Helmut Kampe

Helmut Kampe 1973 als Kommandeur der Marineschule Mürwik

Helmut Kampe (* 7. Dezember 1925 in Berlin; † 21. März 2026 in Bonn) war ein deutscher Marineoffizier, Vizeadmiral der Bundesmarine der Bundeswehr. Zuletzt war er bis 1986 Befehlshaber der NATO-Seestreitkräfte Ostseezugänge.

Familie

Helmut Kampe war der Sohn des Ermittlungsbeamten und vormaligen Leutnants zur See Karl Kampe und seiner Ehefrau Selma. Er heiratete 1959 Ruth Holzmann; sie hatten zwei Töchter.

Kriegsmarine

Nach dem Abitur am Gymnasium in Berlin trat er am 1. Juli 1943 als Seeoffizieranwärter in die Kriegsmarine ein. Seine militärische Ausbildung erhielt er unter anderem auf dem Zerstörer Z 23, auf dem er in der Biscaya und im Ärmelkanal eingesetzt war. Bei Kriegsende war er als Fähnrich zur See an der Marineschule Mürwik.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende gehörte Kampe dem Deutschen Minenräumdienst an und war bei der Minenräumung in der Nordsee und im Skagerrak eingesetzt. Anschließend studierte er in Berlin Geodäsie. Als Diplom-Ingenieur fand er eine Anstellung beim Forsteinrichtungsamt des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bundesmarine

Im Juni 1956 trat Kampe als Leutnant zur See in die Bundesmarine ein. Er qualifizierte sich für die Ausbildung zum Flugzeugführer bei der United States Navy in Pensacola. Anschließend war er Pilot in der Marine-U-Jagd-Staffel, die er ebenso aufzubauen half wie anschließend die Seetaktische Lehrgruppe in Wilhelmshaven. Außerdem diente er im Stab des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Ostsee. Von 1962 bis 1964 war er Staffelkapitän der Marine-U-Jagd-Staffel. Danach absolvierte er bis 1966 den 6. Admiralstablehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

1966 wurde Kampe Kommandeur der Fliegenden Gruppe im Marinefliegergeschwader 5 in Kiel. Ab 1967 wurde er im Bundesministerium der Verteidigung der Adjutant des Generalinspekteurs der Bundeswehr General Ulrich de Maizière. 1970 wurde er kurzzeitig Leiter der Operationsabteilung im Stab der Marinefliegerdivision und anschließend nacheinander als Kommodore des Marinefliegergeschwaders 5 und des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ eingesetzt.

1973 wurde Kampe Kommandeur der Marineschule Mürwik und zum Flottillenadmiral befördert. Im Januar 1977 wurde er Konteradmiral und Chef des Stabes des Führungsstabs der Streitkräfte in Bonn. Am 1. April 1980 wurde er Stellvertreter des Befehlshabers der Flotte in Glücksburg. Von dort ging er am 1. April 1983 als Befehlshaber NATO-Seestreitkräfte Ostseezugänge ins dänische Karup. Dort trat er am 31. März 1986 in den Ruhestand.

Tätigkeiten nach der Pensionierung

Nach seiner Pensionierung war Kampe einige Jahre Herausgeber des marinekundlichen Reihenwerks Nauticus, Jahrbuch für Deutschlands Seeinteressen.

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige in der FAZ vom 28. März 2026, abgerufen am 28. März 2026
  2. ↑ Der Mann, der die Ostsee bewachte, tritt ab - Nichts war festgezurrt, Improvisation war alles. In: Die Welt, 19. März 1986
  3. ↑ Who‘s who in Germany; 5. Ausgabe 1986, S. 467. ISBN 3-923590-04-0
  4. ↑ Der Mann, der die Ostsee bewachte, tritt ab - Nichts war festgezurrt, Improvisation war alles. In: Die Welt, 19. März 1986
  5. ↑ Porträt: Konteradmiral Helmut Kampe, Chef des Stabes des Führungsstabes der Streitkräfte. In: Die Bundeswehr 9/77, S. 410
  6. ↑ Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie 1985/86, S. 74. ISBN 3-7637-5285-4
  7. ↑ dtv Lexikon; Band 12, S. 328. Deutscher Taschenbuchverlag 1997
Personendaten
NAME Kampe, Helmut
KURZBESCHREIBUNG deutscher Marineoffizier, Vizeadmiral der Bundesmarine
GEBURTSDATUM 7. Dezember 1925
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 21. März 2026
STERBEORT Bonn