Helmut Feld

Helmut Feld (* 25. August 1936 in Dillingen/Saar; † 1. Januar 2020 in Mössingen) war ein deutscher Theologe und Kirchenhistoriker.

Leben

Helmut Feld wurde im Jahr 1936 in Dillingen/Saar geboren, seine Familie stammte aus Nalbach. Nach dem Besuch des Dillinger Gymnasiums machte er 1956 am staatlichen humanistischen Gymnasium in Saarlouis Abitur.

In den Jahren von 1956 bis 1965 studierte er Philosophie, katholische Theologie, klassische Philologie und Geschichte unter anderem in Trier, an der Gregoriana und am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, wo er bis 1960 im Collegium Germanicum wohnte, und an der Universität Tübingen. In wissenschaftlicher und persönlicher Hinsicht beeinflussten ihn besonders seine römischen Lehrer Wilhelm Klein und Stanislas Lyonnett aus dem Jesuitenorden. Von 1965 bis 1967 war er Stipendiat am Institut für Europäische Geschichte in Mainz unter Joseph Lortz und Peter Manns, wo er sich in die Geschichte des Spätmittelalters und der Reformationszeit einarbeitete. An akademischen Graden erwarb er nacheinander das philologische Lizentiat in Rom, das Staatsexamen in Tübingen, den Dr. phil. für das Fach Mittellateinische Philologie in Saarbrücken und den Dr. theol. in Tübingen.

Von 1967 bis 1972 arbeitete Feld als Verwaltungsassistent an der Universität Tübingen. Im Anschluss daran war er dort bis 1974 Wissenschaftlicher Assistent von Karl Hermann Schelkle, bei dem er in neutestamentlicher Exegese promovierte. 1973 bewarb er sich erfolglos auf eine Professur für Neues Testament an der Universität Tübingen. Im Rahmen eines Forschungsauftrags der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war er von 1974 bis 1978 als Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Würzburg tätig. Von 1978 bis 1981 war Feld geschäftsführender Direktor des Europa-Zentrums Tübingen – Institut und Akademie für Europafragen in Baden-Württemberg. Zeitgleich versah er ab 1975 einen professoralen Lehrauftrag für Historische Theologie an der Universität des Saarlandes und arbeitete zwischen 1982 und 1991 an Forschungsaufträgen der DFG an der Universität Tübingen. 1988 wurde er zum Honorarprofessor der Universität Saarbrücken bestellt, wo er bis 1996 lehrte und zu den prägenden Persönlichkeiten des Instituts für Katholische Theologie gehörte.

Von 1991 bis 2000 arbeitete Feld an Forschungsaufträgen der DFG am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. Er war seit 1987 Mitglied der Internationalen Kommission zur Herausgabe der Werke Johannes Calvins, ab 1990 leitete er deren Sektion „Kommentare“. Im Jahr 2001 übernahm Feld die Leitung des Forschungsprojektes „Konrad Summenhart“ am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte. Von 2004 bis 2006 leitete er beim selben Institut das Projekt „Forschung zur Religionsgeschichte des Spätmittelalters und der Reformationszeit“.

Helmut Feld gilt als ein bedeutender Fachmann für Franz von Assisi und die Geschichte der franziskanischen Bewegung, der die Franziskus- und Franziskanerforschung in den vergangenen Jahrzehnten durch viele Arbeiten bereichert und mitgestaltet hat. Volker Leppin bezeichnete ihn in seinem 2018 erschienenen Franziskus-Buch als den „Autor der für die heutige Forschung wichtigsten deutschsprachigen Einführung in die Anfänge der franziskanischen Bewegung“. Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Reformationsgeschichte und die Beschäftigung mit den Frömmigkeitsvorstellungen, Werken und Biografien mittelalterlicher religiöser Frauen, darunter Jeanne d’Arc oder Jeanne de Jussie, deren Kleine Chronik er 1996 edierte. Vorwiegend aufgrund eigener biografischer Prägung interessierte sich Feld für die Geschichte der Gesellschaft Jesu und das Leben von Ignatius von Loyola.

Feld lebte im baden-württembergischen Mössingen, wo er im Alter von 83 Jahren nach schwerer Krankheit starb.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Helmut Feld. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 19. Ausgabe 2003, Band I: A–J. Saur, München 2003, ISBN 3-598-23607-7, S. 749.
  2. 1 2 Helmut Feld: Ignatius von Loyola. Gründer des Jesuitenordens. Eine Biographie. Böhlau, Köln 2006, S. XI (Vorwort).
  3. 1 2 3 Helmut Feld: Essays zur europäischen Religions- und Kulturgeschichte. Kritische Blicke auf Personen und Epochen. Lit, Berlin/Münster 2017, S. VII (Vorwort).
  4. ↑ Thomas Ertl: Rezension zu: Feld, Helmut: Franziskaner. Stuttgart 2008. In: H-Soz-Kult, 26. Januar 2009, abgerufen im Februar 2019.
  5. ↑ Volker Leppin: Franz von Assisi. Ein unbequemer Heiliger. 2., überarbeitete Auflage. Herder, Freiburg im Breisgau 2026, ISBN 978-3-534-61221-5, S. 14.
  6. ↑ Kleine Chronik. Bericht einer Nonne über die Anfänge der Reformation in Genf. Philipp von Zabern, Mainz 1996, ISBN 978-3-8053-1870-9.
  7. ↑ Impressum der Homepage www.prof-feld.de, online bis 2016. (Memento vom 22. März 2016 im Internet Archive)
  8. ↑ Nachruf auf der Homepage der Universität des Saarlandes, abgerufen am 25. Juli 2020.
Personendaten
NAME Feld, Helmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theologe und Kirchenhistoriker
GEBURTSDATUM 25. August 1936
GEBURTSORT Dillingen/Saar
STERBEDATUM 1. Januar 2020
STERBEORT Mössingen