Hirm

Hirm
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Hirm
Hirm (Österreich)
Hirm (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 3,12 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 16° 27′ OKoordinaten: 47° 47′ 16″ N, 16° 27′ 20″ O
Höhe: 183 m ü. A.
Einwohner: 1.127 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 362 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7024
Gemeindekennziffer: 1 06 03
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 17
7024 Hirm
Website: www.hirm.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Wöhl (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
12
3
12 3 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Hirm im Bezirk Mattersburg
Lage der Gemeinde Hirm im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenland
Lage der Gemeinde Hirm im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Hirm (ungarisch Félszerfalva; kroatisch Hirman, Hirin) ist eine Gemeinde mit 1127 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Geografie

Hirm ist der einzige Ort in der Gemeinde Hirm.

Nachbargemeinden:

Wulkaprodersdorf (EU)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Zagersdorf (EU)
Zemendorf-Stöttera Antau

Geschichte

Hirm (Mitte) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Archäologische Funde aus der Kupferzeit (Badener Kultur) und aus der Bronzezeit weisen darauf hin, dass das Gemeindegebiet von Hirm schon in urgeschichtlicher Zeit besiedelt war.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Hirm dann in der Provinz Pannonia. Aus dieser Zeit zeugt östlich auf den Kirchäckern ein großer römischer Gutshof.

Im 16. und 17. Jahrhundert standen die Hirmer Edlen in den Diensten der Grafen von Mattersdorf-Forchtenstein. Während der Kriegsjahre 1605 und 1620 hatten die Hirmer unter ungarischen Rebellen, Türken und Tataren zu leiden.

1627 gliederte der neue Besitzer der Grafschaft Forchtenstein, Graf Nikolaus Esterhazy, Hirm seinen Besitzungen an. Die Errichtung einer großen Zuckerfabrik durch den technischen Leiter der Wr. Neustädter Zuckerraffinerie Reyer & Schlick Peter Daniel Rothermann im Jahr 1850 führte zum entscheidenden Einschnitt in der Gemeindegeschichte und war mit einem rasanten Anwachsen der Siedlung verbunden.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Félszerfalva verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Mit dem Anschluss wurde auch die Hirmer Zuckerfabrik durch die Hauptvereinigung der Deutschen Zuckerwirtschaft in Berlin kontrolliert. Diese veranlasste 1941 die Schließung der Zuckerfabrik. 1944 wurde die ehemalige Zuckerfabrik, in der zu diesem Zeitpunkt Material für die Wiener Neustädter Flugzeugwerke lagerte, von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Während der Ort nach und nach seine Kriegsspuren verlor, blieb die Fabrik nach dem Kriege herrenlos und war dem Verfall preisgegeben. Ab den 1960er-Jahren siedelten sich auf dem Areal der ehemaligen Zuckerfabrik neue Produktionsstätten an: jene der Österreichischen Kuvertindustrie (ÖKI), damals noch Myrtle Mill, die Heinrich Sachs KG (SAX), die Koh-i-Noor Hardtmuth AG, heute Cretacolor, die Firma Erwin Mach Gummitechnik GesmbH (EM).

1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Antau, Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Hirm-Antau war Hirm. 1991 wurden die beiden Ortsteile wieder getrennt und erneut zwei eigenständige Gemeinden.

Siehe auch: Geschichte des Burgenlandes

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl der Gemeinde nimmt trotz einer negativen Geburtenbilanz zu, da die Zuwanderung stärker ist.

Hirm: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
455
1880
  
575
1890
  
640
1900
  
729
1910
  
831
1923
  
907
1934
  
978
1939
  
981
1951
  
930
1961
  
833
1971
  
812
1981
  
810
1991
  
843
2001
  
907
2011
  
944
2021
  
1.031
2025
  
1.103
2026
  
1.127
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

2026 wurde das Bevölkerungsmaximum mit 1127 Einwohnern erreicht. (Stand 2026)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Hirm
Volksschule Hirm
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hirm

Politik

Gemeindeamt Hirm

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Chronik der Bürgermeister

Gemeinde Hirm vor der Zusammenlegung
vonbisBürgermeister
1945Josef Löffler, Stefan Schappelwein
Franz Zaglitsch
Alfred Wagentristl (SPÖ)
Josef Koch (KPÖ)
1950Stefan Schappelwein (SPÖ)
1958Johann Resch (SPÖ)
19671971Karl Mangold
Gemeinde Hirm-Antau
vonbisBürgermeister
19711974Karl Mangold
19751989Georg Puhm (SPÖ)
19901991Alfred Schreiner (SPÖ)
Gemeinde Hirm nach der Trennung
vonbisBürgermeister
19972006Josef Aufner (SPÖ)
2007 2022Inge Posch-Gruska (SPÖ)
seit 2022Christian Wöhl (SPÖ)

Persönlichkeiten

Commons: Hirm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 82.
  2. ↑ Steiger-Moser Susanna: Süßes Imperium. In: Die österreichische Zuckerindustrie und ihre Geschichte(n) 1750–2013. S. 187.
  3. ↑ Atlas Burgenland: Hirm. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  4. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Hirm, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 30. Oktober 2020.
  5. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Hirm. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 2. September 2026.
  6. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Hirm. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 2. September 2026.
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Hirm. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 2. September 2026.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Hirm. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 2. September 2026.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Hirm. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2026.