Holgers Waschsalon

Holgers Waschsalon war eine Unterhaltungsshow des Hessischen Rundfunks (HR), die von 1991 bis 1995 ausgestrahlt wurde. Moderiert von Holger Weinert, verband die Sendung einen thematischen Prominententalk mit einem fiktiven Waschsalon als Kulisse. Die Show wurde überregional auch vom NDR, SFB und Radio Bremen übernommen.

Konzept

Die Sendung fand in einem fiktiven Waschsalon statt, in dem Holger Weinert mit prominenten Gästen Gespräche führte. Die Mischung aus politisch-provokantem und unterhaltsamem Talk, ergänzt durch Klatsch, Musik und spontane Einlagen, machte die Show zu einem beliebten Format der frühen 1990er-Jahre im dritten Fernsehprogramm der ARD. Charakteristisch war die lockere Gesprächsführung von Weinert.

Moderation

Holger Weinert war von 1991 bis 1995 Gastgeber von "Holgers Waschsalon". Nach eigenen Angaben war die Sendung seine bekannteste Moderation, mit der er einem breiten Publikum bekannt wurde. Weinert zeichnete sich durch seinen plaudernden und gewinnenden Moderationsstil aus, der dem damaligen Zeitgeist entsprach.

Produktion und Ausstrahlung

Produziert wurde die Livesendung vom Hessischen Rundfunk. Insgesamt entstanden 46 Folgen, die auch von anderen ARD-Dritten Programmen wie NDR, SFB und Radio Bremen ausgestrahlt wurden, was der Show überregionale Bekanntheit verlieh. Die Sendungen wurden live gesendet, was den spontanen Charakter der Sendung unterstrich. Bekanntheit erlangte auch Lotti Huber, die als Gastauftritt regelmäßig in der Sendung zu sehen war.

„Ausländerhaß — nicht mit uns!“ (1991)

Die Medienkampagne „Ausländerhaß — nicht mit uns!“ wurde 1991 vom Hessischen Rundfunk initiiert. Ihren Ursprung hatte sie in der Live-Sendung "Holgers Waschsalon" vom 23. Oktober 1991. In der Sendung war die designierte Bundesausländerbeauftragte Cornelia Schmalz-Jacobsen bei Moderator Holger Weinert zu Gast. Dabei wurde der geringe Etat thematisiert, der ihr für Maßnahmen gegen Ausländerfeindlichkeit zur Verfügung stand. Die Redaktion entwickelte daraufhin das Konzept, Werbeagenturen zur Unterstützung einer öffentlichen Kampagne anzufragen.

Innerhalb weniger Tage stellten vier Frankfurter Agenturen – Young & Rubicam, Ogilvy & Mather, Saatchi & Saatchi sowie Leipziger & Partner – unentgeltlich vollständige Materialpakete bereit, darunter Fernsehspots, Plakatmotive und Vorlagen für Printmedien. Eine vom HR eingesetzte Jury wählte mehrere Entwürfe aus, die anschließend produziert und in den Dritten Programmen sowie später in der ARD ausgestrahlt wurden.

Sendungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ heide platen: „Ausländerhaß — nicht mit uns!“ In: Die Tageszeitung: taz. 11. November 1991, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. März 2026]).