Infas

infas
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Rechtsform GmbH
Gründung 1959
Sitz Bonn, Deutschland
Leitung Christoph Preuß, Thomas Allerstorfer
Mitarbeiterzahl 169
Branche Dienstleistung
Website www.infas.de

Das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft mit Sitz in Bonn ist ein Institut für Markt- und Sozialforschung, das für Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung forscht und diese berät. Das Institut führt Erhebungen mit sämtlichen quantitativen Methoden der empirischen Sozialforschung mit eigenen Ressourcen durch und hat bundesweit Interviewer für persönliche Vorort-Interviews (CAPI) im Einsatz. infas war 2020 auf Rang 4 der umsatzstärksten Markt- und Sozialforschungsinstitute in Deutschland. infas ist eine Tochter der infas Holding AG (vormals Action Press Holding AG) und seit 2024 Teil der Ipsos-Gruppe.

Studienbeteiligungen

infas führte Erhebungen für zahlreiche nationale und internationale sozialwissenschaftliche Studien durch. Dazu gehören:

Geschichte

Das Institut wurde 1959 von Wolfgang Hartenstein, Klaus Liepelt und Günter Schubert als Institut für angewandte Sozialwissenschaft, kurz ifas, gegründet. Aufgrund von Namensstreitigkeiten wurde die Kurzform später in infas geändert. Finanziert wurde die Gründung unter anderem mit Geldern der SPD. infas konzentrierte sich von Beginn an auf die Sozial-, Politik- und Regionalforschung. Von 1965 bis 1996 hatte das Institut den Auftrag der ARD, Analysen und Hochrechnungen zu Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen in der Bundesrepublik Deutschland durchzuführen.

In den 1990er Jahren geriet infas in Schieflage und erreichte einen Schuldenstand von 28 Millionen DM. Ende 1993 übernahmen Experten von McKinsey und Familienmitglieder des ehemaligen Neckermann-Vorstands Unkelbach das Institut und führten eine Sanierung durch. 1996 erwarb der PR-Berater Moritz Hunzinger die Mehrheit des Instituts und brachte sie 1998 vor dem Börsengang der Hunzinger Information AG, die Vorgängerin der heutigen Infas Holding AG, in diese ein.

Fernsehforschung

Von 1974 bis 1984 führte infas gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach die erste deutsche Fernsehforschung zur Ermittlung der Einschaltquoten durch. Dabei wurde erstmals ein elektronisches Messgerät eingesetzt. Das von der Heidelberger Firma Teldix entwickelte Gerät ermittelte auf Tastendruck die individuelle Fernsehnutzung der Haushaltsmitglieder. Die Daten wurden gespeichert und nachts über die Telefonleitung von den Instituten abgerufen.

Wahlforschung

Im Auftrag des Deutschen Fernsehens und der Rundfunkanstalten der ARD hat infas am 19. September 1965 die erste Hochrechnung zu einer Bundestagswahl in Deutschland durchgeführt. Im Rahmen des ARD-Auftrags etablierte infas maßgeblich den Einsatz von Computern bei der Erstellung von Wahlprognosen. Die Politikforschung begann bei infas 1959 mit der Studie über Wähler, Parteien und Politik in Niedersachsen. Das Institut erstellte bis 1996 die Hochrechnungen für die Wahlberichterstattung der ARD.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Licht und Schatten: die umsatzstärksten deutschen Marktforschungsinstitute. marktforschung.de, 11. März 2024, abgerufen am 21. Juni 2020.
  2. ↑ DGAP: Ad-Hoc-Meldung
  3. ↑ Information zur Genehmigung der Übernahme von infas durch Ipsos. 20. Dezember 2024, abgerufen am 5. Juni 2025.
  4. ↑ Leben in Deutschland. Abgerufen am 2. Juli 2021 (deutsch).
  5. ↑ NEPS-Studie: Wer führt die NEPS-Studie durch? (Memento des Originals vom 14. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Deutsches Zentrum für Altersfragen: DEAS-Erhebungsinstrumente (Memento des Originals vom 14. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: IAB-Haushaltspanel (Memento des Originals vom 14. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. ↑ Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung: lidA - Projektdetails (Memento des Originals vom 14. Juni 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Mobilität in Deutschland. Abgerufen am 1. Juli 2024.
  10. ↑ Innovationserhebung, ZEW. Abgerufen am 20. Juli 2017
  11. ↑ Das Vermächtnis - Die Welt, die wir erleben wollen, ZEIT Online. Abgerufen am 17. Juli 2017
  12. ↑ Anja Kruke 2007: Demoskopie in der Bundesrepublik Deutschland, Meinungsforschung, Parteien und Medien 1949-1990. Droste Verlag, ISBN 978-3-7700-5281-3, S. 202f.
  13. ↑ Jochen Groß 2009: Die Prognose von Wahlergebnissen - Ansätze und empirische Leistungsfähigkeit. VS Verlag, ISBN 3531172735, S. 33.
  14. ↑ Der Spiegel, 33/1996: Nur noch eine Ruine
  15. ↑ Otto Altendorfer 2001: Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland. Westdeutscher Verlag, ISBN 3531134353, S. 237.
  16. ↑ Bernd Klammer 2005: Empirische Sozialforschung. UVK Verlagsgesellschaft, ISBN 3825226425, S. 147.