Hermann Doose

Hermann Doose (* 9. September 1927 in Lübeck; † 23. April 2018 in Kronshagen) war ein deutscher Neuropädiater und Epileptologe. International bekannt wurde er insbesondere durch das von ihm beschriebene Doose-Syndrom.

Leben

Doose studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Medizin. Nach einer Assistenz in den Fächern Physiologie und Pathologie wurde er 1951 in Freiburg mit Untersuchungen zu Agglutininen zum Dr. med. promoviert. Anschließend durchlief er eine Ausbildung in der Pädiatrie an der Universität Kiel. Bei Hans-Rudolf Wiedemann habilitierte er sich 1963. Von 1975 bis 1992 war Doose Direktor der Klinik für Neuropädiatrie in Kiel und gleichzeitig ärztlicher Leiter des auf seine Initiative hin 1972 eröffneten Norddeutschen Epilepsie-Zentrums für Kinder und Jugendliche in Raisdorf bei Kiel. Dort leitete er seit 1992 eine Epilepsie-Forschungsstelle.

Wirken

Zu Dooses Arbeitsschwerpunkten zählten neben der klinischen Syndromologie insbesondere Langzeitverläufe von Patienten mit Epilepsie sowie die klinische Genetik mit Erkennung und Beschreibung genetischer Epilepsieformen anhand umfangreicher Familienuntersuchungen inklusive genetisch bedingter Varianten im Elektroenzephalogramm (EEG).

Er beschrieb erstmals mehrere Epilepsieformen des Kinder- und Jugendalters.

Neben zahlreichen Zeitschriften- und Buchbeiträgen war Doose auch (Ko-)Autor und (Mit-)Herausgeber von Fachbüchern. Sein 1967 erstmals im Selbstverlag erschienenes Lehrbuch Epilepsien im Kindes- und Jugendalter galt lange Jahre als Standardwerk im deutschsprachigen Raum. Es wurde zuletzt 1998 neu aufgelegt und wird seit 2012 von Bernd Neubauer und Andreas Hahn unter dem Titel Dooses Epilepsien im Kindes- und Jugendalter weitergeführt. 1973 war er Ko-Autor einer Epilepsie-Denkschrift der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie in den 1970er-Jahren (Mit-)Herausgeber mehrerer Kongress- und Tagungsberichte. Nach der Mitherausgabe eines Buches zur Genetik der Epilepsien folgte als letztes Werk ein EEG-Lehrbuch für das Kindes- und Jugendalter inklusive einer englischsprachigen Ausgabe.

Doose war u. a. 1976–1977 Vorsitzender der Gesellschaft für Neuropädiatrie und 1977–1979 Vorsitzender der Deutschen Sektion der ILAE (seit 2004: Deutsche Gesellschaft für Epileptologie).

Schriften

Ehrungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Wir trauern um Hermann Doose. Stiftung Michael, 23. April 2018, abgerufen am 1. Mai 2018.
  2. ↑ Untersuchungen über inkomplette Autoagglutinine und die Thomsen’schen Panagglutinine. Dissertation.
  3. ↑ Verlaufsbilder der Petit mal-Epilepsie im Kindesalter. Habilitationsschrift.
  4. ↑ H. Doose, E. Völzke, D. Scheffner: Verlaufsformen kindlicher Epilepsien mit Spike Wave-Absencen. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Band 207, Nummer 4, Dezember 1965, S. 394–415. PMID 4960128.
  5. ↑ H. Doose, H. Gerken, R. Leonhardt, E. Völzke, C. Völz: Centrencephalic myoclonic-astatic petit mal. Clinical and genetic investigation. In: Neuropadiatrie. 2, 1970, S. 59–78. PMID 5001125. doi:10.1055/s-0028-1091841.
  6. ↑ H. Doose: Absence epilepsy of early childhood – genetic aspects. In: European Journal of Pediatrics. Band 153, Nummer 5, Mai 1994, S. 372–377, ISSN 0340-6199. PMID 8033930.
  7. ↑ H. Doose, H. Lunau, E. Castiglione, S. Waltz: Severe idiopathic generalized epilepsy of infancy with generalized tonic-clonic seizures. In: Neuropediatrics. 29, 1998, S. 229–238. PMID 9810557.
  8. ↑ Doose, Hermann. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) In: Epilepsie A-Z. Abgerufen am 23. Januar 2010.
Personendaten
NAME Doose, Hermann
KURZBESCHREIBUNG deutscher Neuropädiater
GEBURTSDATUM 9. September 1927
GEBURTSORT Lübeck
STERBEDATUM 23. April 2018
STERBEORT Kronshagen