Froschbissgewächse

Froschbissgewächse

Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae), Illustration

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Froschbissgewächse
Wissenschaftlicher Name
Hydrocharitaceae
Juss.

Die Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae) sind eine Familie in der Ordnung der Alismatales innerhalb der Monokotyledonen. Sie wird gegliedert in vier Unterfamilien und enthält 16 bis 18 Gattungen mit 116 bis 120 Arten. Sie gedeihen im Süß- und Salzwasser von den Gemäßigten Breiten bis in den Tropen. Einige Arten werden als Zierpflanzen in Teichen oder Aquarien verwendet.

Beschreibung und Ökologie

Unterfamilie Anacharidoideae: Egeria densa blüht über der Wasseroberfläche, hier eine männliche Blüte
Unterfamilie Hydrilloideae: weibliche Blüte von Enhalus acoroides
Unterfamilie Hydrilloideae: Illustration von Halophila ovalis

Erscheinungsbild und Laubblätter

Es handelt sich um einjährige bis meist ausdauernde krautige Pflanzen. Sie gedeihen als Sumpf-, Schwimmblatt- oder meist Unterwasser-Pflanzen in Süß- bis Salzwasser. Oft bilden sie Rhizome oder Stolonen, mit denen sie im Gewässergrund verankert sind. Einige Arten sind frei flutend. Sie sind mehr oder weniger stark submers, selten ragen vegetative Pflanzenteile über die Wasseroberfläche.

Die Laubblätter sind gegenständig, wechselständig oder wirtelig, grundständig oder am Stängel verteilt angeordnet. Es können Blattstiele vorhanden sein. Die Blattscheiden sind offen. Die Blattspreiten sind parallelnervig und ihre Form variiert je nach Art sehr. In den Blattachseln sind Schuppen vorhanden.

Blütenstände und Blüten

Sie können einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig sein. Die Blüten stehen einzeln oder in zymösen Blütenständen zusammengefasst. Die Blüten stehen über einem einzelnen spathaähnlichen Hochblatt, das meist aus zwei verwachsenen Hochblättern entsteht, oder es sind zwei freie Hochblätter vorhanden.

Ihre radiärsymmetrischen, dreizähligen Blüten sind meist eingeschlechtig oder selten zwittrig. Es sind ursprünglich zwei Kreise mit je drei freien Blütenhüllblättern vorhanden; sie sind weiß, gelb, rot, violett oder blau und meist in Kelch und Krone gegliedert, bei manchen Taxa fehlen die Kronblätter. Die männlichen Blüten enthalten ein, zwei oder viele (bis 100, dann sind höchstens 25 fertil) Staubblätter. In den weiblichen Blüten sind zwei bis 20 Fruchtblätter zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen, mit gleich vielen Stempeln wie Fruchtblättern. Die Narben sind zweiästig. Der einkammerige Fruchtknoten enthält in parietaler Plazentation viele orthotrope bis anatrope, aufrechte bis hängende, bitegmische Samenanlagen. Die Bestäubung erfolgt selten durch Insekten (Entomophilie). Meist erfolgt die Bestäubung durch das Wasser, manchmal durch frei umhertreibende, männliche Blüten.

Früchte und Samen

Es werden trockene oder beerenartige Kapselfrüchte gebildet mit vielen meist kleinen Samen. Die Früchte reifen unter Wasser. Die Verbreitung der Diasporen erfolgt durch das Wasser. Die Samen weisen oft eine warzige oder netzartige Oberfläche auf.

Chromosomen

Die Chromosomen (0,8 bis) meist 2 bis 10 µm lang. Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 7 bis 12. Es kommt Polyploidie vor.

Unterfamilie Anacharidoideae: Blyxa echinosperma
Unterfamilie Anacharidoideae: Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis), blühend
Unterfamilie Anacharidoideae: Ottelia alismoides
Unterfamilie Hydrilloideae: Enhalus acoroides
Unterfamilie Hydrilloideae: Großes Nixenkraut (Najas marina)
Unterfamilie Hydrilloideae: Illustration von Thalassia hemprichii
Unterfamilie Stratiotoideae: Illustration der Krebsschere (Stratiotes aloides)

Systematik

Innerhalb der Ordnung der Alismatales sind Hydrocharitaceae die Schwestergruppe der Butomaceae.

Die Familie Hydrocharitaceae wurde 1789 von Antoine Laurent de Jussieu unter dem Namen Hydrocharides in Genera Plantarum, Seite 67 veröffentlicht. Typusgattung ist Hydrocharis L. Synonyme für Hydrocharitaceae Juss. sind: Blyxaceae Nakai, Elodeaceae Dumort., Enhalaceae Nakai, Halophilaceae J.Agardh, Hydrillaceae Prantl, Najadaceae Juss. nom. cons., Stratiotaceae Schultz Sch., Thalassiaceae Nakai, Vallisneriaceae Link.

Die Familie der Hydrocharitaceae wird nach Les et al. 2006 und der Angiosperm Phylogeny Website in vier Unterfamilien gegliedert mit 14 bis 18 Gattungen und etwa (80 bis) 120 Arten:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Ling-Yun Chen, Jin-Ming Chen, Robert W. Gituru, Qing-Feng Wang: Generic phylogeny, historical biogeography and character evolution of the cosmopolitan aquatic plant family Hydrocharitaceae. In: BMC Evolutionary Biology. Band 12, Nr. 1, 2012, ISSN 1471-2148, S. 30, doi:10.1186/1471-2148-12-30 (englisch, biomedcentral.com).
  2. ↑ Leslie Watson: Hydrocharitaceae. In: florabase.dbca.wa.gov.au. Department of Environment and Conservation, abgerufen am 1. April 2025 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Hydrocharitaceae. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 3. Oktober 2026.
  4. ↑ Hydrocharitaceae bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  5. ↑ Hydrocharitaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 3. Juli 2014.
  6. 1 2 Hydrocharitaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 3. Juli 2014.
  7. 1 2 3 4 5 Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  8. ↑ Hydrocharitaceae bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  9. 1 2 James Edgar Dandy: Ottelia Pers. bzw. Blyxa Noronha ex Thouars, bzw. Halophila Thouars. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones). Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 4–5 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. ↑ Donald H. Les, Surrey W. L. Jacobs, Nicholas P. Tippery, Lei Chen, Michael L. Moody, Maike Wilstermann-Hildebrand: Systematics of Vallisneria (Hydrocharitaceae). In: Systematic Botany. Volume 33, Issue 1, 2008, S. 49–65.
  11. 1 2 Zhi-Zhong Li, Samuli Lehtonen, Andrew W Gichira, Karina Martins, Andrey Efremov, Qing-Feng Wang , Jin-Ming Chen: Plastome phylogenomics and historical biogeography of aquatic plant genus Hydrocharis (Hydrocharitaceae). In: BMC Plant Biology Journal, Volume 22, Issue 1, März 2022 S. 106. doi:10.1186/s12870-022-03483-2
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