mit Hilfe aufwändiger Techniken der Bayesschen Stochastik durch Aparicio et al. 2017 kamen zu sehr interessanten und neuen Ergebnissen in der Systematik der Zistrosengewächse, welche den Ergebnissen von Guzmán und Vargas von 2009 mit fünf Hauptsträngen widersprechen. Bestätigt wurde die frühe Abspaltung der Lechea- und der Fumana-Hauptkladen. Die Helianthemum-Hauptklade mit Helianthemum, Crocanthemum und Hudsonia ist nicht mehr aufrechterhaltbar, da es eine weitere frühe Aufspaltung in die altweltliche Helianthemum-Hauptklade gab. Weitere Aufspaltungen sind eine altweltliche Hauptklade mit Cistus, Halimium (nicht monophyletisch !) und Tuberaria und eine neuweltliche Hauptklade mit Crocanthemum und Hudsonia. Da bspw. Crocanthemum chihuahense und Hudsonia tomentosa den gleichen Stamm wie Crocanthemum scoparium haben, ist Crocanthemum nach diesen Ergebnissen keine monophyletische Gattung mehr.

Für die neue Helianthemum-Hauptklade ergeben sich drei Unterkladen, welche die Gliederung in die bisherigen Untergattungen und Sektionen nicht bestätigen. Es wird vorgeschlagen, dass die auch im bisherigen Umfang monophyletische Gattung Helianthemum neu zu gliedern sei.

Die Klade 1 ist hauptsächlich im Mittelmeerraum, dem Alpengebiet und den westasiatischen Gebirgen verbreitet, die Klade 2 von Makaronesien über den Mittelmeerraum, das subtropische Nordafrika, Anatolien bis Zentralasien vorkommend und die Klade 3 in Mediterranen Ökosystemen des Mittelmeerbeckens.

Weitere Untersuchungsergebnisse sind, dass viele Arten nicht monophyletisch sind. Sichtbar wird dies bei den in Mitteleuropa vorkommenden nicht monophyletischen Arten H. canum, H. nummularium, H. italicum und H. oelandicum, bei denen bis heute Uneinigkeit über die eindeutige Taxierung herrscht. Eine Neugliederung ist hier dringend erforderlich.

Interessanterweise können auf den Kanaren vorkommende Arten aufgrund der Nähe zum westeuropäischen Mittelmeerraum und zu Nordafrika entweder zur Klade 2 oder zur Klade 3 zugehörig sein.

Arten

Je nach Autor gibt es 95 bis 175 Helianthemum-Arten, teilweise ist es umstritten, ob es sich um eine eigene Art, eine Unterart oder eine Varietät handelt, daher können Mehrfachnennungen möglich sein. Zur besseren Übersicht ist, falls in der von Aparicio et al. veröffentlichten gentechnischen Untersuchung erkenntlich oder aus anderen Quellen klar erkennbar, die Kladenzugehörigkeit angegeben.

Strickers Sonnenröschen
Helianthemum vesicarium in mehreren Farben

Hybriden

Naturhybriden

In Habitaten mit verschiedenen Arten vor allem in Südeuropa gibt es viele Naturhybriden wie beispielsweise Rothmalers oder Font-Quers Sonnenröschen. Über 15 Naturhybriden wurden entweder allein oder gemeinsam mit Kollegen von dem Botaniker Gonzalo Mateo Sanz (* 1953) mit dem Autorenkürzel Mateo erstveröffentlicht.

Helianthemum x sulphureum

Zuchthybriden bzw. Kultursorten

Es gibt zahlreiche Zuchthybriden die als Zierpflanzen vor allem in Steingärten Verwendung finden. Diese haben eine meist niedrigere und ausladendere Wuchsform. Die Blütenfarben reichen von weiß bis cremefarben von blassgelb bis dunkelgelb, von lachsrosa bis apricotfarbig, von hellrosa bis pink und von orange bis rot, teilweise sind die Blüten gefüllt. Mehrere dieser Kultivare erhielten Auszeichnungen der britischen Royal Horticultural Society. Oft werden diese Garten-Sonnenröschen genannt. Eine sehr umfassende Übersicht über die Merkmale vieler Kulturhybriden bietet die Internetseite des Sonnenröschen-Enthusiasten Andrew Roberts, der in Hartley in der Grafschaft Kent eine Sammlung mit über 200 Sorten aufgebaut hat.

Die Zuchtformen bzw. Kultursorten werden meist ohne weitere Informationen als Helianthemum cultorum oder Helianthemum ×cultorum taxiert

Helianthemum 'Ben Macdhui'
Helianthemum 'Cerise Queen'
Helianthemum 'Lawrensons’s Pink'

Ökologie

Standorte

Wie die meisten Zistrosengewächse gedeihen sie meist an eher trockenen, felsigen und sonnigen Standorten. In den gemäßigten Gebieten Europas kommen sie beispielsweise in Magerwiesen-Habitaten, auf Trockenrasen oder in Kiefern-Trockenwäldern vor.

Exemplarisch die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt für die Vorkommen von Helianthemum canum in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental). Die häufige Benennung nach Bergen oder Gebirgszügen zeigt die Vorliebe vieler Arten für eher steinige und trockene Höhenlagen.

Symbiosen

Sonnenröschen gehen Symbiosen mit Mykorrhizapilzen ein. Im Mittelmeerraum ist dies die Gattung der Wüstentrüffeln (Terfezia). Einige symbiotische Paare sind Helianthemum salicifolium und der Trüffel Tirmania nivea sowie H. guttatum und T. pinoyi.

Eine der am häufigsten beobachteten Mykorrhizen mit Helianthemum ist ein Mitglied einer anderen Familie, Cenococcum geophilum. Dieser Pilz ist nicht wirtsspezifisch und assoziiert sich oft auch mit Eichen. Einige Studien deuten darauf hin, dass Helianthemum-Arten und Eichen, die in einem Lebensraum zusammenwachsen, ihre Mykorrhizen „teilen“ können.

Sonnenröschen als Nahrungspflanzen

Helianthemum-Arten sind Nahrungspflanzen für die Larven einiger Schmetterlings-Arten. Die Miniermotten Bucculatrix helianthemi und B. regaella ernähren sich beide ausschließlich von Helianthemum sessiliflorum, ebenso wie Coleophora eupreta. C. ochrea ist auf Helianthemum beschränkt, und C. bilineella und C. potentillae wurden ebenfalls beobachtet.

Die Raupen des Kleinen Sonnenröschen-Bläulings (Aricia agestis) und des Großen Sonnenröschen-Bläulings (Aricia artaxerxes) haben meist das Gelbe Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) als Nahrungspflanze. Auch die Raupen des Grünen Zipfelfalters (Callophrys rubi), ebenfalls aus der Familie der Bläulinge, ernähren sich von den Blättern verschiedener Sonnenröschenarten.

Auch die Raupen des Sonnenröschen-Würfel-Dickkopffalters (Pyrus alveus) haben u. a. Helianthemum nummularium als Futterpflanze.

Gefährdungsgrad in Deutschland

Laut Roter Liste (Stand 2018) sind derzeit Helianthemum apenninum und Helianthemum canum in der Rote-Liste-Kategorie 3 als „gefährdet“ eingestuft, Helianthemum nummularium und dessen Unterarten subsp. glabrum, subsp. grandiflorium und subsp. nummularium als „ungefährdet“, die Unterart subsp. obscurum wurde in die Vorwarnstufe aufgenommen.

Kulturbedingungen

Die Zuchtformen der Sonnenröschen benötigen gut durchlässige nährstoffarme Bodensubstrate, sonnige Standorte und bevorzugen Regionen mit milden Wintern (Weinbaugebiete). Sie eignen sich als Steingartenpflanzen, auch auf Trockenmauerkronen und in Trockenmauerfugen. Einige Hybriden haben ein starkes Ausdehnungsvermögen, welches die Proportionen kleiner Anlagen sprengen kann, Die Vermehrung erfolgt über Aussaat oder über Sommer-Stecklinge. Bei der Kultivierung verschiedener Arten und Hybriden können neue Kultivare auftauchen. In raueren Regionen kann die Kultur auch in Pflanzgefäßen erfolgen, die dann frostfrei überwintert werden; zumindest sollten diese bspw. mit Koniferenzweigen abgedeckt und vor zu viel Nässe geschützt werden.

Verwendung

Die Vielzahl der Zuchtformen in vielen Farbvarianten zeigt die Bedeutung des Sonnenröschens für Steingartenanlagen.

In der alternativmedizinischen Bachblütentherapie mit 38 verschiedenen Essenzen enthält die Essenz Nr. 26 mit der Bezeichnung Rock Rose Auszüge des Gelben Sonnenröschens (Helianthemum nummularia). Die Essenz soll Angst- und Panikzuständen entgegenwirken.

In der arabischen Kräutermedizin wird Helianthemum kahiricum u. a. bei Krebs- und Magenerkrankungen eingesetzt.

In mediterranen Regionen sind Tees aus verschiedenen Sonnenröschen-Arten in der Volksmedizin beliebtes Mittel vor allem bei Magen-Darm-Problemen. Sie enthalten u. a. Gerbstoffe und Flavonoide, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt werden konnte.

Etymologie und Mythologie

Etymologie

Der botanische Gattungsname Helianthemum leitet sich vom latinisierten Kompositum der griechischen Wörtern „ἥλιος - helios“ für „Sonne/Sonnengott“ und „ἀνθέμιον - anthemos“ und „ἄνθος - anthos“ für „Blüte/Blume“ ab.

Der deutsche Trivialnamen

Auch dürften die leuchtend gelben Blüten der meisten Arten bzw. die Vorliebe für sonnige Plätze für die Bezeichnung Sonnenröschen beigetragen haben. Ursprünglich wurden alle Zistrosengewächse unter Cistus subsumiert und als Zistrosen bzw. die kleinwüchsigeren Arten als Ziströslein bzw. Cisten-Röschen bezeichnet. Die Bezeichnung Rose kommt von der Ähnlichkeit der rötlichen und weißlichen Zistrosenblüten mit denen der Hundsrosen. Im Analogieprinzip verwendete man dann für die Gattungen Cistus, Halimium, Fumana, Tuberaria und Helianthemum unter Berücksichtigung der Blüten- bzw. Pflanzengröße die deutschen Namen Zistrosen, Steinrosen, Nadelröschen, Sandröschen bzw. Sonnenröschen.

Mythologischer Bezug

Sowohl der botanische Gattungsname Helianthus (Sonnenblumen) als auch der botanische Gattungsname Helianthemum (Sonnenröschen), leiten sich beide von den griechischen Wörtern helios für „Sonne“ und anthos bzw. anthemos für „Blume bzw. Blüte“ ab. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie und ist in einem Gedicht von Ovid in seinem Werke „Metamorphosen 4“ überliefert: Einst verliebte sich das Mädchen Klytia in den Gott Apollon, der aber Leukothoe vorzog. Klytia verriet König Orchamos die Äffäre, der aus Zorn über diese Verbindung seine Tochter daraufhin lebendig begraben ließ. Apollons Herz war ob dieses Verrats nun gegen Klytia verhärtet und Klytia ließ sich nun nackt auf einem Felsen nieder, aß und trank nichts mehr und beklagte ihr Unglück. Die Verliebte schaute neun Tage Apollon zu, wie der seinen Wagen über den Himmel bewegte. Dann wurde ihr Herzeleid zu gelben und braunen Farben: Sie verwandelte sich in eine „Sonnen-Blume“, die ihre Blüte stets nach der Sonne (Apollos Sonnenwagen) drehte. Da die als Sonnenblume bezeichnete Pflanzenart aus Amerika stammt und somit ausscheidet, muss die Pflanze aus der griechischen Mythologie eine andere gewesen sein, sowohl die meisten Sonnenröschen als auch die gelbfarbigen Zistrosen (teilweise als Cistus oder Halimium taxiert) haben gelbe Blüten, wachsen auch auf Felsen, sind Bestandteil der mediterranen Flora und gehören zu den Heliophyten. Teilweise werden auch Sonnenwenden, Wegwarten oder Alpenveilchen aufgrund deren Heliotropismus mit dieser mythologischen Blume identifiziert.

Literatur

Einzelnachweise

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  17. ↑ einige neubeschriebene Arten fehlen hier allerdings !
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  57. 1 2 3 4 Dumonts Pflanzenführer - 2000 prämierte Pflanzen, ausgewählt von der Royal Horticulzural Society. Du Mont Buchverlag, Köln 2002, ISBN 3-8320-4814-6.
  58. 1 2 Quelle: Michael Lorek: Helianthemum nummularium, 2002
  59. ↑ Th. Rümpler: Vilmorin’s illustrirte Blumengärtnerei. 2. Auflage. Wiegandt, Hempel und Parey, Berlin 1879, S. 513.
  60. ↑ Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica - Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Weltbild, Augsburg 2010, ISBN 978-3-8289-3099-5, S. 434.
  61. ↑ Díez, J. et al.: Molecular phylogeny of the mycorrhizal desert truffles (Terfezia and Tirmania), host specificity and edaphic tolerance. In: Mycologia 94(2). 2002, S. 247.
  62. ↑ Dickie, Ian A.; Guza, Rebecca C.; Kraszewski, Sarah E.; Reich, Peter B.: Shared ectomycorrhizal fungi between a herbaceous perennial (Helianthemum bicknellii) and oak (Quercus) seedlings. In: New Phytologist. 164 (2). 2004, S. 375.
  63. ↑ Thomas, C. D.; Glen, S. W. T.; Lewis, O. T.; Hill, J. K.; Blakeley, D. S.: Population differentiation and conservation of endemic races: the butterfly, Plebejus argus. In: Animal Conservation. 2 (1). 1. Februar 1999, S. 15.
  64. ↑ Detlev Metzing, Natalie Hofbauer, Gerhard Ludwig, Günter Matzke-Hajek: Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands - Band 7: Pflanzen. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Naturschutz und Biologische Vielfalt. Heft 70, Nr. 7. Bundesamt für Naturschutz / Westermaqnn Druck / BfN-Schriftenvertrieb, Bonn - Bad Godesberg 2018, ISBN 978-3-7843-5612-9, S. 70.
  65. ↑ Helianthemum Kahricum; Bei Krebs und Magenerkrankungen. In: Mjekesia Bimore Arabe. 10. Mai 2023, abgerufen am 12. Juni 2023.
  66. ↑ Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart. A-E, 1811, Seiten 1335–1336

Weiterführende Literatur

Commons: Sonnenröschen (Helianthemum) – Album mit Bildern
Wikispecies: Sonnenröschen – Artenverzeichnis
Wiktionary: Sonnenröschen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen