Antau

Antau
Otava
WappenÖsterreichkarte
Wappen von AntauOtava
Antau (Österreich)
Antau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 8,75 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 29′ OKoordinaten: 47° 46′ 25″ N, 16° 28′ 36″ O
Höhe: 189 m ü. A.
Einwohner: 842 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 96 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 7041, 7042
Vorwahl: 02687
Gemeindekennziffer: 1 06 16
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Europaplatz 1
7042 Antau
Website: www.antau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Frank Wiemer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(13 Mitglieder)
6
6
1
6 6 1 
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Antau
Otava im Bezirk Mattersburg
Lage der Gemeinde Antau im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenland
Lage der Gemeinde Antau im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Otava!/|BW]]

Antau (kroatisch Otava, ungarisch Selegszántó) ist eine Gemeinde mit 842 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Im Ort gibt es eine größere Anzahl von Angehörigen der burgenlandkroatischen Minderheit.

Geografie

Antau liegt im Wulkatal und direkt an der Wulka, dem einzigen Fluss der in den Neusiedlersee mündet. Antau ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Gemeindegliederung

Antau besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft.

Nachbargemeinden

Hirm Wulkaprodersdorf (EU)
Zemendorf-Stöttera Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Zagersdorf (EU)
Draßburg

Geschichte

Antau (Mitte unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Anna-Kapelle
Lourdeskapelle mit hl. Antonius (links) und hl. Johannes Nepomuk (rechts)

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Antau dann in der Provinz Pannonia.

Wie die Herkunft des Ortsnamens zeigt, war der seit 1245 nachgewiesene Ort zunächst von Ungarn besiedelt.

Die erste Karte des Ortes, die sogenannte Walter-Karte, wurde im Barockzeitalter in den Jahren 1750/1754 hergestellt. Auf dieser waren bereits mehrere Häuser, drei Mühlen, diverse Bildstöcke, die Kirche und die Anna-Kapelle verzeichnet.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Selegszántó verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

1971 erfolgte der Zusammenschluss mit Hirm, Sitz der neu geschaffenen Gemeinde Hirm-Antau war Hirm. 1991 wurden die beiden Ortsteile wieder getrennt und erneut zwei eigenständige Gemeinden.

Herkunft des Ortsnamens

Bezeugt ist der Ortsname seit 1245 als Zantho. Eine Urkunde aus dem Jahr 1390 erwähnt die Poss(essio) Zanthou et pratum Nadasreth dictum iuxta fluvium Bulka al(io) nom(ine) Selegh dictum („Besitzung Szántó [Antau] und die Nádásrét genannte Wiese am Fluss Bulka [Wulka], der mit anderem Namen auch Seleg heißt“).

Diese Bezeichnung ist mit dem heutigen ung. Wort szántó „Acker“ zu verbinden. Die Siedlung hat ihren Namen also von der Lage an einem Acker. Die Gegend wurde folglich ursprünglich von Ungarn bewohnt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, übernahm man den ungarischen Anlaut /s/ als [ts] ins Deutsche. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mhd. Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Antau übrig blieb. Auch der Name der burgenländischen Gemeinde Andau im Seewinkel geht auf denselben Ursprung zurück.

Die ungarische Form des Ortsnamens ist heute, nach der Lage an der Wulka und zur Unterscheidung von Andau im Seewinkel, Selegszántó („Antau an der Wulka“).

Bevölkerungsentwicklung

Antau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
926
1880
  
912
1890
  
903
1900
  
927
1910
  
908
1923
  
879
1934
  
900
1939
  
828
1951
  
677
1961
  
709
1971
  
685
1981
  
683
1991
  
700
2001
  
753
2011
  
761
2021
  
782
2026
  
842
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

2026 lebten 842 Menschen in Antau. Nach der Volkszählung 2001 hatte Antau 753 Einwohner, von denen sich 64,9 % zur deutschsprachigen Volksgruppe und 26,2 % zur Volksgruppe der Burgenland-Kroaten bekannten (weitere 3,5 % der Bevölkerung gaben Kroatisch als vorwiegende Umgangssprache an).

Religion

Der Anteil der Bevölkerung, die sich 2001 zur römisch-katholischen Kirche bekannte, betrug 85,1 %. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft war der Islam mit 3,2 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Antau

Wirtschaft und Infrastruktur

Haus der Freiwilligen Feuerwehr

Politik

Gemeindeamt Antau

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder.

Bürgermeister

Gemeinde Antau vor der Zusammenlegung
vonbisBürgermeister
19451950Johann Kriszanich
19501954Johann Welkovich
19541962Stefan Mangold
19621970Viktor Pohl
19701971Franz Unger
Gemeinde Hirm-Antau
vonbisBürgermeister
19711974Karl Mangold
19741989Georg Puhm (SPÖ)
19901991Alfred Schreiner (SPÖ)
Gemeinde Antau nach der Trennung
vonbisBürgermeister
19912007Stefan Jagschich
20072022Adalbert Endl (ÖVP)
seit 2022Frank Wiemer (ÖVP)

Persönlichkeiten

Literatur

Sonstiges

Auszeichnungen für die Gemeinde

  • 1991 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 1992 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 2001 Schönste Gemeinde des Burgenlandes
  • 2002 Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Antau 2002 mit einer Bronzemedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.
  • 2003 Drittschönste Gemeinde in Europa
Commons: Antau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 77.
  2. ↑ Geschichte. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2019; abgerufen am 17. März 2024.
  3. ↑ Atlas Burgenland: Hirm. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  4. ↑ Dezső Csánky: Magyarország történeti topográfiája a Hunyadiak korában, Budapest 1890.
  5. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Antau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 2. September 2026.
  6. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Antau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 2. September 2026.
  7. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Antau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 2. September 2026.
  8. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Antau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 2. September 2026.
  9. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Antau. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2026.
  10. 1 2 3 Gemeinde Antau: Antau: Politik seit 1945 (Memento vom 16. Mai 2017 im Internet Archive) (abgerufen am 16. Mai 2017)
  11. ↑ Antau: Neuer Ortschef stellt sich erstmals zur Wahl. ORF, 22. August 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022.
  12. ↑ https://www.blumenbuero.or.at/